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Der neue Anfang · 1919-03-15 · Heft 6 (15.3.1919) · page 17

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Journal
Der neue Anfang
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 6 (15.3.1919)
Date
1919-03-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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von oben her gänzlich unbeeinflußten Beschlüsse der Unterzeichneten entspringe. Einen ähnlich en Protest reichten die Qbersekun d aner ein. Meines Wissens wird in allen Klassen gebetet, nach wie vor! Es; War eine herzliche Freude zu sehen, wie selbst die kleinen Kerle in der Quarta zu ihrem Lehrer gingen und sagten: „Wir wollen beten!" .Der Mehrheit Wille gilt; wer nicht mitmacht, kann draußen bleiben! Dies nebenbei. — Unsere Schulleitung ließ sich richtigerweise Zeit. Erst 'kurz vor Weihnachten wurde in der Versammlung der Klassen Obertertia—Prima der leitende Lehrer gewählt, und dann nach den Weihnachtsferien die entscheidende Abstimmung vollzogen. Mit 144 gegen 32 Stimmen wurden die „Schulgemeinde1' und „der Schülerrat' abgelehnt, wahrlich ein gutes Zeichen für den Geist der Schule l Inzwischen hatte sich dank eifriger Aufklärungsarbeit auch in den Obertertien und Untersekunden die Überzeugung verbreitet: „Weg mit diesen Geschenken der Sozialdemokratie! Wir brauchen nicht erst „befreit" zu werden." Die oberen Klassen standen vornehmlich auch aus dem Grunde auf demselben Standpunkt, weil ihnen, denen zweifellos der Vorrang gebührt, die große Gefahr drohte, von den zahlenmäßig stärkeren Mittelklassen einfach terrorisiert zu werden! Und diese sind doch noch in den berühmten vFlegeljahren"! Dagegen ßtanden wir einmütig zusammen. Also: wir haben nicht mitgemacht! Und hoffentlich ist es an recht vielen anderen Schulen ebenso gewesen. Die großen Gefahren, die dieser Erlaß vom Ende November birgt, vermied nun aber der zweite vom Anfang Dezember, in dem sich Herr Haenisch infolge des hartnäckigen Widerstandes, den er gefunden, zurückziehen mußte, wie ja denn auch der eigentliche Verfasser, der famose Herr Wjvneken seinen Abschied bekam. Dieser neue Erlaß sicherte den oberen Klassen ihre Rechte, indem er „ *f „ — aber mehr auch nicht!! —, die Vertrauensleute der oberen Klassen zu einem „Schülerausschuß" (worauf denn der böse «bolschewistische „Schülerrat" vorsichtig vermieden wurde!) zusammentreten zu lassen, der in allen die Schülerschaft interessierenden Fragen ständige Fühlung mit der Lehrerschaft halten soll. Dieser entschieden sehr vernünftige Vorschlag wurde auf Anraten des leitenden Lehrers angenommen, auch mit großer Mehrheit, nachdem sich die vorher zusammenberufenen Vertrauensleute der Klassen Obertertia—Prima ebenso entschieden hatten. Von dieser Neuerung kann man sich Gutes versprechen; wir wollen es .damit versuchen. Aber für Herrn Hoffmanns Bildung und Neuerungen bedanken wir uns! Für so etwas sind wir nicht zu haben. 'Ich 'will mir ersparen,, die deutlichen und kräftigen Ausdrücke wiederzugeben, die ich darüber gehört habe. Wir wissen» wie not uns Erziehung im Gehorsam tut. Preußische Disziplin und nationaler Sinn, das brauchen wir! Von einem .Herrn Hoff mann lassen wir uns nicht erziehen. Wir brauchen wieder einen Herrscher, der mit dem Krückstock uns Unterordnung und Gehorsam 103

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