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Die neue Welt · 1928-04-04 · Heft 29 (4.4.1928) · page 9

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 29 (4.4.1928)
Date
1928-04-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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m.29 DIE NEUE WELT Seate-'t Theater und Kunst. Apollotheater. Gastspiel der „Haller-Revue". Wenn die Schwalben wiederkommen, kommt auch dfe Halter«Revsiie aus Berlin m uns und bringt stets neue \tötmder,,an. Ausstattung, Beleuchtungseffekten und Tanzstars mit. Handlung hat die Revue diesmal fast keine, die Conference besorgt ein lieber alter Bekannter, Prof. Fritz Wiesenthal, der in gewohnt witziger, origineller Form dte Bilder serviert. Da wären m nennen: die Original Lawrence Tfllef Girls, die in bewundernswerter Exaktheit ihre Tänze vollführen, der „Mann ohne Knochen" Earl Franklin, das ausgezeichnete Tänzerpaar June und John R oper, der groteske Jimmy Jiggs und die charmante Französin Marcelle R a h n a. Aus der Fülle der von Maler Kainer entworfenen Kostüme seien als die schönsten erwähnt: „Die Schmetterlinge", „Das Planetarium" und.„Die schönsten Gläser der Weit". Das Publikum machte von der (als Neuheit) an jedem Sessel angebrachten „Apolaudiermaschine" reichlichsten Gebrauch. e. k. Das Moskauer jiddische Staatstheater. ■ Das Moskauer jiddische Staatstheater unter der Leitung seines Direktors Granows'ki begibt sich in diesen Tagen auf eine Europatouirnee und wird u. a. in Berlin, Wien und Prag Vorstellungen gehen. Jüdische Künstlerspiele (II., Praterstraße 34). Wochenspielplan: Donnerstag, 5. d., Nachmittagsvorstellung „J id e 1 es Bar Mizwah", Beginn halb 4 Uhr. Vön Samstag, 7. d. bis Mittwoch, 11. d. die Komödie „Den T a t e n s J i n g e 1" mit dem jiddisch-amerikanischen Schauspieler Harry R o s e n f.e I d als Gast. Direktor Isak Deutsch hat sein erfolgreiches Gastspiel prolongiert. „Die rumänische Hochzeit", Operette, wird Donnerstag den 12. •der Jüdischen Bühne (2. Bez., die lustigste jüdische April zum 100. Male Taborstraße 12) auf* geführt. Mitwirkend die Damen Glücks mann, Brarlawska, Leresco, Waldberg, Glattstein und die Herren M c'lzcr, Reis m an, Wald berg, Le- -esco und Podzamcz'e. Jüdische Bühne, II.. TaborstraBc. 12, WocheiiDroKrainin: Sarnstall, '. April : „S ch I o j m a I c - H ö -z a - z a". Komödie mit Gesang in vier Al.icn.. Sonntag. 8. April. 3 Uhr: „D i e i ü d i s c h e K r o i n". Opcretlu in vier Akten; 8 Uhr: „Schlolrtialc-Ho-za-z a". Montau. 0. Aoril. 3 Uhr; „Zurück von Jener Welt ohneVisu in", Komödie in drei Akten; 8 Uhr: „S c h 1 o 3 m a 1 c - H o - % a - a". "Hersta*. 10- April: „Schloiraale'-Hio-za-za". Mittwoch, 11. April: ..An s t ä n U I E c Mensche n". Lebensbild in vier Akten, ßonnerstas:. 13. April: „Die r n m ä n i s c h e Chase« e". Operette in Jrei Akten. Beginn täglich 8 Uhr. Ende H Uhr. Mtt Ausnahme der onn- und Feiertage freier Eintritt. Jüdisches Künstierkabarett. Wien, II.. PratersstraBc 60. Von Asjustäg bis Mittwoch: ..Dem Tatens Sindl'VKomödie mit Gesang und Tanz in drei Akten von Offenberg. Gastspiel des Herrn Harry Rosenfeld tn* Amerika. Beginn viertel 9 Uhr. Entree frei. Ende 11 Uhr. «»Mittelalterliche Synagogen" von Richard Krautheimer. Frankfurter V^nlagsamstalt, Berlin, W. 16. 285 S. und ^TOOAdoV'' "•' 7 '•••;;'--;"r Diese verdienstvotMe Arbeit ist der erste umfassende Versuch, die Architektur und Inneneinrichtung der jüdischen Synagoge des (Mittelalters darzustellen. (Das Mittelalter ist in einer Darstellung jüdischer Vergangenheit erst am Ausgang des 16. Jahrhunderte als 'beendet anzusehen.) Vorweg sei zu bemerken, daß der national eingestellte Leser, der vielhMcht die Feststellung eines jüdischen Architekturstiles erwartet, eine grimme Enttäuschung erlebt. Ueberzeugend weist der Autor nach, daß es einen solchen nie gegeben hat und daß die Juden stets die besten Architektur- und Bäugedaroken ihrer Zeitgenossen angenommen haben. Selbst die Zeiten nationallen Hochgefühls und selbst die alte Heimat Palästina machten da keine Ausnahme. Die Makkaibäer bedienten sich nach Niederwerfung der Hellenisten des hellenistischen Stils bei ihren Bauten, kurze Zeit nach dem verlorenen Bar-iKochba-Kriege gegen die Römer wurden die galii äischeji Synagogen im römischen Reicbsrjl gebaut, der allerdings selbst stark syrisch-palästinenisisch beeinflußt war. Die Synagoge seihst war eine revolutionäre Gründung, war ein stummer Protest gegen deh jerusalemer Teanpel mit seiner Priesterschaft, Opferdienst und Levitenscharen, war eine durch die verstärkte Diaspora sich. aufdrängende Notwendigkeit zu einer Zeit, da Lehre und Gebet deh Platz der Opfer einzunehmen begannen. Der Text und die Reihenfolge der festgelegten Gebete ist bei Beginn des sechsten jahrhunderts abgeschlossen, ungelöst bleibt aber die Frage, wem größere Bedeutung zukomme, dem Aren, dem Schrein zur Aufbewahrung der ThoraroHen, der, ah der Ostwand stehend, die Gebetsrichtung angibt, oder dem Bi m a (Almemor), dem inmitten des Raumes befindlichen Podium zur Vorlesung der Thora. Das Bima behält'die Herrschaft bis zu den Zeiten der Reform und Assimilation. Die Synagoge wird keine Kirche, sondern bleibt das (auch profanen Zwecken dienende) Versammlungshaus der Gemeinde. In eingehender Weise beschäftigt sich dann K. mit der Bauseschichte zahlreicher Synagogen, die auch in 100 sehr gelungenen Abbikhimgen vorgeführt werden. Bedauerlich ist, daß K. von den zahlreichen aufschlußreichen Synagogen des gewesenen- Oesterreich nur-die. von Prag, Eger und Krakau beschreibt .und die interessanten Synagogen der Ostalpenländer (Hohenems, Salzburg, Linz, Wien u. a. im. nicht erwähnt). Das Wertvolle an K.'s Arbeit ist aber nicht nur das tfachwissenschaftliche Ergebnis, sondern daß er es .vermeidet, den Synagogenbau losgelöst von der all* feemeinen Kulturgeschichte zu behandeln. K. hat es meisterhaft verstanden, den Synagogenbau aus den Bedingungen der Zeitströmuugen und der Umwelt zu erklären; er gibt eine packende Schilderung des .mittelalterlichen jüdischen Menschen, der kein Orientale war, wie die Pänasiaten unter -uns vorgeben, sondern ein europäischer Mensch der Ro^ 4WWBjf£ ■ ■ ÄÄöÄtel „ .....w ___^ . S^fv; S3^HB^ .. S^^iÄs >4l£lJAftfcfi et^c^i^^-tiv^iy '^VSl^ vooM?® -rtdun^Ä Schuk-u.Siruinpf»fvop.a^anda Braune Kinderschuh« Gr.s 19—25 5 4.90, 26-30 S 15.50, 31-35 S 18.50, 36-39 S 21.50. Mädchen-Spangen Lade, braun u. feinfärb. Bot' catf. Größe: 27.30 S 13.90, 31-35 S15.90,36«38S18.90 Mädchen-Spangen rosenholz und braun Boxealf, Ia rahmengenäht, mit Crepe' Gummisohlen. Grölie 31—35 S 22.50 Lack mit hellgrauer Verzierung . . . . S 21.90 Vv',-. 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Blödy, Frankl (Hakoah) und Skelton (Cambridge) bildeten unter 20 tüchtigen Athleten in den ersten Runden' eine geschlossen laufende Spitzengruppe. Frankl fällt dann zurück und Blödy führt vor dem Engländer. ' Ungetähr 100 : Meter, vor dem Ziel setzte der Cambridger Skelton zu einem prachtvollen Endspurt ein. Blödy hielt sich.tapfer, und so entwickelte sich in der Zielgeraden Der ungewöhnlich große Erfolg, den das ideale IMversalnachschlagewerk ,,Beckmann-Lexikon" auf dem Büchermarkt erzielte, beweist, daß dieses vorzügliche Werk einem langgehegten. Bedürfnis des intellektuellen) jedoch! minderbegüterten Publikums entsprochen hat. Alle Vorzüge der großen Lexika in sich vereinigend und den neu-« zeitlichen Bedürfnissen .entsprechend, erheischt die Anschaffung dieses Werkes keine großen Opfer. Selten hat ein Buch noch so großen, allgemeinen Anklang und in verhältnismäßig kurzer Zeit £inen so großen Absatz gefunden. 110.000 Artikel, .60Q0 Abbildungen, 100 Tafeln* 2800 Seiten Text, eine vollständige englische, französische! und deutsche Grammatik, vollständiges Wörter- und Fremdwörterbuch bringt das „Beckmann-Lexikon" in zwei Bänden!in Ganzleinen, mit Goldprägung und kostet trotzdem nur'S '54. Die Generalvertretung für Oester-feicbJ hat die" Buchhandlung Wehl© u. Höfels, I., Walfischgasse Nr. 14 (Telephon 73-4-Ö4) übernommen und im Bestreben, das Lexikon {edermauu zugänglich, zu machen, die A4^ jjö^^r^ j^jjj^ij^^iflUi' Bi|rOß^tJ^fi^^^* ^^i^s^fes^ybife^wj^** Äi^flj" ein prachtvolles Finish zwischen dem Hakoahner und dem Engländer. Schon glaubte man; daß .Blödy mit seiner Kratt zu Ende sei. Aber noch einmal rafft der jüdische Athlet alle, seine Kräfte zusammen. Brust an Brust kämpfen .beid.i mit aller Energie.- Das. Publikum wirdmitgerissen und feuert den Haikoahner mächtig au. Doch Stück für, Stück schiebt .sich Skeitons. Brust. vor und mit einem halben Meter gewinnt der Engländer den spannenden Kampf.' BeitaH lohnt Blödy seine prächtige Leistung. Der Einlauf war: 1. Skelton. (9:11,2 Min.), 2. Blödy (9:11,4), 3. Frankl (9:38), 4. Haidegger (W. A. F.), 5. Stefanovic (Jugoslavia-Belgrad). Die Fußballspiele der Haköah. Hakoah gastierte. vergangenen Sonntag in £ r ü n ri und unterlag mit 1:3 gegen den S. C. Zidenice, der von C'pioket 8:3 besiegt worden war! Beim jüdischen .Verein versagte der Angriff, lediglich der neue Stürmer Steuermann (früher Hasmonea-Lemberg) konnte halbwegs gefallen. Den ednziigen Treffer erzielte S t e u e r m a n h aus einem Elfmeterstoß. Schied6r\.hter Kaprai benaohteiligle die Gäste. fei der gemischten Meisterschaft spielte Hakoah II gegen Deutsch-Wagram 1:1 unentschieden. Die Hakoahama-teure siegten gegen die Katifmänrasche Sektion Cricket 5:1. Sonntag wird die Measterschaft fortgesetzt. Von den vom Abstieg bedrohten Vereinen hat Hakoah den schwersten Gegner, nämhch Rapid. Die jüdische Mannschaft hat in ihrer besten Zeit gegen die Hütteldorfer schwer gekämpft, da diese ebenfalls sehr aufopfernd spielen. Hakoah wird eine Niederlage kaum verhindern können. Tieide Vereine dürften m folgender Aufstellung' antreten : . Hakoah: Rosenfeld; Feldmann, Scheuer;., .follak, Brandes, Stroß; Katz, Heß, Steuermann,'Schönfeld,1 Maus-- ner. ■ : _ Rapid:. Fet^i; Schramseis',: Caj^Jfcii Ni.tsch, Srnistikj Madimayer;, Kirjbes, Schneider, ICutljaii, Hjarvatli, >V-essely-. Am Montag den 9. d. tragen die Kricuuer ein Herausforderunigsspiei gegen F.; A. 6. aus. Das letzte Treffen] in der Meistersohaft endete bekanntlich mit üüiciunvc^ ■

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