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Die neue Welt · 1928-03-23 · Heft 27 (23.3.1928) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 27 (23.3.1928)
Date
1928-03-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 30 Groschen %a^V.b.b. DIE NEUE WELT ■UmShSh^S£SsJL BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, M m m MM Mi BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich M W .. lff ■ ■ Mafk 1— vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monat- Zioty^2.—, vierteljährig Zlofy 6.—; Tschechoslowakei lff ■ ■ ■ Hch Lewa 20.-, vleiteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Kc. 6.-, vierteljahrig Kc 15-; Jugo- W W Mi monatlich Lire 5.-, vierteljährig Lire 14.-; Schweix statten monatlich Dinar 14.—, vierteüährig Dinar 40.-; _ — „ — W-'" und die übrigen Länder monatlich Schwerer Rnmänle'n-mo^ch Lei 40.-vierteljährig Lei 120.-. HERAUSGEBER?: ROBERT STRICKER Francs 1.50, vierteljahrig Schweizer Francs 4.50. Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße-6—8 Telephonr A25-2-82 Erscheint jeden Freitag Freitag, den\ 23. März 1928 _ Nr. 27 Die jüdlsehe Hochschule dem jüdischen Studenten! Eine Versammlung; «ter Wiener jüdischen» Hochschuler. — Der Numerus clausus. — Öie Jer%salemer Universität muß ein Lehrinstitut werden. Jahrgang 2 Aus dem Inhalte: Iwri: Brie! aus Budapest. --y.: Hinten weit in der Türkei. Jakob Krausz: Die Blutprobe. Die Brüsseler Konferenz der Völkerbündligen. Antijüdische Agitation in Griechenland. Atfs Palästina. Vom französischen Judentum. Grotesken von der jüdischen Assimilation in Amerika. Cfraim Y Nachmann Bialik über die hebräische Literatur. Aus der/Jüdischen Turn- und Sportbewegung. Scholem AI e j e h e m: Menachem Mendel. Schalom Asch: Die Zauberin von Kastilien. •;; Balfour erkrankt. f^a^h venier Londqner Meldung ist Lord Artur Bal-!$ttfr/;:S$W^f .• erkrankt. Er hat einen Anfall von;M:e.r:j5 S G-h.w ä che gehabt und mußte zu' Bett .se-.- '' 6r^|t;^rdeiil Lord Balfour ist 80 jähre alt; - .>! Ein antisemitischer Präsidentschaftskandidat Wie -aus.' New V o r k berichtet' wird, ■• hat Senator '&e^d; seine-Kandidatur für die Präsidentschaft der ^rQ^^|l^$t^e^^^"bei''^er''.' demokratischen Partei arj$$n^l#£ iEMe^er' Kaiididat lebt ,-inhöchst unangenehmex Erinnerung als V e r t e i di g e r H e n r y/ •^jF^.s.vjin-.Schapiro-Fprd-Prozeß.- Schon damals hat $e^6r;fRead seine Befugnisse als Verteidiger arg überschritten und-sich in antisemitischen Ausfällen 'g^enr.^Vgesamfe Judentum gefallen. Man konnte nu^/fla^ren/daB'vRead damals bloß im Uebereifer der .Verteidigung so gehandelt habe. Nun hat inzwischen sein Klient Henry Ford als gerissener Ge-' schäff^älnn;sich-eines Vernünftigeren besonnen und dier yiebörflutüng des Weltmarktes mit' der neuen Förd^a^entype mit der wirksamen Reklame . eingeleitet;daß. er seine antisemitischen. Verleumdungen widerrief und sein .Leibhetzblatt, den „Dearborn ,Indepericlent", der ohnehin immer passiv war, einsteHfeYSein damaliger Verteidiger .und gegenwärtiger- P'räsidentschaf ts todidat•, Senator Read kann die Retifade .Henry Fords .nicht verwinden. Sein erstes, Auftreten., als Anwärter auf die Kandidatur durch die d^?hokrätisch.) Partei gab ihm Gelegenheit, seinem UirwiUen"..Ausdruck zu geben, daß Henri Ford bei ,den J u den Abbitte geleistet habe. Er habe in;;de.m:ftrözeß,. den die Juden gegen Ford ange- . strengt. Ratten,, die; sicherste Siegeschance gehabt. Jixi r,M.orn.ing. Journal" begrüßt Chefredakteur Jakob Fi s c h m a n n . dieses freimütige Bekenntnis des ^natprsoRead, da-,es für' die jüdischen Wähler sehr heilsam; sei, Üie wahre Gesinnung der ., Kandidaten; rechtzeitig kennenzulernen.' 'Die demokratische Partei' habe nun die Wahl,' die Ambitionen' des' anti-'; se^nitischen Anwärters auf die Präsidentschaft,, zu.;eriüHeh^e>7a«?fdie ' jüdischen.'Stimmen' zw ver-. ^literi.-Y;..'Y .'. ' '; . Ein neues Judentum. , -v Um: ihre, Herrschaft in Wien , zu befestigen» ist die i österreichische Sozialdemokratie bemüht, die letzten und: kleinsten-SStimmreste. zu sammeln und zu sichern. Sie ör^äniSieirt;a lies, was .sie erwischt: Fußballer, Tierfreunde, Wark^ Schach- und Mandolinen-;, spiel^ u^Jetztens :aüch:; Juden.;- Die'•;Organisation, « welche , dö^Zwe^kvder Sammlung jüdischer Stimmen dient, heißt 7y«reiiiig^ng werktätiger Juden". Was. dieses „werktätige Für Dienstag,. deTk":^ März hatte der Wiener, jüdische HöohschülaiisscÄ. in den Festsaal:; des „Hotel Cöntinental" ein' Meeting einberufen,, welches- - ' ■ .? . :; '. < . zu den antisemitischen Bestrebungen auf Vertreibung der Juden von den Hochschulen, und zur Frage des Ausbaues dgr, jüdischen Universität in .J ' .: . Jerusalem' .-.ä:'. Steltong zu nehmen hatte. Die Versammlung leitete Herr D r. P a. c h t in'a "lihi der;, in seiner Begrüßungsansprache auf d je E r k l |i* w ° 2 de s >Pr äsident e m„. We i z mann auf idem Ziondstenkongreß im Jahre 1901 hinwies,' daß?;die; jüdische Universität fürl die ta use n der jü!$jjre r 'S.t'Ud ernten, die 'm' : Rußland •und^umfnjeh .v^den:.;a^deMs^ statten aüsgeschlbsseii heutige Versammlung ssbiie^be^c1lie.ßen7 daß .d'ie ,ünf*; veröität in jerusaiiem den .^rip'rt^leS^''^ •baldigst aufnehmen soll. :; ' - ' Herr B u x s p a.n n ais Sprecher /der Shfdentehr schaft erklärte,- . die Universität in Palästina; sei heute nur Y, _ - : ein Forschungsins^tut mit einer geringen Anzahl / von Studenten, ohne ZieJ, ohne akademischen Grad, ein. Institut, tdas nur für ein Luxusstudium in Betracht kommt und den eigentlichen Zweck einer Universität nicht erfüllt. Das ist e i n e T r a g i k f ü r d a s j ü d i s c he Volk und auch eine Tragik lür die an den pa'lästinen-. sischen Mittelschulen ausgebildeten. Absolventen, die., zum Zweck des Studiums an die Auslands-. 'Universitäten gehen .müssen, wo ihnen dann der numerus clausus entgegentritt. Das Karate rrurn,, Judentum" ist,, läßt sich in Worten nicht erklären. Da hilft nur Anschauungsunterricht, beispielsweise der Besuch einer Versammlung, In der Vorwoche war Gelegenheit geboten, das Wesen des werktätigen Judentums zu stu-, dieren. In der Leppoldstadt wurde eine Versammlung ab- [: gehalten. Der Vorsitzende erklärte einleitend, das Pro-, gramm der Vereinigung sei mit dem Programm der Sozial-1: demokratie identisch. Das Programm der Sozialdemokratie" verdammt bekanntlich jede Art von Zwischenhandel als unproduktiv und wucherisch. Es ist auf die Ausschaltung - und Vernichtung des Zwischenhandels gerichtet. Nun konnte aber konstatiert werden» daß zumindest neunzig Prozent d*r erschienenen Mitglieder und Besucher Zwischenhändler, Kaufleute; wären. Ist „werktätiges Judentum" ein Verein zur Förderung des Selbstmordes, haben sich diese Leute zusammengeschlossen, um sich, getreu dem Programm, selbst auszuschalten und zu vernichten? Man muß schon , sagen, ein bißchen kompliziert und schwer verständlich ist dieses neue Judentum. Aber wenn die Herren im Rat-! haus befehlen, hat man nicht zu verstehen, man hat zu 1 gehorchen. Der Referent und Vereinsobrnann legte sodann \ den Grundsatz dar, nach welchem der Verein der Erhaltung J des Judentums dienen will; Er sprach .von, der ' Abfall- ■ bewegung und empfahl religiöse.Erzie*h;u-ng als einziges Heilmittel. Die nationale > Erziehung lehnte er als der Universität wird in der nächsten Zeit fei JepttsaSeai ausammentreten und es soll den Ruf der Wiener jüdischen Stndentenscbait; hören^ endlich die Hochschule für die Studenten m , öfffien. (Lebhafter Beifall.) ' : Y 'Y' Für die jüdische Mittel-schulfagend sprach Herr Sie rnberg (hebräisch), der auf die erzieherische B^ieutuinig eines in Paiästoa g-etegerieh Lehrinstitiits hirrwies; '' " ... "•;. ' Oberbaurat Robert Stricker r(yp;n '^ Beifall empfangen) führte'.ä'us; In dejm Verhältnis^ des jüidischeri Volkes zu seiner-aka;d.e« ntischen Jugend ist e i.j\,e; V e r s c h l eb u h g. ,eiftee>. i treteii; Früher war: die: Jü!^sohe^. Ä der -S't^lz'des. Volkes', heilte ist sie sein Sorgenlcittd. Der größte Teil dessen, was rnao-.^ jftd4s^,;yp>fes» fli|e^e^^ | den-numepus clausus .u^d , gegen ä'ie Studenteriischaf t. Früher war. der Weg'z^ der Weg ins Freie und diese Bmipfindiung hat sich, auch äußerlich ausgedrückt. ' Heute geht der jüdische Student In die Demütigung, der junge jüdische Mensch muß darum bettein, sein natürliches Recht ausüben zu können.- Wir protestieren gegen den numerus clausus, der in Parlamenten beschlossen wird. Da-s ist aber niblit die traurigste Art.. Viel ärger ist der schleichende numerus clausus, der den ■■ Charakter der Jugend verdirbt.-Es ist 'unmöglich, daß ein junger Mensch, der mit diesen widerwärtigen Sorgen belastet ist, .alle seine nationalen Pflichten, erfüllt, die sich aus seinem Bekenntnis ergeben. Das ist ein unerträglicher ZustancL Wenn der jüdische untauglich ab. Sozialdemokraten preisen die religiöse Erziehung an! Heiliger Marx, in welche Hände ist dein Programm geraten? Der Hauptschlager der i,jüdischen<< •Abendveranstaltung aber war das Auftreten des Abfalljuden Nationalrat Ellenbogen als Hauptreferent. Ein Konfessionsloser als Hauptredner bei der Versammlung einer Organisation» welche religiöse Erziehung als einziges Heilmittel empfiehlt! Dabei wurde Herr Ellenbogen nicht etwa als abschreckendes Beispiel für eine verfehlte; Erziehung vorgeführt, sondern als? Liebling des Publikums ■ gefeiert. Er leugnete auch jenen Abfall nicht Im Gegeif- 'jteil. Er erzählte, er habe; von einem braven, aber naiven i Parteigenossen; ein Schreiben erhalten» worin darauf verwiesen wird, daß es doch nicht angehe, daß gerade ein' Abfalljude in einer jüdischen Versammlung erscheint und ■spricht. Herr Ellenbogen erklärte das für Unsinn. Unter dem Jubel der jüdischen Versammlung! So in Wien geschehen. Was also ist dieses „werktätige" Judentum? Ein l. Judentum, das keine Religion und keine Nation ist, ein Messer ohne Klinge und ohne Heft. Ueberau" würde man sagen: Blanker Unsinn. In Wien aber beliebt es einer über Jdeld und Gewalt verfügenden Partei, diesen blanken Ün- ' sinn zu kommandieren und es finden sich Juden» welche 1 gehorchen»; Re|igiöses Abfalljudentum. Höher geht's wirk' 'hieb; nicht; mehr. SI^berz ^.ijM|driN j^^^^^N«! ' Falmkat ^E? •dtr General Motort ' •>. :" '. - ,v.';i. «enenSieProspeM

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