Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 1 (1927)
- Issue
- Heft 13 (16.12.1927)
- Date
- 1927-12-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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'Nr. 13 DIE NEUE WECT Seite ff Jüdische Völkerbundliga für Oesterreich. Der Vorstand , der Jüdischen Völker-bundliga für Oesterreich, der in der am. 5. Dezember stattgehabten Generalversammlung neugewählt wurde, besteht ausv folgenden Herreni Präsident Oberrabbiner .Dr. Chajes, Hofrat, Prof- Dr. S. Frankfurter und D. Leo Feldhammer als Vizepräsidenten, ferner Direktor S. Epler, Dr. Desider F r i e d m a n n, Dr. N. M. G e I h e r, Dr. Oskar Harbach, Maler Lazar Kre'stin, Vizepräsident der Kultusgemeinde Dr. Josef L ö w e n h e r z, Chefredakteur Julius LÖwy, Dr. Isidor Margulies, Dr. Leopold Piaschices, Rabbiner Dr. M. Rosen feld, Dr. David ROit'hblum, O'berbaurat Ing. Robert Stricker und Dr..Israel Waldmann, Gesamtverband jüdischer Hochschüler Oesterreichs «judäa««. . .; Am 10. und 11. Dezember hat hier der Delegiertentag des Gesamtverbandes jüdischer Hochsohüler Oesterreichs „Jiudäa" stattgefunden. Es wurde u. a. einstimmig beschlossen, eine Protestresolution gegen die Exzesse an den Hochschulen Rumäniens und Ungarns an den'Vö 1 kerb und zu rächten'. Der neugewähltc Hochschulausschuß setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Präses Doktor Eduard Pachtmann, Dr. Ghaim Bernstein, Leo Menczer, Robert Manier, Wolf Podhorzer,. Robert Newmann , und Perl. . ' '' . Wladimir Burzew über die 'Krimkolonisation. .WUadimir Burzew ist dieser Tage in Warschau eingetroffen. Er ist der bekannte 'Revolutionär, der in der zaristischen Zeit als einer der energischesten Bekämpf er der Ochrania und.des Spitzelwesens igefürohtet'war. Er war unter anderem der Entlarver Aizews, dessen Denunziationen viele Menschen in den Kerker brachten. Gegenwärtig gilt Burzew als einer der besten Kenner der sowjetistiscben Tscheka, der bolsohewikisohen Fortsetzung der Ochrana. Bei einem JPressempfang in Warschau wurde Burzew auch über die von7 den Sowjets (unternommene AnsiedJuiig von Juden auif'der Krim befragt. Burzew erklärte, er sei der gleichen Meinung wie sein Freund, der Advokat Sli /sb erg, der diese.. Kolonisation als ein gefährliches Unteraebmen und ate gewöhnlichenbolschewikäsche/n <Huai* g" bezeichnet. , 60. Geburtstag Leo Motzkins. Am 6. Dezember feierte in Berlin Leo Motzkin seinen 60. Geburtstag. Bei der großen Popularität, deren sich Motzkin nicht nur in zionistischen, sondern auch in fast allen jüdischen Kreisen dank seiner vielfachen Tätig» keit auf. Jast allen Gebieten des Jüdischen Lebens erfreut, erübrigt sich es hier wohl, des näheren die hingebungsvolle Anbeit zu schildern, die Motzkin dank seiner geradezu unermüdlich* en Arbeitskraft auf allen diesen Tätigkeitsgebieten. leistet. Erwähnt sei insbesondere seine Arbeit auf dem Gebiet des Minoritätenschutzes. Motzkan wurde 1867 in einem Ort bei Kiew'als der Sohn eines Jüdischen Gelehrten geboren; Dr. Klee — Mitglied des Verwaltungsrates der I .C. A. Der neue Vorstand der jüdischen Gemeinde Berlin bat in seiner Sitzung vom 8. Dezember den bekannten Zionisten Dr. Alfred Klee ®um Vertreter der jüdischen Gemeinde Berlin im Verwaltungsrat der Jewish Colonisation 'Association (J. CA.) gewählt Es äst das erstemal, daß ein Zäondst Mitglied des VerwaJtungsrates der J. C. A. wird, in dem bekanntlich drei Vertreter des, deutschen Judentums Eine französisch-palästinensische Handelskammer. : Die kürzlich in Paris unter Mitwirkung der Gesellschaft J^rance-Palestine" begründete Französisoh-palästiiiehsiche •Handelskammer hat bereits ihre Tätigkeit begonnen. Ehrenpräsident istder frühere Minister und Präsident der internationalen Handelskammer, Senator Etuenne .Clem dn t e Ii'. Präsident der frühere Minister Senator Justin Godard, der zugleich auch Präsident der Gesellschaft „FranceHpalestine" usf. Es wurde bereits die. Verbindung mit dem'französichen Konsul in Palästina aufgenommen. Bei Regen. Wioi, Käiiel , wird man leicht von Erkaltung befallen. Man muß daher rechtzeitig Sorge dafür tragen, daß im Hause nie fehle der in seiner schmerzlindernden Wirkung einzige DIANA- Franzbranntwein! mit Menthol welcher für Massage, Einreibung, Umschlüge , und als Gurgelwasser gleich unentbehrlich ist. Nehmen Sie nur Diana!) Wvrtlot« Na<hahmung«n weifen $1« •ntichl«d«n xurUckl Uet>«r?ll erhftltllch. «Att i'Un ®*wtuH^ * * S*f. 3 mal die große Prämie 9 mal größte Haupttreffer der Kiassentotterie in kurzer Zeit von glücklichen Kunden der „Glückstelle Stein11 gewonnen. Auch Sie sollen gewinnen 3/4 Millionen Schilling Schilling 500.000 2B0.000 100.000 Schilling 75 000 60.000 50.000 oder einen der vielen anderen Häupttreffen. Ziehung I. Klasse 28. u. 30. Dezember 1/1 Los S 32.- 1/4 Los S 8.- 1/8 Los S 4.- Zahlung nach Erhalt der Lose mit Posterlagscheln. Bestellen Sie per Postkarte bei ' „GLÜCKSTELLE" JOSEF STEIN Wien, I. Wlppllngerstr. 21 an der „Hohen Brücke" AUS PALÄSTINA. Frauen- und Kinderschutzgesetz. .. Die Jcrusalemer „Official Gazette" veröffentlicht den Gesetzentwurf 'betreffend den Schutas von Frauen und Kindern in Industrie und Gewerbe. Das Gesetz gibt dem Oberkommis.sär Vollmacht, die erforderlichen Anordnungen zu treffen und eine Liste gesundheitsschädlicher Industrien anzulegen, in ' denen künftighin 'Frauen und Kinder nicht b e s ah ä f t i g t werden dürfen. Nach dem Entwurf ist. die Beschäftigung von Kindern unter ^2 Jahren sowie die mehr als täglich achtstündige Beschäftigung von Kindern unter 16 Jahren verboten. Eine regelmäßige Fabriks und Werkstätteninspektion ist vorgesehen. Die Vorschriften des Gesetzes haben für die Landwirtschaft keine Geltung. Die Juden in der Polizei. Nach einer am 4. Dezember in Jerusalem veröffentlichten Statistik gibt e»'unter den 12q0 Offizieren-und Mannschaften der" Pölizeimacht, Palästinas im ganzen 110 Juden. Die Benachteiligung des jüdischen Elementes in der Polizei und im Grenzschutz Palästinas ist seit langem Gegenstand von Beschwerden seitens der judenheit Palästinas und ihrer Vertreterschaft, des Waad Leumi. Wie, erinnerlich, hat der Waad Leumi -in einem umfangreichen Memorandum an " d i e M a n d a t;s;komm i s s i o n des Völkerbundes darüber Beschwerde geführt, daß die Juden, die in der Zeit' der Okkupation, Palästinas durch die Engländer Inder Landespolizeimacht stark vertreten .waren, wegen der'hier , herrschenden Zustände gezwungen sind, in immer größerer .Zahl diese Körperschaft zu verlassen. Das Gehalt der Polizei steht tief unter, dem Minirnum der betreffenden Sätze in Europa. So kommt es, daß sogar in rein jüdischen Städten und Vierteln die jüdischen Polizisten, allmählich verschwinden und a r ab i s c h e n P o 1 izisten Platz machen. Die zwischen der Regierung und dem Waad Leumi getroffene Abmachung, daß die Poiizeitruppe mindestens zu einem Drittel aus Juden bestehen soll, wird nicht e i n g e h a 11 e n. Die hebräische Sprache, eine der offiziellen Landessprachen, wird in der Polizeiverwaltung nicht respektiert. x Die-Arbeitslosen. Die Mitglieder der palästinensischen .zionistischen Exekutive, Miß Henriette SzoJd, Kolonol K i s ch und /Harry Sa eher sowie der Schatzmeister van.Vriesland, besprachen mit dem Oberkommissär Lord Plummer das Problem der Linderung der Arbeitslosigkeit und begründeten gegenüber der Regierung, die dringende Forderung, sofort mit der. Durchführung öffentlicher Arbeiten zu beginnen, um die Arbeitslosen zu beschäftigen. Lord PI um er erwiderte, er werde .in dieser Sache sein Bestes tun. Die Entwicklung der Industrie. Aus-Jerusalem wird uns geschrieben>ln letzter-Zeit entwickelt sich d i e j üd1 sc h c Industrie in Palästina an sehr zufriedenstellender Weise. Dies -trifft sowohl auf die mittlere Industrie in Tcl-Awiw, wo Fabriken, wie die TextiKabrik-Lodzia und;die Schokoladenfabrik Lieber, voll''beschäftigt sind, als insbesondere auch auf die Großindustrie bei Haifa zu. Die jüdische Industrie in Palästina arbeitet in vollem Betrieb, zum Teil sogar mit doppelten und dreifachen Schichten, und hat' sich in der letzten Zeit auch in Syrien, Aegypten und Transjordanien einen guten Absatzmarkt geschaffen. Die Fabrik „Nescher" arbeitet mit vollem Betrieb. Sie beschäftigt 230 Arbeiter in drei Schichten.' Die Rohstoffe, Zement und Lehm, werden am Orte gewonnen und G i p s aus der Umgebungvon Milohahiiah (früher aus Zypern) eingeführt. Nur die Steinkohlen kommen aus dem Ausland. In den .Kalkgruben arbeiten etwa 7 0 A r a b e r, die von einem arabischen Unternehmer angestellt sind, der verpflichtet ist, eine bestimmte Anzahl Waggons täglich zu liefern. Beim Ausgraben des .Lehms arbeiten Juden. Das Ausladen der Kohle aus den'Schien geschah zuerst , durch Araber, während jetz,t,dabei Juden tätig sind. Die technische Leitung der Fabrik liegt fast ausschließlich iu Händen von Deutschen (Nichtjuden). Der maximale Lohn des gelernten jüdischen Arbeiters beträgt Pfund Sterling 15, monatlich. Auch die Fabrik „Schemen" in Haifa arbeitet in drei Schichten und ruht nur 2 Stunden wöchentlich. Die Zahl der Arbeiter beträgt 160, die alle Juden sind. Die Fabrik bringt verschiedene Oele, Speiseöl und FartböL. Waschseife und Toiletteseife auf den Markt. Die Hälfte/ der produzierten Seife und ein Drittel der Oele werden Ins Ausland, hauptsächlich nach Syrien und Aegypten, ausgeführt. In den Großmühlen von Haifa arbeiten zwei Schichten von 7 Uhr früh bis 11 Uhr abends. Auch in der Mazcoth- Abteilung arbeiten zwei Schichten. Das Mehl wird hauptr sächlich an Araber verkauft. Die Ausfuhr von Mehl nach Syrien hat bereits eingesetzt. Die Unterrichtsverordnung. Colonel Sym.es','' der Chefse'kretär der Palästina- Regierung, hat einer Abordnung des Waad Leumi mitgeteilt,.' daß die Regierungsverordnung über den Unterricht, gegen die die Judenschaft Einwände erhoben hatten, . 'vorläufig n i c h t i n Kr a f t t r,i 11. Die» Regierung wird das Gesetz abändern und dabei, die von allen Seiten erhobenen Einwände berücksichtigen. Der neue Leiter des hebräischen Schulwesens. Dr. Isaak B. ße rkson, ein in New .York sehr an«; gesehener Fachmann auf dem Gebiete der Erziehung, ist zum Direktor des Ünterrichtsausschusses der Palästinensisch- Zionistichen Exekutive und damit zum Leiter des gesamten hebräischen Schulwesens ernannt worden. Dr. Berkson war Direktor des Central-Jewish-Instätuts in New York, und Inspektor des Schulwesens, und des Fortbildungswesensdes New Yorker Bureaus fmy jüdischen Unterricht. Er war auch Dozent für Pädagogik am Jewish- Institute of Religion. .; ,: Die Bezalel-Kunstschule geschlossen. Nachdem die palästinensische zionistische Exekutive in Verfolg ihres Sparsystems der Jerusalemer Kunst- Und Kunstgewerbeschule Bezalel die Subvention entzo'gen hat, mußte diese Schule ihre Tore schließen. In den intellektuellen und künstlerischen Kreisen, des'Landes hat die Schließung dieser in der ganzen Welt berühmten Schule Betrübnis erweckt. . Die Bezalel-Schule war ini Jahre 1906 von Professor Boris Schat.z begründet worden und konnte vor kurzem die Feier ihres 20jährigen Bestehens begehen. Der Schule ist das ebenfalls von Professor Boris Schatz begründete i üdi s c h e N a t i o n a 1 m u s e u m angeschlossen, das mehr als 5000 Gemälde, Statuen und andere Kunstwerke enthält, unter ihnen solche von Josef Israels, Max Lieber- , mann, Hirschenberg und Glicenstein.' Die neuen Münzen. < ' Die Anglo-Pafcstine Bank erhielt von der N e w- Yorker Staatsbank teleg^aphisch die Bitte um sofortige üebersendung von neuen Palästinamünzen im Wert von 2Ö00 Dollar, die dort für Palästinareisende gebraucht werden. Die Münzen sind auch sonst von Sammlern in Amerika begehrt. Auch aus anderen Ländern trfeffen Ge-. suche Um Üebersendung von Münzen ein, Beginn des. Hafenbaues in Haifa. Im Hinblick auf die erfolgreiche Placierung der 4,5-Millionen-Pfund-AnIeihe der Palästinaregierung auf dem Londoner Markt werden die Arbeiten zum Bau des großen Hafens in Haifa beschleunigt autgenommen werden. So- , eben ist, wie bereits in Nr. 12 berichtet, eine Gruppe britischer Ingenieure in Haifa eingetroffen, um den Bauplan zu prüfen. .Diesen Plan hat bekanntlich im Jahre 1923 der englische Hafenbauexperte Ing. Frederick P a 1 m e r entworfen. Der Kostenvoranschlag beträgt 1 Million Pfund» in weiche Summe schondie Erbauung von Kran- und Eiseubahnanlagen sowie eines Zollhauses eingeschlossen ist. Dje Erbauung des^Hafens von Haifa ist die erste öffentliche Arbeit, die aus'dem ÄnJeiheertr ägnis durch« geluhrt w4rd.