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Die neue Welt · 1928-03-16 · Heft 26 (16.3.1928) · page 11

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Journal
Die neue Welt
Volume
2 (1928)
Issue
Heft 26 (16.3.1928)
Date
1928-03-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 26 DIfe NEUE WELT Seite \t JÜDISCHE SPORT* UND TURNBEWEGUNG. Treibet Gymnastik! Von Rudolf Zimet (Makkabi IX, Absolvent der Hochschule für Körpersport, Berlin). Die meisten Menschen denken erst über die Gesundheit nach, wenn sie krank geworden sind. Was dazu gehört, um sich gesund zu erhalten, ist so einfach und selbstverständlich — man treibt Gymnastik, aber wie viele handeln danach? Ich will in ubersichtlicher und für jeden Laien leichtverständlicher. Form eine Zusammenstellung wichtiger Richtlinien und leicht zu erlernender Uebungen der Gymnastik versuchen, Die Erfahrungen zeigen, daß viele trotz großen Eifers: nicht zum Ziele kommen» weil die Art und Weise des Uebens nicht richtig war. Zur Abstellung dieser Mängel muß die Gymnastik sich die guten und schlechten Erfahrungen des Sports* des Turnens und auch der rhythmischen Systeme zunutze machen. Wann, was und wie soll geübt werden? Es ist außerordentlich bedauerlich, daß so wenig Einsicht für zielbewußte Körperpflege vorhanden ist. Be- «jtiemlichkeit und Unwissenheit lassen die meisten Menschen gesundheitliehe Regeln nicht befolgen, Es ist eine . Kleinigkeit, frühmorgens oder eine gewisse Zeit vor dem Schlafen einige einfache Uebungeh auszuführen. Ein unschätzbarer Segen liegt in dieser täglichen kurzen Gymnastik. Hat jemand derartige Uebungem die ich späterhin in Oruppen zusammengestellt . bringen werde, erst einmal einige Wochen durchgeführt, so wird man nicht mehr von ihnen lassen. Man überan»- strenge sich nicht! Die Gymnastik soll den Menscher erfrischen» ihn gewissermaßen iri die .Tagesarbeit einführen. Zu vieles Ueben rächt sich meistens durch Schlaflosigkeit. Man sollte in der Zeit etwa eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten und etwa eineinhalb Stunden nachher keine Uebungen vornehmen. Fast alle Menschen legen sich viel zu spat zu Bett, selbst die Kinder werden nicht zeitig genug ins Bett geschickt. Man versuche einmal itnd zwinge sich, zwischen 9 und halb 10 Uhr zur Ruhe zu gehen und so früh wie möglich bei Tagesanbruch aufzustehen und nur wenige Minuten zu üben. Bald wird man bemerken, daß man sich zu einem frischeren, gesünderen Menschen umgewandelt hat. Ich werde fortlaufend eine reiche Fülle von Uebungen bringen, die den Uebenden stets neu erfrischen und ihn zum Nachdenken ,über seinen Körper erziehen ,sollen., Ich bringe sehr viele Rumpfübungen, da der Rumpf bei den meisten Menschen am wenigsten ausgebildet und am meisten vom Ideal der Gesundheit und T'örmenschÖnheit, entfernt ist. Rumpf, Herz und Lu n.gen sind heutzutage die schwächsten Organe des mensch- ,li c h e n K ö r p e r s. . Man muß beächten, daß man in einer Uebungsgruppe 55. B: nicht mehrere Beinü'bungen übt., Es ist viel besser* man legt zwischen zwei Uebungen, die denselben Körperteil kräftigen, sollen, einige für andere Körperteile vorgesehene Uebungen dazwischen, so daß ersterenr Körperteil einige Ruhe gegeben wird. Bei dieser Ueberlegung berücksichtige man vor allem die Rumpf-, Rucken- und . Gelengigkeitsübungen; die Beine und Arme werden nebenher bei fast allen Uebungen genug" gestärkt. Die vollkommen unschädlichen Müskelschmerzen — Anzeichen -der, Ers*ärkung> Verspäten -diemeisten? nur* in dfeti Armen,u Si'huUern, Beinen, doch fast nic-malr an, Leib, Hufen;, und Brust und gerade auf deren Muskulatur kommt es Vornehmlich an. Man s t ä r k e s t ä ri d i g u ri d i m m e r wieder den Rumpf! 1 . Bei A r m b e w egu n ge n zur Vorhalte, Hochhalte; oder Seithalte sind aus der Grundstellung zunächst die; Arme scharf Zür Tiefhalte zu strecken. Das Heben und' Sefiken zur Vorhalte, * Hochhalte oder Seithalte erfolgt: un ter. Konzentration . und gru n ds.ä t z l ich langsam. Das Abwärtssenken der Arme aus der Hoch-, halte und Seithalte sollte vornehmlich unter Rückwärtsführen der Arme erfolgen. Die G ru n d stell u rig ist' nicht die allgemein übliche .wie heim Militär, Fersen geschlossen, sondern die; Füße stehen parallel zu einander,. etwas geöffnet (Lauf-' Stellung). Zur Seitgrätschstellung werden cle Beine seitlich auseinandergestellt,. so daß sie etwa einen- .halben Schritt eröffnet sind. Durch sogenanntes Abrollen wird die Rückenlage eingenommen, indem nach Einnahme der Hockstellung sich die Hände, etwa. 60 Zentimeter hinter dem Körper auf die Erde-stützen, um dann das Gesäß zwischen die Hände hindurch nach hinten zu schieben und nach dem Hinsetzen den Oberkörper zur! Rückenlage abrollen. Der Liegestütz vorlings wird eingenommen, indem man aus der Hockstellung die Arme auf die Erde stützt und den Körper nach hinten ausstreckt.;In dieser Lage soll der Körner, eine gerade Linie bilden. Die Stützpunkte sind die Hände . und die Fu ßspitzen. Die Hände zeigen nicht geradeaus, sondern sind ein wenig einwärts genommen. Um dem Körper bei gewissen Uebungen einen Halt zu geben, nehme man die Arme in den Hüftstütz. Führt man aber alle Uebungen stets unter voller Konzentration aus —• und nur dann erfüllen die Uebungen ihren wahren Zweck — so ist es ganz gleich, wie man. die .Arme hält, der Körper bedarf keines Haltes, er steht in sich. Konzentration ist die erste Fordejung beim Ueben der Gymnastik. Anfängern wird es sehr schwer fallen, sich ganz auf eine Uehung zu konzentrieren. Vor der Ausführung der Uebung. üoerlege man sich kurz, aber scharf, was und wie man üben will, und beginne erst nach völliger Sammlung mit der Ausführung. Richte bei allen Uebungen deinen ganzen Willen und: deine volle Aufmerksamkeit auf die g u t e A u s f ü h r u n g der U,ebung. Die tägliche Gymnastik soll den Willen stärken. .Man wird beobachten, daß es oft nicht leicht ist, seine'Gedanken allein auf eine bestimmte Muskelgruppe zu richten. Nur wenn man dies beachtet, wird: man ganzen' Erfolg erzielen. Gymnastik, wirkt nicht'von heute auf morgen, Erfolge1 zeigen sich erst nach längerer Zeit,j dann gibt sie dem Körper eine felsenfeste Grundlage. < übe wQ/nöglich nackt und vor einem Spiegel, 8. rat gleichzeitig die Mängel und Fehler des Körpers 'eben beobachten und richtigstellen kann» Die schlechte und u n z u r e i c h e n de Verpflegung sollte niemand davon abhalten» Körperpflege . und körperliche Uebungen zu betreiben. Die Fachleute in den Leibesübungen und diejenigen Aerzte; die selbst Sport treiben» können hierin ein beachtenswertes Urteil abgeben. £s hat sich nämlich herausgestellt, daß trotz der geminderten Ernährungsverhäjtüi,-se ejierrlBche körperliche Arbeit nicht minder, förderlich ist, ja daß die körperliche ihre aber Man man beim Schulung geringere Nahrung sogar besser auszunutzen vermag, als Trägheit. Doch sorge man auch für richtige Ernährung und halte nicht alles das für richtig, was die Umwelt treibt. Zum andern halte man Maß in den Leibesübungen, steigere die Leistungen, übertreibe sie aber nicht. Ein jeder Mensch stelle seine ganze Lebensweise auf die Grundlage einer gesunden Körperpflege. Er tue dies nicht nur für das eigene Wohl, sondern zum Wohle seiner Nachkommen. Sehen wir der vollen Wahrheit ins Auge: Krankheit und Schwäche verdanken wir meist uns selbst oder der Unwissenheit und Nachlässigkeit unserer Vorfahren» Eltern und Erzieher. Unsere Kinder dürfen, wenn sie herangewachsen sind, uns nicht anklagen, daß sie durch unser Verschulden ihre Glieder und Lungen nicht geübt haben. Ist Krankheit in der Regel selbst verschuldet, so können wir uns auch selbst das Gegenteil — Geundheit und Schönheit- — verschaffen. Jeder ist seines Glückes Schniiedl Das Glück hän.gt aber von qer Gesundheit1 ab, riicht vort, der Lebensstellung oüer von einem zusammengehäuften oder ererbten Haufen Geld! (Fortsetzung folgt.) Dr. Körner-Turnier der Schachsektion Hakoah. Retis Sieg sicher. — Erfolg Liechtensteins („Hakaoh"). , Der erste Preis ist Ret! (9Va Punkte) kaum mehr zn nehmen. Der . ununterbrochene Siegeslauf seit der fünften Runde hat ihm einen Vorsprang gesichert, der fast nicht mehr einzuholen dst. Er, befindet sich unter den teilnehmenden vder Großmeistern in der weitaus besten Konditipn und die. Siegesprämie wird Ihm verdient zufallen. An zweiter Stelle steht gegenwärtig Liechtenstein! Das ist die Sensation des Turniers. Der populäre Klubmeister der Hakoah ist bis heute un-geschlagen und hat mit seinen 7Vs Punkten (1 Hängepartie) die besten Aussichten auf den zweiten Prelis. Nicht unerwartet kommt das vorzügliche Abschneiden Prof. Beckers (6V2 plus 1 Hängepartie), der allgemein als der Vorkämpfer der Wiener Amateure angesehen wird. Ebenfalls 6*/s Punkte hat Großmeister Tartakower, der seine in den letzten Turnioren gezeigte gute Form diesmal nicht ganz zu bekunden vermag. Mit ungleichmäßigen Leistungen wartet S p i e I m a n n auf. Nach glanzvoll gespielten Partien, wie gegen Müller, Kmoch und Petitum leistet er sich einen glatten Versager gegen ReU. Eine Unzahl von Remis machte wieder Gr Uttfeld und konnte damit bloß 5 Punkte (1 Hängepartie) erreichen. Ebensoviel Punkte hat Takacs, dessen Spiel von gesundheitlicher Indisposition beeinträchtigt wird. Ihm folgen Kmoch mit 4Vs (2), Müller 4lh (1), Döry 4*h, Igel 4 (1), Beut um 3 (1), Wolf 3. Gl aß 2V1 (1). Samstag den 17. d. findet um Va? Uhr im Klubheini der Schachsektion Hakoah, Cafe" Rabel, I., Wallnerstraße, die feierliche Preisverteilung statt. Anschließend daran (7 Uhr) gibt Großmeister Tartakower eine S i m u 11 an vo r s te 11 u n g gegen 30 Gegner. Gäste willkommen. O. S. Die erfolgreiche Hakoah. Die Hakoah hat vergangenen Sonntag im Schwimmen, Ringen und Fußball große internationale Erfölge errungen. Die Schwimmer und Wasserballer nahmen an dem Hagibor-Fest in Prag teil. Die W a s s e rbaJ'lmannschaft siegte arn Samstag gegen C. P. K. 5:4. Die Tschechen waren bereits 4:1 in Führung. Fflr Hakoah waren Flesch (4) und Roscnblatt erfolgreich. Im Vorspiel blieb Hagibor gegen Sparta 6:2 (4:1) erfolgreich. Die Tore für die jüdische Mannschaft erzielten Getreuer (3) und Schulz (3). Die Entscheidungsspiele am Sonntag brachten folgende Resultate: Hakoah gegen Hagtibor 9:7 (5:5) Tore. Für die Sieg>er Flesch (4), Reich (3) und Rose nblat t'(2). G. P: K. gegen Sparta 4:3 (3:1). Die Placierung im Wasserballturnier lautet: 1. Hakoah, 2. Ha gl bor, 3.. C. P. K., 4. Sparta. Im Schwimmen giewann Haikoah folgende Konkurrenzen: 100 Meter Rücken: Nassau 1:18-, 100 Meter Freistil Damen: Kohn 1:25.2; 7 mal 50 Meter 1828 1928 ■ss-.. Zum Andenken an--den großen russischen Dichter, welcher vor 100 Jahren geboren wurde, ss S bringen wir als nächstes; Werk in der Reihe .unserer in- und ausländischen Klassiker-Ausgaben S unsere neue, große Gedächtnis-Ausgabe der Werke von Leo Tolstoi. Es ist der Wunsch des Ver- 53 ■5 lages, diese Bücher weitesten .Kreisen zugänglich zu machen, und wir haben deshalb beschlossen, =s ss eine große Anzahl Exemplare dieses Werkes gratis abzugeben. Jeder Leser dieses Blattes, der den ss 5. unten angefügten Coupon innerhalb 10 Tagen an unser Hauptkontor einschickt, erhält unentgeltlich 'ss ab Verlag ein komplettes Exemplar unserer Ausgabe von ss | LEO TOLSTOIS WERKEN | 5s in 24 Bänden, enthaltend etwa 4000 bis 4500 schön gedruckte Seiten. Seine Hauptwerke bringen ES ss wir in neuer, erstklassiger und unverkürzter Uebersetzung. Es 55 Tolstoi ist der tiefe Kentier der menschlichen Seele und der geistvolle Führer nicht nur seines Es ss Volkes, sondern auch aller derer, die die großen Gedanken des menschlichen Lebens in sich aufneh- «■=■ ss men wollen. vWer die wahre russische Volksseele verstehen will, muß Tolstois Werke kennen, ss ss . Die Werke erscheinen schön gedruckt in gewöhnlichem Buchformat. Der Versand erfolgt der 5 Ss Reifte nach, wie die Aufträge eingehen, und nur für Verpackungs-, resp, Annoncenspesen verlangen Es ss wir eine Vergütung von 3Q Groschen pro Band. — Sie erhalten gratis folgende Meisterwerke: ss S Lebensstufen, Krieg und Frieden, Anna Karenina, Auferstehung, Kreutzersonate, Ausgewählte Er- Es ss Zählungen (darunter: Morgen eines Gutsherrn, Tod des Iwan lljitsch, Herr und Knecht, Der gefälschte Es -.ES Coupon, Vater Sergius), Weltanschauung (Meine Beichte u. a.) 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