Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 25 (9.3.1928)
- Date
- 1928-03-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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$6tto 2 DIE NEUE WELT Nr. 25 Juwelier Heinrich Thiebert Währln gerstragge Nr. 6 ■in- und Verkauf von Juwalcn / Speilallsl in Alt.Wlener und Neu.Wlanor Silberwar er» Zlonlstan erhalten Rabatt i Sowjetsoldaten» Angehörige der roten Armee, mit jüdischem Fleisch betedlt wurden und es ahnungslos gegessen halben. Die Zeitung ist darüber entsetzt, sie glaubt wohl, daß die Geslnmingstüchtigkeit und der Mut der Sowjetsoldaten durch den Genuß ddeses gefährlichen jüdischen Fleisches bedroht sind, und schreit nach Unterdrückung des Schächtens. •'*"'' Die Juden Rußlands haben sich von einem Großteil i&rer nlcbtjfldta&ben Landsleute bäshe'r auch dadurch unterschieden, daß sie es unterließen, ihre Familienangehörigen systematisch zu prügeln. Während viele Eohtrussen es für gut finden, Frau und Kinder mindestens einmal in der Woche grün und blau zu schlagen und auch Vater, Mutter und Großeltern von Zeit zu Zeit zu verprügeln, haben sich die Juden bisnun dieser Sitte enthalten. Es ist klar, daß sich die Juden dadurch als störendes, antirevolutiortäres Element erwiesen haben. Ein Zustand, welcher den Juden von.der „Jewsektia" ein Dorn im Auge ist. Aber auch in dieser Richtung scheint es "besser werden zu wollen. Die Moskauer jüdisch-kommunistische Regierungszeitung , ,JE m e s" berichtet triumphierend 'über den Verlauf einer Gerichtsverhandlung, welcher klar erkennen läßt, daß die Schonzeit für jüdische V ä t er und ..Großväter, vorüber ist. Ein alter Jude Izchak Gins-, bürg erschien vor einem Gerichte in der Krim und verklagte Frau und Söhne wegen, schwerer Mißhandlung, Er erzählte, daß seine Frau Rahel und seine Söhne, einer ist Arbeiter und der andere roter Soldat, ihn jämmerlich' geschlagen haben, weil sie ihn beim Verrichten des \% e ri d g eb e t e s (Mäariw) überrascht hatten^ Er berichtet weiter, daß die treue Gattin und lieben Kinder ihn immer schlagen, wenn er Neigung zeigt, jüdische Bräuche zu'wahren. Gattin und Söhne gaben den Tatbestand ohneweiters zu, machten jedoch als entlastend den Umstand geltend, daß der alte Jude sie habe zwingen und verleiten wollen, gleichfalls jüdische Bräuche zu wahren. Als Belastungszeugen erschien auch die E n k e 1 i ri, welche haarsträubende Dinge über den Großvater erzählte'. Großvater habe ihr verböten^ §ams;t*a}g die .S.chuLe,. zu Jb esu eben und. habe..;s(j e.. in.■.d.ie •Synagoge mitgenom.iri'enj^pet;,Gertchtshpf';spfach.^ I natürlich^ die edle Gattin."uniiwacWen4j,Söhne, welche ,sibh. aüfch im Familienleben als treue" Bolschewiken ^erwres'en^ haben, frei. Begründung: Jzchak Ginsburg tiäf p r o'v ö z i e r t! Der Gerichshof erklärte auch die Ehe für aufgelöstI Da zeigte sich aber wieder, wie' dick ein alter' Judenschädel ist.' Gshsburg erklärte seinerseits;- eine jüdische Ehe könne nur von einem R a'bb'i n er gelöst werden! Man kann .sich vorstellen, daßdem Gatten, Vater und Großvater die rote Heilslehre noch energischer' eingeprügelt werden wird. Wenn es nichts nützt, läßt ihn die liebe Familie nach'Sibirien schaffen, wo der alte reaktionäre Hund verrecken kann. Schließlich möge -hier als ein trauriges Do-kumen der Entartung ein Briefwiedergegeben werden, den ein angesehener Jude in New Vörie,; von einöm in"'Rußland " lebenden Verwandteh;'- der einst dort eine bedeutende gesellschaftliche Rolle, gespielt hat, erhielt, und den das „Jewish. Morning' Journal" zum Abdruck bringt. Der Brief lautet: „...Du weißt, daß ich gegenwärtig ganz abseits stehe von jeder gesellschaftlichen Arbeit. Ich habe mich auf das Gebiet wissenschaftlich er Arbeit zurückgezogen. Aber von Zeit zu Zeit dringt auch zu mir das Wehgeschrei'des Lebens und ich spüre seinen blutigen Hauch. Ich bin meiner Anschauung nach | Iiilliiiilii | In keinem jüdischen Hause dürfen an Petiachtagen . §§ nSB dl« weltberühmten ncB W 1 Palästina? Mazzoth j m fehlem j ■ s hergestellt unter streng ritueller Aufsicht Sr.BhrwUrdan Harrn Obarrabblntr Josef Chalm Sonnen feltf, || Jalfa, und de* „Chief-Rabbi" von Erez Israel, Sr. Bhrw. Herrn A. J. Kook, Jerusalem ' Ü|' Gepackt In hygienischen Kartons zu Vi kg .; H Oanerairapräsentäns für ganx Oesie^rälcft» Nathan Brodetzki, Wien, II., Leopoldsgasse 43, Telephon Nr. 46-1-90 Slllafen s Heinrich Bendlerter, I. Judengaste 11.' Jakob Weiß, II. Unt. Augarteitttr. 2S alman ftaioaporj, l |., Radetxkyitr. 7, Sabina Binder,,IX.« Hahng. 33, Josef Rosencs, IX., Georg.Sleg -Oasse 3, Blumenstock, XX.. TreuttraOe 12 und Louise Stein* Xtll., OltakringerstraQe 35 v Original Palästina-Weine aus ^Rlschon je Zlon" •: ■•' Zionistenl Erfüllet Eure Pflicht und kaufet zu Pessach nur Mazzoth aus Erez Israel i I weit entfernt vom religiösen Judentum. In meiner Jugend stand ich dieser jüdischen Religiosität geradezu feindlich gegenüber, später wurde sie mir gleichgültgii. .'In meiner Erinnerung steigt mein Kampf mit meinen Eltern in dem litauischen' Städtchen auf; als Ich gegen ihren Willen studieren ' und allgemeine- - Bildung erwerben wollte. Ich erinnere mich an die Zusammenkünfte; Gleichgesinnter im Wäldchen hinter der' Stadt und an die flammenden aufreizenden pFötes'treden gegen; das „finstere Städtchen." ■'"'!V , Heute aber ereignen sich hier so finstere furchtbare Dinge und wir leben, hier in einer, e r s t J c k e n d f i n s t e r e n, b l u t i g e n W e-l t, daß ich von Mitgefühl für .die . Leidenden, mögen'; sie »auch welcher Richtung immer angehören, er^iffeij'':: weVäe*v- ,.-0ä.;hat •steh, zum Beispiel in der letzten, leit^olgendes ereignet; In memer ■Stadt wurde., auf Gjiindi e.i.ner Denunziation .ffp^ ü*m 3 UM fc a^ i Vc'tf : 9 Uhr Jazz-Symphoniker u.Tango-Kap im rehoyterten. vefigrößertdn;Größen Saal!: . 'der J e ws e k: tieveTn'Mantf''^ de'n' du übrigensau'eh kennst —- unter der Anklage verhaftet, daß er in der Umgebung. -h^raifr^eisev -«nd^Chedärlmi erri'qht'e; Zehn Monate läng wurdd; der..arrrje .Teufe} vqn einer Behörde zur anderen geschleppt, ils.e.r;scliHeßJieh in;'den, Kerker geworfen .wurde." Alser im ^Gefängnisbat/iinTeftHin beten zü. dürfend ^rde'-ifi,^ dies in der brutalsten, Weise verweigert» so; daß er schließlich zum Hungerstreik griff.-. Aber - auch jetzt noch blieb die Jewsektie unerbittlich und wacht darüber, daßder Mann;gezwungen werde,, gegen s^fn" Gewissen/, und seine Ueberzeügüng zu. leben lind zu leiden.. . / . ' „Noch widerlicher'Jst der Fall, der -sich gleich- •.falls in unserer Stadt zugetragen-hat./ Es wurde eine förmliche .Räzzlä.''.auf j üdi sch e -'K i h de f unternommen; die denunziert worden waren, daß sie religiösen - oder hebräischen- Unterricht'genießen. Mit den unglaublichsten seelischen und körperHahen Qualen wurde versucht, aus ihnen den Na me u des 'L.ehrers und d e r Person e n zu erpressen, die mit der 'Angelegenheit irgendwie im Zusammenhang stehen. Bin zehnjähriger Knabe; der. besonders widerstandsfähig war und auf die Fragen jede Antwort verweigerte, ' wurde in den A r r e s t :g es te c k t und i 2 Tag e Das Lastauto auf S Rä^rnl Ein Erzeugnis der P r ä z i s i o n s w e. r k z e u g m a s c b l ,n e n f a b r i k ERNST KRAUSE & C9 A. G, ' 400 ka 600 kg 750 kg Karl Strakosch, Wien, L Bezirk, FicMeQasse 6 l a n g unausgesetzt rriit Fragen und Kreuzverhören g emartert,-um den Namen des Lehreraus ihm herauszubekommen., Der Junge blieb standhaft Es sind wahrlich/jugendliche Märtyrer!' Und diese kleinen roten Tprquemadas treiben ihren unjüdis'tfhen Hiiliganismus unter jüdischem Namen weiter, weil die jüdische Presse und die jüdische Oeffentlichkeit zu diesen unerhörten Vorgängen schweigt. Dem Henker wächst der Mut, wenn er sieht, daß sein Opfer keine Kraft zum Schreien hat . '. Die Bedeutung der pplniscfrett Wahlergebnissie. Aeußerurigen des Abgeordneten Grünbaum. Aus Warschau wird der „Neuen Welt" berichtet: In einer Pressekonferenz-, die am Dienstak hier stattfand, hat .der Abgeordnete Grü.W'baum offen erklärt, die Wahl eine Niederlage dieses Blochs bedeutet. Ihre Pflicht haben erfüllt die Juden und D e u t sc he h, diese haben sogar -w 100; Prozent für den" Block gestimmt. Gesiegt haben, wie. er ausführt, die Weißrussen',- insbesondere"- jedoch dievUkraiher. Die U; N. O. Ol .(ukräihisGhe Nationaldemokraten) sind iri; den Rändg'ebreiten' 'schwäch;.Es gab: antßeihälb 'des Ölöcks' mehrere ukrainische Listen.- '.Die: Annul- Tierung der Minderheitslisten in. Kowel; und :bidä-.-bedeutete für die Juden einen Verlust von acht Maiidatenv Hervörz'üihebert' ist auch; daß in den Randgebieten in den Wahlurnen „Wunder", natürlich zugunsten der' Regierungsliste geschehen sind.;;. Das Ergebnis der Wahlenist bei der •.•Schwächung der jüdischen Vertretung eine Stärkung. :deren Einheitlichkeit. Der von der Regierung galvanisierten, gestützten und aufgemunterten Assimilation' gelang es nicht) ihr Haupt wieder zu erheben. Sie ist e n dgültig tot. Die Aguda, der Bund, die, Poale^Zion sind geschlagen, Lieber mann und Di am and durchgefallen. Die 1 egitime Vertretung:der polnischen Juden haben einzig und allein die' Zion isten inne. Ihre Hegemonie in der jüdischen Gasse ist wieder erwiesen worden. Hoffentlich wird es den polnischen und galizischen jüdischen Afcgeordheten gelingen, sich im Sejm -zir gedeihlicher. AE.beit-'-zusamnwnzuÜnden. .'••.,. •. \ , Antisemitische Krawalle in Lemberg. Im Lemberger J udenviertel kam es. Montag nachmittags zu Demonstrationen polnischer Studenten. In zahlreichen jüdischen Häusern Wurden die Fensterscheiben eingeschlagen. Abends arteten die Unruhen in schwere Exzesse aus, im Verlauf derer auch Plünderungen jüdisoher Kaufläden vorfielen. Es mußte berittene Wache ausrücken, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Besonders arg wurde das j ii d i s c h e S t u d e.jatenheim hergenommen. 250 Personen, wurden verhaftet _ RUNDSCHAU. Die zweite Internationale und die Petljura-Pogrome. Die Zön'cher Konferenz der Exekutive der Zweiten Internationale hat endlich den Mut'aufgebracht, auch von der Schwarzbart-Petlijura-Affäre Kenntnis zu nehmen. Als im vorjährigen Frühherbst die jüdischen Sozialdemokraten eine Stellungnahme verlangten, wurde ihnen geantwortet, es sei dies im Augenblick nicht möglich. Der Prozeß hatte noch nicht stattgefunden, man könnte nicht wissen, wie sich die Pariser Geschworenen verhalten werden. Vorsicht ist der bessere Teil der Tapferkeit und so antwortete der Sekretär der Exekutive ausweichend. Vielleicht im nächsten Jahr. Der Sekretär ist Friedrich Adler, der in Attentatsfragen einige Erfahrung hat. Nun Ist der Prozeß vorbei, die Verhandlung wurde zu einer öffentlichen Verdammung der Pogrome und der Pogromlsten. Schwarzbart ist freigesprochen und