Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 30 (13.4.1928)
- Date
- 1928-04-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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mm W??Mv*rr* T i u,x. *mn V. b. b. ßEZUQSB'EDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, gänzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich1 Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.-; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E warn U E HERAUSGEBE R: R OBERT ST RICK ER BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark.3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen. Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig .Schweizer Francs 4.50. Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Aus dem Inhalte: Rundschau.;) —y: Die jüdische Blutschuld. Produktive Arbeitslosenfürsorge" in Palästina. Stephen Wises Rücktritt. Dr. I. Sehechtmann, Paris: Ohne Haus, ohne Ofen, ohne Schule! Dr. Otto A b e 1 e s: Die Juden im alten Wien. Jakob, K r a u sz: Der Missionär in der Talmud Thorä-Schule. Dscherschinski und seine jüdische Geliebte. Die Ausgrabungen in der Heimat Abrahams. DieSiebehbürger Sabatarier. V , . Dr. Sanel B e e r: Das schlecht essenden Kind. Aus der Jüdischen Turn- und Sportbewegung. Austritte aus dem Judentum. Per dramatisierte Bialik. Scholem A1 ej c h e m: Menachem Mendel. SGualom A s c h: Die Mutter. Die;jWiener Juden und der 15. Juli. %me; erfundene Aeußerung des JBundespräsWenten., H^tüsob. .— . Die B"^^ ■ '7 ' 7.^V;V.'v;räilatte^f<j^ r* ' Das Budapester Blatt „^tt/i^äplp^/hat; -am-. 8.'f April einen Qsterartikel verö^ent%'ht, als dessen Autor es den . österreichischen, Bundespräsidenten E)r. Harnisch bezeichnet. In diesem Artikel findet sich die Mgende Stelle: , ,! „... besteht ein halb moralischer, halb politischer v Kampf zwischen dem Lande und seiner Hauptstadt. Die Arbeiterschaft und e i ni' 'g r o ß e r tei 1 d e r W i e n e r jüdische n B e v ö 1 k er u n g ist links orientiert, während die : große Mehrheit, der Bevölkerung des Landes die christlichsoziale Partei unterstützt. Die traur i g eil ndbiutigeEp isbde d es vor igen . Sommers hat die Folgen dieser Orientierung Wiens genügend gezeigt*' ' .;; Es eist;nun wohl .richtig, daß ein großer Teil der vVienefrj jüdischen/Bevölkerung; 1 i n k s orientiert ist.; Aber 'zwischen dieser Tatsache':iind den Ereignissen des 15. Juli einen Zusammenhang 'herzustellen, wäre-; eine Eäteohimg, der . Geschic'lite, wie sie 'bisher nur Von einigen wenigen Hakenkreuzorganen in Wien versucht worden ist. Es ist unnötig, m betonen, d a ß d a s J u d e n t iu m Wie n s n i c h t d a s geringste mit den tradrigen<Ereigniss e n des 15. J mi i z <u t ti n h a t, es-, sei denn, daß sieh nnter den, Todesopfern drei Juden Der englische Arbeiterführer und frühere Minister Wedgewood fordert die Umwandlung Palästinas in einen britischen .Teilstaat. ' * Von Robert Stricker. Der neue Roman der „Neuen Welt*' w man der „Neuen Welt" A MUTTER" I chalom fleeh 1 von Schalom Asch beginnt auf Seite 77 ■ Alle im redaktionellen Ten befindliehen entgeltliehen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet, " ' .; Eine Bewegung iwuß ein Ziel haben, sonst ist sie sinnlos.'Wohin strebt die zionistische Bewegung? Einst läutete die Antwort kurz und Mar: Z u an J uden Staat. Wenn' main^heute bei den in der Zionistischen Organisation maßgebenden Stellen nach dem Endziele frägt, .bekommt man, entweder keine Antwort oder eine Antwort, die keine ist. Jedenfalls aber die zurechtweisende Erklärung,. daß es besser sei, überhaupt nicht zu fragen, wei 1 das Reden vom; Endziele. die zionistische Arbeit stört. Ueberäll-in. der: Welt wird die Begeisterung und Opferwilligkeit, der Arbeiter' in einer Bewegung dadurch' erhalten und gesteigert, daß man ihren Blick ständig ► aufdas grqße; Endziel m richten trachtet. Die verantwortlichen Fak.tpren der. Zionistischen Qrgar nisation glauiben den verkehrten Weg einschlagen' zu können -iipd erachten es;? als höchste Eli&rerweisheit; Üas ^lel.iguyerhaü-fenv^ipit dem Dunste' aiasweiche'pd'eT 1Bkwsen7>^ .w^Jt< »und dw Wenn matVi gegendieses '^erkefrrfce" und ^chadiiehe Treiben Verwahrung- 'einlegt^: 'wird einem..wichttgfcuerisch ein Sprüchlein; .-aufgetischt, als.. Quintessenz staätsmännischer Ägheit: „Immer daran denken, nie davon reden!" Ein Sprüchlein,..gut für Diplomaten, die .auf Bluff ausgehen,'.für Schmuggler, Verschwörer, auf ständische Sklaven. 'Unheilstiftender Unsinn, wenn es auf eine Volksbewegung angewendet wird, wie die 'zionistische,'deren stärkste Waffen Offenh ei t und Ehrlich'ikeit »sind, welche darauf angewiesen ist, die breiten jüdischen Massen, aufzurufen, aus ihnen das letzte; an Q.pferwililigkeit aind Kraftanspannurig •und aus der Umwelt das Höchstmaß an, werktätiger Sympathie herauszuholen. Die zersetzende Wirkung der Verhüllung und Herabsetzung des Endzieles ist bereits in die Erscheinung getreten, innerlich und äußerlich. Die zionistische Bewegung, der treibenden revolutionären Idee vom Jiudenstäat beraubt, nimmt immer mehr und mehr den Charakter einer Geldsammlung für eine bes'chrän;kte Judenkolonisation an. Man ringt nicht mehr um Recht und Anerkennung, nicht um die jüdischen Seelen, nicht um die Vorherrschaft im jüdischen Leben. Man wirbt um Duldung, Schonung, Unter- ■ Stützung. Eine ibureaukratische Maschine arbeitet .an der Geldaufbringung, immer schwerer und mühseliger, weil die belebende Kraft, die nur vom großen'Ziele herkommen kann, geschwunden ist. Die Jüdischen Gegner wechseln die Stellung, sie gehen von der Feindschaft zur Geringschätzung über. Man vergleicht den Zionismus mit „Wohltätigkeitsunternehmungen", mit der Judenkolonisation in Rußland, mit irgend einem Hilfswerk, und diskutiert darüber, was „riützlipher" ist, und bringt schließlich heraus, daß 'der Zionismus, daß Palästina teuer und unrentabel ist. Die Anhänger werden lässig und müde, die Jugend geht weg, weil sie nichts sieht und. nichts spürt, was das Herz höher schlagen läßt. Die Politik des Ver- . Schweigens des Judenstaates hat schließlich dahin geführt, daß die Idee vom. J udenstaate vielfach' tatsäch-. lieh fallen' gelassen wurde. Führende Zionisten, .füHv;reri4e:"ib,I,ä'tter' uM -ganze Gruppen ve rleugn en :de n^ Ju.d e n s t a a^t' a Is En.d z.l.ej, ^pcechen vom vRpfiü^lJen';"Zeji.tr«Äiy von. einer Kolonie, vpn'\elhem aräibiSßh-jüdisohen}'^^^W^ Damit wird nicht nur innere Ze|s^tz;ü:ng \ bewirkt, . damit macht man den Zionismus ünd' die zionistische.'Politik mm. (gegenstände b e r e c^h ti g t en, M i ß t r au e ns. Was ist es eigentlich mit' diesem Zionismus, mit dieser politischen Bewegung, deren wahrer Zweck als:-Geheimnis gehütet wird, deren Endziel hier und dort und heute und morgen anders heißt? Ein beredter Ausdruck dieses Mißtrauens liegt jetzt vor. Im Verlage der e n g l i s c h e n A r b e iterpa.rtei ist unter dem Titel „Das siebente D o m in i u m" ein Buch, über den,Zionismus erschienen, dessen Verfasser W e.dg e w oo d, der Arbeiterführer und Minister im Kabinett Macdonald, ist. Wedgewood ist der beste, treueste Freund der. Zionisten. Er hat Jahre seiner glänzenden politischen Laufbahn der Propagierung und Verteidigung -der.zionistischen Interessen gewidmet. Der Zionismus hat in der nichtjüdischen Welt keinen, ergebeneren Helfer. Wedgewood stellt in seinem Buche vor allem fest, daß England als Träger des Palästinamandates verpflichtet ist, den Aufbau des jüdischen Palästina materiell und moralisch, zu fördern. Die englische Verwaltung darf nicht, wie bisher, untätig mitansehen, befunden haben. Was nun die politische Seite der Angelegenheit anlangt, so ist es bekannt, daß, zum Beispiel die. Mehrheit n des Wiener Kultusvorstandes, rechts orientiert ist, daß die bürgerlichen Parteien in Wien fast die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, während es andererseits in den Ländern sehr starke, sozialdemokratische Minderheiten, gibt. Wir halben uns nun an unterrichteter Stelle erkundigt und es wird uns versichert, daß die von uns zitierte Stelle von dem „Pesti Naplo" selbst gedichtet worden ist. Der Artikel ist ein Interview, das der' Bundespräsident einem spanischen Journalisten gewährt hat, und . das dieser einer englischen Agentur, der „General/Press Service'*, verkaufte. Diese sandte •es einer Anzahl von Zeitungen, darunter dem Berliner" „Mittag" und dem „Pesti Natflo".;- In der Veröffentlichung des * Berliner Blattes: fehlt nun -die Stelle betreffs der Wiener Juden vollständig. Es ist also im Dienste der Horthy-Tendenz eine Fälschung vorgenommen worden. Die österreichische Regierung hat im Wege dei „Politischen, Korrespondenz" erklären lassen, daß die ,.Aeußerungen des Bundespräsidenten ungenau und vielfach „v o l i kommen unrichtig" wiedergegeben worden sind. Bs ist nicht gut, daß die Göurtolsie so weit getrieben wird, daß nicht das Originale des Interviews publiziert wird. Der Zweck der in Budapest erfolgten Ergänzung - ist klar. Es sollte zum Beweis1 der von den Rassenschützlera stets behaupteten gesellscbaftsgefährlichen Tätigkeit der. Juden ejne sautoritetive; &e^ werden., Die f.^lsQ^ngrJst'"raffiniert .angelegt^worden... Sie ^kojm.te ins Et»reite dringen, da wegen der C^terfeWrtage' das Dementi nicht so rasch erfolgen konnte. So wird das Gift verbreitet und so wird der Pogrom gesät. : Das jeder Küche ist ein «ii *, i <i;i ** Oerlonsen Sie Prospekt »d» fiesuchenSle d^oS^S^z Warchalowtkf, Finsterle & C9 ^^n'" :-t