Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 26 (16.3.1928)
- Date
- 1928-03-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis 30 Groschen V. b. b. DIE NEUE WELT BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15 —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Deutschland monatlich Mark 1.—. vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 20.—, vierteljährig Lewa 60.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweix und die ti b r i g e n Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4;50. Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätssträße 6—5 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 2 Freitag, den 76. März 1928_ Aus dem Inhalte: Rundschau. —y : Nach achtzig Jahren. Dr. Ephraim Waschitz, Haifa: Heraus mit den . Dokumenten! Dr.vFiritz Löwensteiii, Jerusalem: Brie! aus Pa- Der Arierparagraph im österreichischen Ski verein. Dr. Otto bei es: Die Patriarchin von Eisenstadt. Jtidisohe Musik. Aus der jüdischen Turn- und Sportbewegung. Rudolf Z i m e t: Treibet Gymnastik! Austrete aus dem Judentum. Scholem Alejchem: Menachem Mendel. Schalom Asch: Die Zauberin von Kastilien. Die jüdische Vertretung in Polen Inj Senat: Sechs Jüdischnationale, ein Regierungssenator. — Im Sejm: Dreizehn Jüdischnationale, zwei Regierungspar teiler, zwei Sozialdemokraten,, vier, Kommunisten. — Hartglas für eine Verständigung mit der: Regierung. (Teiephonbericht des Warschauer N. R^Korrespondenteii, der „Neuen Welt".) , . ' pi^y^^^nli^J^ßß J^, ^(iiwneiir U'hgG s c h 1 o ssfen. --Aim ifrMärz.haben die'Wahlen, zur zweiten Kammer, dem Senat, ' stattgefunden, die 'den am 4'. März erfochtenen Sieg der Regierungspartei bekräftigten. Im Sejm ' hat die Regierung von. 444 Sitzen 128 Mandate besetzt, im Senat von 111 Mitgliedern. 48. . Die zweitstärkste Gruppe sind im Sejm die Sozialdemokraten . mit 63 Abgeordneten, denen der Minderheitsblock mit 56 Abgeordneten, darunter 7 Juden folgt. Im. Senat steht der Minderheitsblock mit 21 Vertretern, davon fünf jüdischen, an zweiter Stelle. Die- Resultate der Sejmwablen hat die „Neue Welt" bereits mitgeteilt. In den S « n a t wurden am 11. März sieben Juden gewählt, und zwar in Galizien (jüdischnationale Vereinigung): Lemberg-Wojwodsohaft: Dr. David S c h reib e r, Zionist. Auf der Reichsliste der Regieruingspartei: Lazar Dahl. - Im ehemaligen Kongreßpolen und den Randgebieten auf der Minoritätenliste: Warschau-Stadt:, Ing. Moses Kerner (Zionist). Warschau-Woiwodschaft: Salomon Budeiner (Aleiksandrover Chassid, Präsident der Kultusgemeinde Lodz). , Kielce-Woiwodschaft: Dr. Zemach Schabad (demokratische Volkspartei, Präsident der Kultusgemeinde Wilria). / : Bialystok-Woiwodschaft: Rabbiner R ü b i n s t e i n (Misrachi).; : Reichs'Hste: >Dr. Josef Davidso'bm (Zionist). .. D i e : Ä g üid a, der B u n d,.; d i e P o a I e Z'i o n h a b e n sei b s t v e, r s tä.n d I i.c h k e i n e n K-an d id;a t ^■n.d-u r c h g e>b rächt."- Der größte Teil ihrer Wähler, der die Aussichtslosigkeit'dieser Wahl Werbungen eingab, stimmte; diesmal zionistisch, um den Verlust jüdischer Mandate" zu verhindern. Das Ergebnis ist auch ein viel günstigeres. Wenn sich diese Haltung bei den Sejmwahlen gezeigt hätte, so hätten in Kongreßpolen und den Randgebieten ' 2 0 j ü d i s c h e' AJb g e o r d n e t e gewählt werden können.': Die Verantwortlichkeit ■ für die numerische Schwächung ^er^jü^jscl]«^ tejj '• ._f4ltV;haiip^äc^f§h rAkß. i:A g.u d a. Auch in Gali- ■ zien hätten-.zumindest in;:R.z.esz,o,w• und S.tryj-Dro- Gericht über den Antisemiten Czernin. Die Klage des gewesenen Außenministers gegen die „Neue Welt". — Die erste, Verhandlung.' — Die Provisionsgeschäfte Czernins. — 3000 Pfund und vier Millionen Schilling — Czernin und Eidinger, "t- Die Sonnenfische. — Der Wahrheitsbeweis zugelassen. In ihrer Nr. 16 vom 6. Jänner 1938 hatte die ,;N eueWel t" unter dem Titel „Ottokar Czernin als antisermitischer Hetzet", aus dem Jagdtagebuch: des gewesenen Außenministers eine Stelle abgedruckt, in, welcher Cz-ennin nachdenkliche Betrachtungen über das jüdische- Gesindel der Kriegsgewinner zum besten gibt. Der Anblick eines häßlichen exotischen Meertieres, des „Sonnenfische s", einer runden Bestie mit krummer Nase, und ekelhaften, fleischigen kippen, hat ihn angeregt, darüber wehmütig zu Waigel daß die armen christ- Icihen Völiker, die De|{';t;scheh und Franzosen, sich im Kriege/::mir deshalb zerfleischen mußten, damit die jüdischen Kriegsgewinner, die; „Sonnenfische", Geschäfte";Äche^i- v ■■■ " Die ,jNeue Wejt"' b^2^hri^;diesrate''iFi«cltheit und erinnerte daran, daß . Herr Ozernin zu den ihm' so verhaßten Sonnenfischen sowohl'in Wien wie in Berlin sehr herzliche-politische und geschäftliche-Beziehungen unterhielt, mit ihnen Häuser und Hypotheken in Deutschland aufkauft, sich von, ihnen, W u eher u n d B e t r u g vorhalten läßt, und daß er bei spanischen und holländischen Geschäften zwischen erzherzoglichen Agenten und „Sonnenfischen" als Gelegenheitsmacher fungiert. Diese Ausführungen der „Neuen Welt"- riefen allgemeines Aufsehen hervor und Herr Czernin' sah sich gezwungen, uns eine preßgesetzliche Berichtigung, zu senden (abgedruckt in Nr. 18 am 20. Jänner 1928), in welcher er alle ihm vorgehaltenen Fakten mit Stillschweigen überging und sich lediglich mit Vorwürfen bezüglich seiner Tätigkeit in Bukarest beschäftigte. Herr Czernin hat außerdem durch seinen Anwalt Dr. Leopold K a t z die „Neue Welt" wegen Ehrenbeleidigung klagen lassen. Die Verhandlung fand am 13. März vormittags vor dem Bezirksrichter Hofrat Dr. Höflmayr. (Strafbezirksgericht 1, Schiffamtsgasse) statt; Für den Angeklagten verantwortlichen Redakteur der „Neuen Weit" ■ Jdiius Löwy intervenierte Rechtsanwalt Dr. Leopold P läse h k e s, für den Privatkläger Rech töahwailt Dr. Leopold K atz. Die Verhandlung w:urde ri^h'einstündiger Dauer zur Führung des von der Vefiteidigtwig angebotenen Wahrheitsbeweises vertagt Im Nachstehenden berichten wir über'denf Verlauf der Verhandlung: . Hofrat -Dr. Höflmayr eröffnet, die Verhandjung., Er nimmt dem angeklagten. Redakteur Julius Lö/vy;y, #e. Generalien ab und befragt. ihn sodann nach dein Urspring des . am 6. Jännerveröffentlichten Artikels „Ottokar - Czernin als, antisemitischer Hetzer'V Der Angesagte, .er!-? ''klart,^ er^lilljß-^den Artikel-nicht gelesen und nicht zum 'Drück befördert, . ... -I . . r^''■:'-'yübernehme jedoch die Verantwortung und biete den Wahrheitsbeweis für alle in dem Artikel aufgestellten Behauptungen an. Dr. H ö f 1 m a y r: Es ist aus dem Artikel die folgende Stelle inkriminiert: „Als österreichischer Gesandter in Bukarest, während des Krieges, hat sich Czernin bei allen Lebensmittel- und Waffentransporten nach Oesterreich als Provisionsagent jüdischer Händler betätigt.7 Er . hat^ seine Stellung als Gesandter ausgenützt, um Riesenprovisionen abzupressen. Bei jedem Kilo Mais . und Korn mußte das ausgehungerte, verzweifelte Oesterreich dem Gesandten, Geheimrat und Grafen. , Ottokar Czernin grausamen Ueberprofit bezahlen. Ohne diese Blutsteuer kam kein Bissen in den «Mund; hungernder Kinder, Frauen und Greise.. Czernin war es, der seinen blutenden und leidenden Mitbürgern.' und Mitchristen im Kampfgewühl die Taschen leerte."; Verteidiger Dr. Plaschkes; Ich beantrage, den ganzen Artikel zu verwiesen, und zwar deshalb, weil diese Stelle ans dem Zusammenhang gerissen ist und mir zusammen mit dem hobyez beim Wegfall der aigudistischen Sonderkandidaturen jüdische Abgeordnete gewählt werden können. Im letzten Senat gab es 12 jüdische Senatoren. * Zu den in der Nr. 25 mitgeteilten Sejmwahlergebnissen ist noch hinzuzufügen, daß in der Regierungspartei auf der Reichsliste der Lemberger Assimilant Advokat Dr. Heinrich Loewcnherz (einst P. P. S.) gewählt erscheint. Die Regierungspartei hat also zwei jüdische. Mitglieder: Wochw Wislicki (Luck) und Dr. Heinrich Loewenherz. Unter den kommunistischen Abgeordneten befinden sich 4 Juden, und zwar: Adolf Warski-Warszawski, Izchack G o r d i n, Saul A m s t e r d a m s k i und - Aron Stützb.erg. - Von der Reichsliste der Sozialdemokraten kommen die in den Wahlkreisen durchgefallenen Dr. ■ Hermann D i a in and mnd Dr. Hermann Liebe rm a n n in den Sejm. Der Sejm wird daher 21 Juden iahten: 13 Zionisten, 2 RegieVungsparte-iler, 2 P^ P. S., 4" Kommunisten. Im Senat sitzen 7 Juden, und zwar 6 jüdischnationale, 1 Regicrungsmann. - ' . . ' --f. •> * Der frühere Präsiid^nt de? jüdischen Pariiamentsklwbs Abgeordneter Hartglas äußerte sich in einem Interview bezüglich der jüdischen Politik im neuen Parlament, daß die auf jüdischen Listen .gewählten •■ Abgeordneten, die sich, zu einem jüdischen Klub zusammenschließen werden, eine der Regierung freundliche Stellung einnehmen werden, sofern die Regierung, die jetzt die parlamentarische; Macht. besitzt,, die Verpflichtungen des, MfnjteterpräsJdentQn^B|a--rt el, in^die er in seinem Expos6 vom . 19. Juni 1926 den. Juden gegenüber eingegangen ist, endlich verwirkMcheu wir! .. . ' . . *. ' V : jeder Küche ist ein ' flll^ - Kühls^^ank Fabrikat der General Motors Verlangen Sie Prospekt oteüesuchenSled:roS^