Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 2 (1928)
- Issue
- Heft 24 (2.3.1928)
- Date
- 1928-03-02
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 DIE NEUE WELT Seite,* ACHTUNG l WIENER HAUSBESITZER! Konzess Gebäud verwa ur übernimmt zu günstigen Bedingungen die Verwaltung von Häusern LÖS, WIEN, XX., TREUSTRASSE 27 TELePHO » 1P-8-1« besitzt, so daß es nicht notwendig gewesen wäre, das SchauspieJ der gerichtlichen Versteigerung eines Tempelsitzes zu liefern. Bei der Versteigerun« waren auch mehrere Christen erschienen und tatsächlich e r s t a n d: ein strenggläubiger Katholik den Tempel-' sitz in der Synagoge der strenggläubigen orthodoxen Kultusgemeinde von Groß-Tapolcsana. Welchen Gebrauch er von: seinem neuen Gut rnacheii wird, ist n-och nicht bekannt. Der Vorgänger Salomon Sulzers Gewöhnlich wird die Geschichte der Wiener Kultusgemeinde in Wien unct insbesondere .ihrer Synagogen sowie der in diesen Synagogen tätig gewesenen Funktionäre mit dem weltberühmten Wiener Kantor und Komponisten Salomon Sülzer begonnen. Es ist wenigen bekannt, daß noch vor ihm.in Wien ein Kantor fungierte, der, wenn auch nicht als Komponist, so doch als Chasan und für jene Zeit auch moderner Kantor einen weithin reichenden Ruf besaß. Es war dies Koppel M a r k b r e i t e r„ der, wie sein Grabstein verkündet, 58 Jahre hindurch „Vorbeter der Wiener Israeliten" war. In seinem soeben erschienenen Buch ..Lebensbilder berühmter Kantoren" schildert der Berliner Musikdirektor und Oberkantor der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Arbn Friedmann, den Lebensgang Koppel Markbreiters. Er wurde 1768 in Nikolsburg geboren, verlor im ersten Lebensjahre schon seinen; Vater und wurde im Alter von sfeben Monaten von seiner Mutter, nach Wien gebracht. Hier fand sie in Samson Wertheimer und Josel Edlen von Wertheimer wichtig« Förderer, die nuuh für die Erziehung des kleinen Koppel sorgten. Nach Vollendung seines dreizehnten Jahres ging Herren- und KnabenMeider M. ENGES. & Co., III., Marxergass« 16 Konkurrenz'ose «-rei^e! Telephon 8O-701 Majkbreiter nach Prag, wo er unter großen Entbehrungen ,,talmudischen und weltlichen Studien, oblag. ■.„• Später fand Markbreiter einen Förderer in d.enr .Rakonitzer. Kreisrabbiner Josef Deutsch, der den lernbegierigen, jedoch mittellosen Jüngling in seinem Hause beköstigte, und unterrichtete;. Mit großen Kenntnissen aus-, .gerüstet, ging Koppe! Markbreiter. 1791 nach Wien zurück.: JDort ja:nd er-freundliohe Aufnahme im .Hause von Jakob ..Po \ \ ak ajs Erzieher, seiner . Kinder.. Gleichzqitig ver- .pfliohtet .sich Markbreiter, seine Vorbeterkenntnisse im Gottesdienste, welcher im Pollakschen Hause abgehalten wurde, zur Verfügung zu stellen. Seine Vorbeterkenntrtisse befriedigten vollkommen, so daß er infolge seines guten ..Rufes als Kantor an die Gemeindesynagoge im Hause „Zum weißen Stern" berufen wurde. Als den Juden in . Wien der, Ankauf eines Hauses fttr gottesdienstliche und wohltätige Zwecke durch Kaiser Franz I. gestatet wurde, wodurch für die Wdener Gemeinde eine neue Periode begann, wurde Markbreiter von neuem für sein Amt vom Vorstande bestätigt. Auch bei dem Wiederaufbau des Gotteshauses, 1826,, und der. vorgenommenen Verherrlichung des: Gottesdienstes durch Gesang und Predigt, befriedigte Markbreiter mit seinen , Gesangsleistungen an Wochentagen, Sabbaten und Festtagen die Gemeinde vollauf. . (Am 11. Dezember 1841 beging; Koppel Markbreiter sein.. 50jähriges Amtsjubiläum als Kantor der Israelitischen Wiener Kultusgemeinde, aus welchem Anlaß die Kiiltusgemeinde eine große Feier veranstaltete. Arn 31. Dezember 1848 starb Koppel Markbreiter, von dem der vom Kultusvorstand entworfene Text der Grabinschrift rühmt, daß er „ein Ideal des reinsten und glühendsten mosaischen Glaubens, der treuesten Berufserfüllung, der Innigsten und edelsten Vater- und Nächstenliebe war. Er entschlief sanft in Gott im 81; Lebensjahr, am letzten Tage des welthistorischen Jahres 1848." Theater und Kunst. Jüdische Künstlerspiele. Die neuengagierte Soubrette Betty König vom Irving Place Theater (New York) beginnt Donnerstag den 1. März ihr Gastspiel. Zur Aufführung gelangt die Operette in drei Aken „O, ist das ein Bocher" von P. Sandmann. Dieses amerikarische Zugstück verbleibt die ganze Woche bis zum 8. März bei normalen Preisen auf dem Repertoire. Susi Mirjrm wird morgen Samstag den 3. d. M., 4 Uhr nachmittags, im Josefstädter Theater ihr neues Programm, das Stücke von Beethoven, Chopin, Glazounov, Heller, Schubert u. a., nach ihrem eigenen Empfinden tänzerisch gestaltet, umfaßt, vorführen. Der Kartenverkauf findet an den Kassen des Josefstädter Theaters statt. Telephon A 28-2-54. r Danksagung. Die endesgefertigten Veranstalter des IL •helrrätechen Konzertes, das am 19. d. M. im Großen Komzerthaussaale stattfand, empfinden es als angenehme Pflicht, Herrn Profesor Artur Wolf und sämtKohen mitwirkenden Künstlern, öffentlich ihren Dank für ihr 1111 eigennütziges und serbs-tloses Mitwirken auszusprechen. . N-icht mir, daß das Konzert der hebräischen KuJtu-rbewegung in Wien zur Ehre gereichte, konnten auch namhafte Summen dem Chajes-Walde und dem Ctoajes-Reai-: gymuasUun zugeführt werden. Herrn Professor Wolf gebührt'das hohe Verdienst, durch persönliche künstlerische Leitung und Heranziehung der übrigen Kräfte diesen Erfolg gesichert zu haben. Zionistische Pezirkssektion Jugendverein Leopddstad.t. „Erez Israel". 25jäh-i{jes Schrifts'eller Jubiläum. Unter dem Vorsitz des Herrn Professors W. Menkes hat sich ein Komitee gebildet, um das 25jährige Schriftstellerjubiläum des aIl-( gemein bekannten und beliebten jüdischen Schriftsellers Herrn Josef Grob zu feiern. Das Fest findet Samstag den 17. März l., J. statt. , Jftdlsche Bühne. II., fatiorstra^ö 12 (Hotel Stenhatiie). Woclienprogramm: ^reitaK. 2. Mörz; Premiere „Kelle Beile und C Ii a i rrt Janke 1". Lebensbild mit Gesnn.c in vier Akten von Freimann. Samstag. 3. bis Montau. 5. MSrz: „K c i I e B e i I c und C h a i ni J a n k c I . Sonntag. 3 Uhr näihmittasrs:. ..Der bMnde Maler". Lebensbild' In vier Akten. Mittwobli. 7. März: ..S c h i r H a s c h 1 r i m". komische, Operette in vier Akten von Schorr. Donnersta?, 8 März: „Schulym Baics". Lebensbild mit Gesang, in vier Akten von Richter. Besinn- 8 Uhr. Ende 11 Uhr. Mit1 Äiishnhme der-Sonn- und Feiertage freier Eintltt DienstaK, den 6. März wjr.d als Proriasniv nvorstellunir bei freiem Eint itt die Liblischc Operette von GoldfaJcn ..König Ahasvcr" aufgeführt Die Besetzung lautet: Ahasver — J. R.cism.ann, Habaman — E Schorr. Esthei — H. B r a c 1 a w s k a. Mordchaj — A. M e 1 2 c r, Wojsusiu — L. Glücks mann. Wesepiich — J. W a 1 d b e r g, Hasoch — A. Bell. Sci isch — A. G I a 11 s t c i n. Astronom — J. 8 r a 11 tf. Verband der jüdisdien Kauf« leufe und Gewerbetreibenden. (Wien.!.. Etisabethstraße 9,' I. «t f THV 10. Telephon 4S-V34. B 30-3-49. Si e 11 c n v e r rffi tt1 u rf g:" IMe1 jüdischen' Käiifleutcv Industriellen und Gewerbetreibenden werden in ihrem,, eigenen Interesse ersucht, ihren Bedarf an Büro- und Laserkräften, StunJenbuchha tern, Bücherrevisoren, Angestellten und ' Arbeltern aller Art dem" Sekretariat des Verbandes bekanntzuÄeben, wo sofort einwandfreie Kräfte kostenlos sur Verfügung gestellt werden.; Handel s vertrete rs'tcl I.e.- Der. Verband stellt einwandfreie, gev-erbenerechiiste, sprachen- und branchenkundige Handelsvertreter, reisende Kaufletite und Kommissl >nüre Sofort kostenlos zur Verfügung. Rechtsschutzuad Beratungsstelle: Sprechstunden der Verbandsanwölto finden jeden Diensta? von 6 bis 7 Uhr abends und Donnerstag von 7 bis 8 Uhr abends im'Wiener Btireercafd kostenlos statt. Steuerberatungsstelle: Täglich von 3 bis. 5 Uhr nachmittags bei den Verbandssteueranwälten über Anweisung des Sekretariats. Versicherungsse k tion: Der Verband hat durch einen BegUnstlgungsvcrtrag Ermäßigungen und Vorteile bei Abschluß von Versicherungen aller Art festgelegt. Mosterschau: Internationale permauente Musterschau in allen . Branchen für Handel. Industrie und Gewerbe kostenlos. Angebote und Nachfragen, aus > allen Branchen und Ländern staM'islert. stehen kostenlos zur Verfügung. Auskünfte aller Art sowie auch MitslieJcraufiia'ime im Verbandssekretnriat Jeden Disnstag von 6 bis 7 Uhr abends und Donnerstag von 7 bis 8 Uhr abends Im Wiener Btlrgerca'c Khcndort jeden Donnerstag 8 Uhr abends Plenarversammlung. Mitßliedsbeitrag S C halbjährig. 2180 2181 Angebote und Nachfragen. Firma In G v t h i 0 n, Griechenland, offeriert Valloncen. Firma in C i e s z y n. Polen, benötigt Bäckerei- und Siebmaschinen. Firma in Smy.rna will Holzleisten lür Ruhinen kaureu. 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Ehrlich eine Resolution angenommen, in welcher gegen de jsci>lo.,te i».iotciS.ci.uUnoveilc schärfster Widerspruch erhoben wird, weil durch alese Novelle uuzühligc jüdische .Kaufleute und Gewerbetreibende in den Ruin get-ieben svüidcn. Hierauf wurde eine sehr lebhafte Diskussion über die Stellungnahme der wirtschaftlichen Henifsgruppeii zu den bevorstehenden Kultusratswahlen abgeführt. ... Ing. Obcrhaurat Robert Stricker führte das Hauptre'erat und':es wurde einstimmig der Beschluß gefaxt, mit den Jlldischnationalen gemeinsam für die Forderungen und Interessen der, jüdischen; Kaufleute zu kämpfen. , Predigten in den israelitischen Geme:ndetempeln. Freitag den 2. März 1928 werden bei dem um 5 Uhr 40 Min. beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeindetempeln Predigten abgehalten» und zwar: XVI., Hubergasse ß (Rabbiner Dr. /. M. Bach); XV11I., Schopenhauerstraße 3(J (Rabbiner Dr. D... Feuchtwang). Samstag den 3. März 1923 findet im Oemeindetempel, XXI., HolZmeistergasse 12, beim Morgengottesdienst 12 (Rabbiner Dr. M. Rösenniann); Beginn 8 Uhr 30 Minuten, ein exegetischer Vortrag statt. — Samstag den 3. März, 3 Uhr nachmittags, Jugendgottesdienst, in den Gemeinde* und Bezirkssynagogen.- SPEZIALIST Itür Kind«" und Mädchenzimmer-, KUchenur<j Vor ■ «lmm*r>MOuei,. .'.cfilafiauuui s. Ij wans und Ottomanen eg«- ■ nei Buciguna. Qe-chaf sbes and seit tO Jahren. Motto: Orotta ■ Umsatzkleiner Nut en. Größte Au wahll B lllesie Prele. ■ Joitff Kobllt« « 5ohn. VU.f SUb»n«frng. 13 | Sämtliche KLAVIERE auch auf Marken W. KREITLER A Teilzahlung! IX. Universität«« lr»A^ JÜDISCHE SPORT- UND TURN BEWEGUNG. Dr. Körner-Turnier der Schachsektion „Hakoah". Das Cafe Zentral prangt im Flaggenschmuck. Im wunderschönen, zu den Sehenswürdigkeiten Wiens zählenden Arkadensaal drängen sich die überaus zahlreich erschienenen Schachfreunde, um Zeugen eines Turniers zu sein, bei welchem internationale Großmeister mit aufstrebenden Talenten ihre Klingen kreuzen. Das Turnier (führt den Namen des langjährigen Präsidenten der Hakoah Dr. Körner. Zu seinen Ehren wurde diese Veranstaltung von der Sciiachseiktioh „Hakoah" ins Loben gerufen, und zwar nicht nur deswegen, um einer in der Generalversammlung, übernommenen Verpflichtung nachzukommen, sondern um auch dem langjährigen Förderer einen Teil, ihrer Dankesschuld abzutragen. t Das Turnier nimmt einen sehr interessanten, Verlauf Der erste Spieltag stand im Zeichen eines Debakels der Großmeister. Dr. T a r t a k o w e r verlor gegen den Vorkämpfer der Wiener Amateure Prof. Becker ,und S p 1 e '1 mann gegen T a k ä c s, der ,. in den .Farben Ha>kqahs , den Wbg. zur Meisterschaift... zurücklegte, DJe sonstigen Ergebnisse waren: Glaß gewinnt gegen S. R. W o 1 f - und remis die Partien K m o c h—G r ü n f e 1 d und D ö r y—L i e c h t e n s t e i n. Die Spiele Re1 i: i— Müller und I g e 1—B c irt'u m wurden in zientlich ausgeglichenen Stellungen abgebrochen. Am zweiten Spieltag gelang es den Großmeistern sich zu rehabilitieren. S p i e 1 m a n n gewann in schöneru Stil gegen Beutum, ebenso R 61i gegen Glaß und T a r t a k o w e r gegen I g e l Die Partien L i e c h t e feste i n—K in o c h, T a k ä c s—D ö r y, G r ü n f e 1 d—S. R. Wolf und Müller—Becker' <vurden1 remis:' ■ ' Die dritte Runde brachte das erste Zusammentreffen zweier Großmeister mit der Partie R6li—Grünfeld. Das von R6ti englisch . eröffnete: Spiel ist nach hartem, zähem Kampf remis geworden. Bemerkenswert ist der Sieg des Khibmeisters der Hakoah, Liechtenstein gegen S. R. Wolf. Die Partie Becker-^G 1 aß endigte mit einem Sieg des Ersteren. Unentschieden die Spiele Döry—Spiel mann und Kmoch—Takäcs. Unlbcendigt ist noch die Partie Igel—Müller. Auch die kommenden Spieltage (Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, halb 6 Uhr) lassen schöne Kämpfe erwarten. Das Ringen um die Siegespalme wird sich heiß gestalten. 0. S. Bravo Hakoah! Auch im siebenten Spiel, das die H a k o a h in dieser Saison zu absolvieren hatte, gelang es dem Gegner nicht,, die jüdische Mannschaft zu bezwingen. Wohl langte es diesmal nicht zu einem Sieg, aber auch das Unentschieden« das im Meisterschaftskampr gegen den First Viemia Football Club erzielt wurde, ist als voller Erfolg zu werten- Die Hakoah trat unter den ungünstigsten Verhältnissen zu diesem vvichtigen Kampfe an. S c h ö n f e 1 d, Ne uf e 1 d und Kes 11 e r kamen infolge Verletzung und Krankheit überhaupt nicht in Betracht andere Halbmarode, wie Brandes, Barbak und Feld mann, mußten heran- §ezogen werden. Und als dann bald nach Spielbeginn; cheuer durch einen bösen Tritt, den er ins Kme erhiefo außer Gefecht gesetzt wurde, da sanken die Hoffnungen, auf ein Minimum herab. Aber die Mannschaft belehrte Freund und Feind eines Besseren. Sie kämpfte mit grenzenloser Aufopferung und Begeisterung, allen voran die brave Hintermannschaft, die den fast ununterbrochenen Sturmläufen des gegnerischen Angriffes Trotz bot. Rosenfeld, Feldmann und H e ß (letzterer versah an Stelle Scheuers den rechten Verteidigerposten) bildeten ein schier unüberwindliches Bollwerk. Der schwer havarierte Scheuer leistete sowohl in der Verteidigung als auch in der Deckung werfvolle Hilfsdienste. Obwohl er mehrmals zusammenbrach, raffte sich dieser treueste Kämpfer, der jemals die Hakoahdreß geträgen, immer wieder auf, um seine Mannschaft nicht im Stiche zu lassen. In der Deckung war der unermüdliche S t ra ß der Beste, während P o 11 a k, der ei.icn schlechten Start hatte — ihm behagte der tiefe Boden absolut nicht — erst im letzten Drittel des Spieles zur vollen Form auflief. Brandes, der seit vierzehn Tagen an einer Verletzung laboriert und trotzdem immer wieder antreten muß, weil sein Ersatzmann Strauß nach eiuec Grippe reköuvaie&ieat ist, stand das Tempo aicto