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Die neue Welt · 1927-11-25 · Heft 10 (25.11.1927) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
1 (1927)
Issue
Heft 10 (25.11.1927)
Date
1927-11-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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.Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 10 Dividende laut Beschluß vom Dividende laut Beschluß vom (Jüdische Colonialbank) 10, Walbrook, London E. C. 4. Es wird hiedurch mitgeteilt, daß gemäß-§ 136 A der Gesellschaftsstatuten und gemäß der Beschlüsse, welche in entsprechender Form durch die Direktoren bezüglich der Dividendencoupons Nr. 5, 6, 7, 8, 9, 11; und 12 der Gesellschaftsaktien gefaßt wurden, die genannten Coupons zugunsten der Gesellschaft annulliert wurden. Die Annullierung der Coupons betrifft die Dividenden, welche durch die nachfolgenden Generalversammlungen ausgewiesen wurden: Coupon Nr. 5, Dividende " laut Beschluß vom 3. VIII. 1909. Coupon Nr. 6, 28. VI. 1910. Coupon Nr. 7, 14. VIII. 1911. Coupon Nr. 8, Dividende laut Beschluß vom 3. IX. 1912. Coupon Nr. 9, Dividende laut Beschluß vom 9. IX. 1913. Coupon Nr. 11, Dividende laut Beschluß vom S. IX. 1921. Coupon Nr. 12, Dividende laut Beschluß vom 31. VIII. 1922. , Die Dividenden auf die Coupons 5. 6 und 7 sind durch einen Beschluß annulliert worden, welcher in der Sitzung der Direktoren am 17. und 18. August 1916 angenommen wurde. Die Dividenden auf die Coupons 8. 9 und 11 sind durch einen Beschluß der- Direktoren in der Sitzung vom 5. Juli 1927 annulliert worden. Die Dividende auf den Coupon Nr. 12 ist annulliert worden in einer Sitzung am 4. September 1927. Es wird hiedurch weiter bekannt gegeben, daß h®; Sinne des § 136 A alle Beschlüsse der Direktofen nach Ablauf von drei Jahren nach Veröffentlichung dieser Verlautbarung in Kraft treten. .' L o n d o n. 30. Oktober 1927. S. K o s t a, Sekretär. III. M ARXE R GASS E 30-32 VI.MARIAHI LF ER STR. Telephon ^"t 2 1 '? V c i i a n g e n 5i eyP r ös p e;k te,1 Jüdisches Lehrlingsheim „Zukunft" IX;, Grüne Tqrgasse 26 Chanukah-Akademie llllilllllllllHIIIIp Sonntag, den 11. Dezember 1927| halb 8 Uhr abends in den „kunstspielen8, I., Riemergasse IV. Ein reichhaltiges Programm mit einer dramatischen $zene von Perez, einem lustigen Einakter, einer hebräischen Arbeiter-Szene und verschiedenen .gesanglichen und musikalischen Darbietungen .wird von den, Möglingen zur Aufführung gebracht. Fortlaufendes Programm mit Konzert-Einlagen. Eintrütafcirieii von S 1.- bis S 4.- (für Jugendliche S r-.50) im Lehrlingsheim / Tel.16-3-23 Zu b«lehen's(n Aj)QÜi»kw, Drogerien etc. Hauptdepot: Sigl-Qumml, Tel.95-2-12 \HJ^EIR n VERHILFT BAUINGENIEUR nwniiiiuiinHimiiiiuiiiiniiiiüririiiiiiiHiiniHiuniniJHrmiiiifij! Jude. Dreisslger, zu Lebens« Stellung t Auch Uberseeisch. Unter „500 Schilling an die Verwaltung des Blattes. Der Ursprung des Familiennamens Bloch. Seit einigen Wochen wird in den englisch-jüdischen Blättern eine Diskussion über den Ursprung und die Bedeutung des unter den Juden so stark verbreiteten Familiennamens Bloch abgeführt. Sehr interessant sind die Bemerkungen von J. B r u t z k u s im „Jewish Chronicle" in dieser Frage. Er verweist darauf, daß in polnisch-jüdischen Dokumenten der Name Bloch bis in das fünfzehnte Jahrhundert zurück verfolgt werden konnte und zu jener Zeit auch unter dem Namen Vloch auftaucht. Vloch bedeute aber in der polnischen und südrussischen- Sprache nichts anderes als „Italiener", ein Name, mit dem alle Juden,, die aus Italien nach Polen eingewandert waren, benannt wurden. Im 15. utid 16. Jahrhundert gab es zeitweilig nicht unbeträchtliche Einwanderungen von Juden aus Italien nach Polen und Litauen. Im Jahre 1490 schloß der Präsident der jüdischen Gemeinde von Venedig, Anseimus, einen die .Einwanderung von Juden aus Vcnedigund Padua behandelnden Pakt mit König Kasimir von Polen. Diese Juden, die sich in Gaiizien und Litauen ansiedelten, trugen, den Beinamen Vloch, Bloch oder Voloch. Unter den Juden im nördlichen Polen war im Mittelalter das deutsche Wort W a 1 zur Bezeichnung von Italien sehr gebräuchlich. Der berühmte litauische Jude aus dem 16. Jahrhundert Saul Ben J e h U' d a von Brest, der nach einer Legende einen halben Tag lang König von Polen war, trug gleichfalls den Namen Wal und stammte aus Padua. Desselben Ursprungs sind auch die jüdischen Familiennamen Wahl, Weil, Wall, Wälsch, Wäller, Wallisch u. a. m., denen man in den verschiedenen Ländern auch heute noch begegnet. Italienischen Ursprungs sind auch andere in Rußland und Polen geläufige jüdische Familiennamen, wie: Rumer, Padua, - Trester (Triester), Benedick (Venedig?). Rein italienische Namen finden sich auch heute noch unter den Juden in der Krim, wo man auch jetzt noch jüdischen Namen, wie: Lambroso, Caio, Tasso, Angelo und Manso, begegnet. Die Juden in Australien. Vor kurz'em weilte in Lodz Herr S. M.. Stein, der seit 35 Jahren in Australien lebt und einem Mitarbeiter des „Lodzer Tagblatt" beachtenswerte Mitteilungen über die Einwanderung und Ansiedlungsmögiiclrkeiten für Juden in Australien machte. Die Einwanderung von Juden nach Australien begann noch in-den 80er Jahren zur Zeit des ersten großen Auswanderungsstromes aus Rußland. Die meisten dieser ersten jüdischen Einwanderer widmeten sich dem Handel, dem Handwerk, und ein Teil auch der Landwirtschaft. Vor etwa 15 Jahren kam ein Odessaer Jude namens Fink eist ein mit Frau und drei jungen, kräftigen Söhnen nach Australien; Die Familie ging sofort .zu^.landwirtschaftlicher Arbeit und erwies sich als so tüchtig auf diesem Gebiete, daß sie die Förderung durch die Behörden und die Bevölkerung fand. Finkelstein errichtete auf dem ihm'gratis übeflassenen Boden eine M u s t e r f a r m, und heute ist er der reichste und angesehenste Farmer in Westaustralien. Er besitzt 15.000 Acker Boden und wird der „Weizenkönig" genannt. Er ist auch ein Berater der australischen und der .englischen Reichsregierung in allen landwirtschaftlichen Fragen. Australien besitzt noch ungeheure brachliegende Bodenflächen, weshalb die australische Regierung allen Einwanderern, die ernstlich entschlossen sind, 'sich .dauernd praktisch und selbsttätig der Landwirtschaft zu widmen, die weitestgehenden Erleichterungen bietet. Auch für' gelernte Handwerker, wie Tischler, Schneider und, andere Gewerbe, bieten sich in Australien gute Verdienstmöglichkeiten, Der durchschnittliche Wochenverdienst beläuft >sich auf ungefähr 35 Dollar, während die Erhaltungskosten .einer Familie von fünf Personen etwa 17 Dollar betragen. Jeder Einwanderer, der auf eigene Verantwortung nach Australien auswandern will, muß, um, vom englischem, Konsul das Visum, zu erhalten, 200 Dollar in barem vorweisen,. Inr Falle der Haftung eines australischen Bürgers kann der Nachweis des Besitzes nachgesehen werden. In den wichtigsten Hafenstädten bestehen jüdische Gemeinschaften," die auch als Einwandererorganisationen wirken. In; allen größeren Städten und jüdischen Siedlungen, wie Sidney, Melbourne und Pert, gibt es eine ganze Anzahl religiöser und sozialer Einrichtungen, hebräische Schulen, Kindergärten, deren Lehrkräfte zum größten Teile aus Palä^tiria bezogen werden, da diese neben der hebräischen auch die englische Sprache beherrschen. *• ,< J Die Arbeit der Juden wird sowohl von der Bevölk'9-. mKmmmwmmMamBmBBmmm&mmmnmmnHwmmmmummmm1 Efne Neuheit für Frauen! Die bekannte Firma SjGI- GUMMI, Wien, HI., Marxergasse 14. Telephon 95-2-13, bringt eine neue Monatsbinde in den Handel, die sich' vp,'n der bisherigen wesentlich unterscheidet. Diese Monatsbinde scheuert den Körper nicht wund, hitzt die Haut nicht, erzeugt keine Wunden und Ekzeme und ist ein durchaus zuverlässiger Schutz gegen das Beschmutzen von Wäsche und Kleidern. Es ist eine Binde von weißem Gummi, sauber und leicht zu reinigen, elastisch, jeder Bewegung desKörpers folgend. Zwei flache Schlingen halte« die hygienischen Watte-Einlagen, die so angebracht sind, daß ein Boschmutzen der Wäsche vollkommen ausgeschlossen ist. Die Watte-Einlagen — die äußerst billig smd — werden nach Gebrauch einfach verbrannt. Die Gummibinde selbst bleibt immer sauber. Hervorragende Frauenärzte und Frauen selbst haben das Erscheinen der ,S$l- Monatsbinde besonders begrüßt. P Die besten Anzugstoffe, die modernsten Hosenr, Winterrock- und Raglanstoffe zu unvergleichlich billigen Preiset?, bei der Reston-Verkaitisgesellschaft, VI.. Maria-, hilferstraße 3. rung als auch von der Regierung m vollem Maße gewürdigt. Juden nahmen und nehmen hohe öffentliche Stellen ein, so z. B. war der "jüdische General Sir Moftäsh zur Zeit des Weltkrieges Oberkommandamt der;austfa!isctoen Armee, und als Lord Allenby an die Front ging, wurde/ Monash zu seinem Stellvertreter ernannt. Die große Be- Jiebtheit, deren sich dieser Mann in ganz Australien erfreut, ist auch aus dem Umstände zuermessen, daß ihm in Mel* bourne ein Denknial errichtet wurde. Sir Monäsh,1 der selbst Fabrikant ist und.seine Unternehmungen persönlich leitet,, steht auch heute noch an wichtigen Stellen im öffentlichen Leben von Australien. Sowohl er als auch der gegenwärtige Speaker (Präsident) des australischen Parlaments, Daniel Levy, stammen aus Rußland, woher sie vor vielen Jahren als. .junge Einwanderer gekommen waren. Parlamentspräsident Levy ist seit 27 Jahren ununterbrochen Mitglied des Parlaments, in welchem er als führendes Mitglied der demokratischen Partei tätig ist. Zum Schluß beklagte sich Herr Stein darüber, daß zur Zeit der Judenpogrome in der Ukraine die Juen von Australien in einer Landeskonferenz den Beschluß gefaßt hatten, 40 jüdische Pogromwaisen nach Australien zu bringen, sie zur Landwirtschaft zu erziehen und für ihr Fortkommen zu sorgen. Trotz wiederholter Bitten und Urgenten in London sei'diesem Ansuchen bisher ni-c,ht en tsproc h cn, während die englische Regierung und englische Gesellschaften unausgesetzt ganze Gruppen von. Waisen und Findelkindern nach Australien schicken,, wo viele von ihnen bereits zu schönen Positionen gelangt sind. H. D. Nomberg gestorben. Wie uns aus W a r s c h a u berichtet; wird, ist dort am letzten Monta« der jüdische Dichter „ Hirsch David Nomberg im .5.1. Lebens jähre gestorben. ' Nomberk' wurde am 4. April 1876 in Hamszynow bei Warschau als Kind einer chassidischen Familie geboren. Schön in jungen Jahren versuchte sich Nomberg, von Perez ermutigt, als Schriftsteller. Er veröffentlichte feinsinnige Novellen in hebräischer und; in jiddischer Sprache. Er" veröffentlichte mehrere Bände. No-. vellen,. Erzählungen und Dramen, die ihn vor etwa zwei Jahrzehnten neben Sch'alom Asch als. einen Repräsentanten der. jungen jüdischen Literatur des Ostens, erscheinen ließen. .'Später wandte er sich der Tagesschriftsteljerei zu. beteiligte sich: ah der aktuellen Politik .' und wurde als Abgeordneter zum ersten .polnischen' Sejm gewählt.- Später./legte, er sein Mandat njederVund beteiligte sich in hervorragender Weise an. dem jüdischen.; sozi a l eh H i Iisu nd Er z ie hu n g s w e rk. Er war Vorsitzender " des Ver^inesi:" jüdischer 1 S^hrytslellej... und, Journalisten Polens.' '.'. ' ' . ■; John D. Rockefeiler stiftet z^er MiHionen Doija?; zwecks Errichtung eines archäologischen Museums in Jerusalem.;: John D. Rockelieller, der amerikanische Multi? rrfillionär, hat /.der. Palä'stiharegierung einiBtSiimme. Von zwei Millionen Dollar zwecks Errichtung eih^g; archäplogh sehen -Museums iu.Palästina .zur Verfügung :;g'estolÜ. Wahrscheinlich wird diese Stiftung , von dem 19|0 •.begründeten Departement ,für "Altertümer . der Palästina|eji!er^ng, verwaltet ..werden. .Dieses Departement unterhj|ijt,:öereits ein •Palästinamuseum,:. ., •. ,-,y:.-.' ■ Rockefeiler hat sich - um' das Land Palästina schon einmal durch Ermöglichung der Errichtung £hner Abteilung der Internationalen Gesundheitskommission rjn; Palästina sehr verdient gemacht,, die; an der Be^äinpfuns der Malariaseucbearbeitet. - Als ihm vor eiii|«en Jahren Sir Herbert S:atn uel -den Dank; des^aftdes für diese Fürsorge aussprach, erwiderte John ,1}.,' Rockefeiler junior,, sein' Vater freue sich über die richügc^Jnsehätzung seiner Teilnahme; und werde die Gesundljef^kommissioh, so lange unterstützen,, bis die Malaria in E^jjistina Voll-: kommen vernichtet ist. John D. Rockefelleriju|Hor hat bekanntlich vor. einem Jahre 100.000 Dollar fi^r; den United Jewish. Cahipäign des Joint Distribution CWl^ittee zur Verfügung gestellt und .in; dem Begleitschr$h$n' seinem warmen . Interesse,'f ü r d a s Jüdische Ajy-f b a u w e r k- Ausdruck gegeben. . , f : 1 , Antisemitismus im Kampf zwischen Ojp^osftion «nd;; Z, K. in Rußland. , :, Moskau. (J. T. A.) Der Publizist. J^-f oiiaw.ski;: einer der Sekretäre .des. Zentralkomitees d|r'''JCommuMistj- . sehen Partei: Rußlands, tadelt, in einem in d^r^p/r a wd.a" veröffentlichten Artikel, daß im Kampi zw^i]i^n;,der, von Trotzki und'..Sino.woe,w , geführten appositip« u^td, dem Z;,K. von gewissen "Leuten auf b n, F r p^rw. ten mit anfisemjitisch.en .Argum^«fen «e- Arbeit e t w i t äoft wird die jödisc^^//.^tä4n^»^fl^•', des einen oder anderen Führers beton^'iy^^slawski' sph'reibt, die Kommunistische Partei sei eitt^'l^'r^ipn^'- , Partei und müsse den Antisemitismus a^^jrcbi na'tür; liehen Gegner bekämpfen.' Man müsse dieiepi,|j«n, die " im ParteikamrH den Antisemitismus ins Treffen^h^n, öfferit?. Hch brandmarken. Jaroslawski kann ^'r^ben' und reden solange er will. Die Juden sind und Ä^'eh überaß - die Prügelknaben und werden für Leute vohij.SeJijage der- Trotzki und Sinöwjew, welche' ihrerseits. >^;(j^entume::: niclits wissen wollen und Ihre jüdische Abst^^utvg spr^i sam verstecken, die - Zeche bezahlen.?;v V'

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