Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 1 (1927)
- Issue
- Heft 6 (28.10.1927)
- Date
- 1927-10-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 DIE NEUE WELT Neuestes Bacherschwemme der Buchhandlung B. Löwit Wien, l.v Rotenturmstraße 22 Bitte beachten Sie die staunend billigen Preiset Bang Herrn. Gesamm. Werke in 4 Bänden. Gebd.. . 15.— Bie Oskar. Das Klavier. Ein reich illustriertes, hochinteress. Geschenkwerk für Musikfreunde. Gebd. 10.--! Boehn Max. Miniaturen und Silhouetten. Ein Kapitel aus Kulturgeschichte und Kunst. Reich, auch farbig illustriert iti Halbpersatfient gebunden . . 10.— DER KLEINE BREHM. Das gesamte Tierreich in allgemeinverständlicher Darstellung. Mit- 116 Aibbildungen im Text, 25 ganzseitigen schwarzen Tafeln und 4 Tafeln in Farbendruck. 40. Tausend. In Ganzleinengeschenkband mit Goldpressung............., 12.— Bürckhardt Jacolb. Vorträge 1844—1887 von E. Diirs. Gebd. ................j 4.50 Dostojewski F. M. Briefe. Mit Porträts und Ansichten. * Gebd. . ........... . . 4.— Farrere Claude. Die kleinen Verbündeten. Brosen. 1.50 ^r-Opium. Brosen. , . ... . . . . . . ... 1.50 Flaubert Gustav. Bottvard und Pecuchet. In Geschenkband mit Goldpressung . . . . .... . . 3.— Freud Sigm. Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Taschenausgabe. Gebd. . ... 4.80 Gogh Vincent van. Persönliche Erinnerungen von du " Ouesrie-van-Gogh. Illustriert. Gebn. .... . 3.— Gogol. Abende auf dem Vorwerke bei Dikanika: Mirgorod. ''".Novellen. In, Gesohenkband gebunden 3.— Gorki Max. Die Geschichte eines Bäckergesellen. Gebd.' •. .............. 2.— — Der rote Waska und andere Novellen. Gebd. . ♦ 2.— — Der Vagabund. Gebd. . . . ........ 2.— Grimm Brüder. Kinder- und Hausmärchen. Gesamt-' ausgäbe mit 90' Holzschnitten von Ludwig •Richter in elegantem Geschenkband mit Goldpressaing ....... . . . . . . . , 7,— Hauptmann Gerhard. Anna, ein ländliches Liebesgedicht. Gebd. •. . . . . . . . . ... , 4.—■ Hoffmann E. T. A. Prinzessin Brambilla. Ein v Capriccio. Gebd. ..... . . . . . 5.— Humboldts Wilhelm, und Karolinens Brautbriefe. (Insel-Verlag.) 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B&lbfeder gebunden .*«,,,,,,. 15.— — Höllenfahrt. Roman. Gebd. 3.— Bei schriftlichen Bestellungen bitten wir Ersatztitel anzugeben, :da die teils hur noch kleinen Vorräte meist rasch ausverkauft sind. Buchhandlung R. Löwit Modernes Antiquariat Wien, l, Rotenturmstraße Nr. 22; Telephon 71-4-25 sei. Das Jerusalemer Obcrrabbinat wies Salimun Ibn Mahmud mit seinem Begehren ab und empfahl ihm, noch einige Zeit mit seinem Gewissen zu Rate zu gehen und alle ihm vor Augen geführten Bedenken zu erwägen. Nach Ablauf dieser Frist der Selbstprüfung erschien der Araber abermals im Obcrrabbinat und erklärte, bei seinem Entschluß zu verharreli. Nunmehr wurde Salimun Ibn Mahmud ins Judentum aufgenommen und erhielt wie alle Neophiten im Judentum den Namen Abraham Ben Abraham. Der Ucbertritt des Arabers erregte nicht geringes Aufsehen, da es zu den äußersten Seltenheiten gehört, daß in Palästina besonders seit Erlassung der Balfour-Deklaration ein Mohammedaner zum Judentum übertritt. Anitta Müller-Cohen über ihre Erfahrungen in Palästina. Am 20. Oktober hielt die Organisation zionistischer Frauen eine zahlreich besuchte Versammlung .ab, in welcher Frau Anitta Müller-Cohen über ihre während eines einjährigen Aufenthaltes und sozialer Arbeit in Palästina gesammelten Erfahrungen referierte. Die Rednerin leitete ihre Ausführungen damit ein, daß sie das Vorhandensein einer Tendenz feststellte, die jede freie Kritik der Verhältnisse in Palästina unterbinden will. Wer nicht alles, was die zionistische Leitung tut, wer nicht alles, was in Palästina vor sich geht, als gut und schön bezeichnet, wird als Verräter an der zionistischen Sache, als Schädling der zionistischen Fonds gebrandmarkt. Schönfärberei ist Trumpf, in ihrem Zeichen wird gesprochen und geschrieben. In diesem Zusammenhang bedauert sie das Verschwinden der „Wiener Morgenzeitung", eines Blattes, das seine Spalten der freien Kritik immer, geöffnet hatte. Sie hält das Unterbinden der freien Kritik für eine Herabwürdigung Palästinas, des Zionismus und des jüdischen Volkes. Sie hält es für ihre und jedes Zionisten, Pflicht, in entscheidenden Augenblicken die Meinung frei herauszusagen. Der Zionismus braucht die Wahrheit über Palästina, über dieses herrliche Land nicht zu scheuen» auch wenn diese Wahrheit zu Zeiten Trauriges und Verfehltes zutage fördert. Die Referentin bekennt sich als unbedingte Gegnerin des von der zionistischen Leitung geübten Systems des Aufbaues. Dieses System kennt nur eine Sorte von Juden, nur solche, welche in der Arbeiterorganisation, .in >der Histadruth vereinigt' sind oder mit ihr m engster Fühlung stehen. Ueber die Existenz aller anderen wird zw Tagesordnung, übergegangen. In einer Zeit, da der kleine palästinensische Mittelstand schwer leidet, da die Träger der vierten Alijah größter Not ausgesetzt sind, da viele jüdische Schulen gesperrt/werden mußten und jüdische Kinder in christliche Missionsschulen geschickt werden, in dieser Zeit hat die Leitung der Weltorganisation zionistischer Frauen beschlossen, 35.000 Pfund, fast ihr ganzes Budget, der Errichtung einer neuen Arbeite rinn enkolonie auf kollektivist i s c h er G r u n d 1 age, . einer Kwuzah für' Mädchen zu widmen. Die Rednerin, hat bei, der entscheidenden Sitzung in Basel darauf hingewiesen,. daß die meisten Sachverständigen .' . (las Experiment der kommunistischen Siedlung als mißlungen erklärt häbeti, würde' über überstimmt. Sie gönnt den sozialistisch organisierten Arbeitern ihre (Organisationen, und Institute, aber sie protestiert dagegen, daß alle anderen vernachlässigt, mißachtet und verhöhnt werden. Unter den Intelligenzlern, Kaufleüten und Gewerbetreibenden, die alles geopfert haben und nach Palästina gegangen sindList ebensoviel Heldentum,wie unter den organisierten Arbeitern. Ihre Leiden sind ebenso hoch einzuschätzen wie die der Arbeiter, sie sind dieselben Pioniere. Man spricht von Schiebern und Wucherern. Die Rednerin hat zwölf Monate, sozial arbeitend, nach ihnen gesucht, sie hat sie nicht: gefunden, dafür vi e 1 Leid und^ heldenhafte Geduld. Sie fordert im Namen der Demokraten, daß mit der einseitigen Bevorzugung der «organisierten Arbeiterschaft Schluß gemacht werde, und den schwer kämpfenden, Gewerbetreibenden, Kaufleuten und ihren leidenden Familien der gleiche Anteil an Unterstützung und Förderung zugewiesen werde wie den iGljaiuzim. Zum ^Schluß ivregt; <di.e,: Rednerin: an, die Wiener Organisation zionistischer Frauen möge ihre Arbeit für den Palästinaauf bau, nach dem Muster anderer Länder, auf einem Spezialgebiet konzentrieren. Sie schlägt vor, hejl-' pädagogische Beratungsstellen aus den Mitteln der Wiener Zionistischen, Frauen in Erez Israel - zu schaffen. Mitteilungen des Zionistischen Landeskomitees. Zionisten Oesterreichs! Per .diesjährige D e 1 cgi e r t-e n;t a g - d e r ,ö s t e rrcich.ischen Zionisten findet am 12., 13. und 15. November 1927 statt. Am 5. und 6. November 1927, an den 'beiden von der Hauptwahlkommission festgesetzten ■Wahltagen,-können nur diejenigen zur Urne schreiten, dje ihren Verpflichtungen der Welt- und Landcsorganisation gegenüber nachgekommen sind,-*d. h. den Sche'kc,l und die P ä r t c i Steuer entrichtet haben. '• Die bisherigen Eingänge au Parteisteuer sind derart . geringe, daß einerseits der Wille der nach , vielen .tausenden zählenden Zionisten Oesterreichs am Pelegierten« tag niqht. entsprechenden Ausdruck finden kann und ander« -seits; die. Auslagen für die Fortführung der organisatorischen Arbeiten nicht gedeckt werden können, v Es ist an euch, Zionisten Oesterreichs, dafür zu sbrgeh. d^ß durch die Einhebung der Parteisteuer bei ein.e.m jeden Mitgjied. der Sektionen und Ortsgruppen auch nach außen hin ein imposantes Zeugnis abgelegt wird von der in der letzten Zeit erfolgten Stärkung und dem Fortschritt der österreichischen Organisation, zumal wir bestrebt sein müssen, dieser Tagung,. welche gleichzeitig 'politisch-demonstrativen Charakter haben soll, einen würdigen. Rahmen zu geben. Zionisten Oesterreichs«. Nur. noch die kurze Zeit^bi's 3|. Oktober 1°27 steht euch für diese Aufgabe zur Ver« fügwiig, nützet sie, mit allen Kräften aus! Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich, 10. Jahresfeier der Balfour-Deklaration, Die Vorbereitungen für die am 2. Noveinber 1927 im Großen Konzerthaussaale stattfindende zehnjährige Jubiläumsfeier d e r B a 1 fou rVDe k 1 aration, an-der das gesamte diplomatische Korps teilnehmen wird, sind in vollem Gange. Kartenbestellungen IfpiMll In aniiimgi Grundstück U Angelegenheiten |j jj Kauf * Verkauf jj jg Verwaltung jj H Belehnung ■ Ü betreffend jjü I Häuser *VMen| I Güter ■ JjH wendet sich jeder Interessent an die 5=5 Üi Realitäten-und Verwaliungskanzlel jH Dr. jur. Marem Somer ij§ Wien,lX.Währingerstra$e 3 §gi |H Telephone: A26-4-47 * 15-506 ||| 1 IIIIII können im Bureau des Zionistischen Landeskomitees in Wien, I., Kärntnerstraße 28 (Telephon 77-4-85 und 77-4-86) gemacht werden. Näheres über das Programm wird in den Tageszeitungen rechtzeitig bekanntgegeben werden. Landeskonferenz der tschechoslowakischen revisionistischen Union. Am 29. und 30. Oktober findet in B r ü n n der erste revisionistische Parteitag in der Tschechoslowakei statt. Zur Beratung stehen alle Probleme des neuen Arbeitsjahres und die Ausgestaltung der Union. Samstag, den" 29. d. referiert Karl Baum (Brünn) über „Die Stellung des Revisionismus nach dem XV. Kongreß" und über die Beratungen des revisionistischen Zentralkomitees in Basel. Sonntag erstattet der Gründer des Brith Trumpeldor, A. Propes (Riga), ein Referat über die Jugendfragen. Für die Tagung gibt sich insbesondere aus den östlichen Teilen der Republik und aus Prag lebhaftes Interesse kund. Die Forderungen des österreichischen Antisemitenhundes. Jerzabeks Wunschiiste. Der Schutzverein „Antisemitenbund", der wiederholt bei Judenhetzen: die Führung: .inne -gehabt hat, versendet eine „streng vertrauliche" Liste von Forderungen in bezug auf die Stellung der jüdischen Bevölkerung. Dieser Bund steht unter der Leitung des Abgeordneten J e r z a b e k, eines Mitgliedes der christlichsozialen Partei. Jerzabek ist Anhänger des Pögromantisemitismus und ist als solcher in die Einheitsliste aufgenommen worden. Sein Gesinnungsfreund Riehl wurde, wie bekannt, zuerst den Juden in der Leopoldstadt zur Wahl offeriert. Er mußte zurückgezogen werden und fiel dann in Mariahilf durch. Jerzabek wurde gewählt und obzwar sein politisches Gewicht wahrlich nicht überschätzt werden darf, wäre es doch falsch, die nunmehr von ihm wieder begonnene Propaganda auf die leichte Achsel zu nehmen. Was. der Antisemitenbund verlangt, das ist zu einem großen Teil bereits Praxis geworden und es fehlt nur die offizielle Legalisierung. Die Liste, die versendet wird, enthält die Wünsche des exzessiven Judenhasses. Sie ist in einer Massenauflage hergestellt worden und dies just zu einer Zeit, in der in Ungarn, in Deutschland, in Bulgarien und anderwärts neue Angriffe auf Leben und Recht der jüdischen Bevölkerung geschehen. Der Antisemitenbund schreibt seinen Brüdern im Mord: Wir unterzeichneten judengegnerischen Verbände Oesterreichs bedauern im Namen unserer sämtlichen Mitglieder die während der letzten Wahlbewegung zutage getretene volle Zurückstellung, aller antisemitischen Gr undsätze der "in der Einheitsliste vereinigten, auf christlich-arischer Grundlage aufgebauten politischen Parteien und fordern von diesen nunmehr eine unzweideutige offizielle Stellungnahme zur Judenfrage als der wichtigsten Lebensfrage unseres Volkes und unseres ganzen öffentlichen Lebens überhaupt. Wir erinnern die Parteien der Einheitsfront kategorisch an ihre satzungs mäßige Pflicht gegenüber ihren Wählern, den Antisemitismus als einen der wesentlichsten ihrer Programmpunkte zu betrachten, und machen nachdrücklichst darauf aufmerksam, daß der überwiegende Tvil der christlich-arischen Wähler durch die Wahl der Einheitsliste nicht die arische, wenn auch derzeit marxistisch eingestellte Arbeiterschaft unsere Volksgenossen, sondern deren volksfremde Führung als spezifisch jüdische Organisation zur Knebelung der bodenständigen Bevölkerung als Organ zur Förderung und zum Schutze des Finanzjuden-