Der neue Anfang
- Journal
- Der neue Anfang
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 6 (15.3.1919)
- Date
- 1919-03-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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kann; sie enthalte sich dann jedes „erzieherischen" Wirkend und beschränkte ifire Tätigkeit auf das Beibringen von Wissen/ so wie es heute die Hochschulen tun. Was außerhalb desä Unterrichts liegt, gdie sie nichts an, und ebensowenig das Benehmen der Schüler während des Unterrichts, soweit es nicht den ungestörten Verlauf der Wissensfeilhaltung hindert. Sie hat sich also dann nicht darum zu kümmern, was der Schüler außerhalb des Unterrichts treibt; darf es also -nicht bestrafen, wenn ein Schüler ins -Wirtshaus geht; sich auf auf der Straße ungezogen beträgt; mit Menschen verkehrt, die der Schule nicht genehm sind. Ein solcher Wissensmarkt ist dann allerdings kaum mehr mit dem hohen Namen „Schule" zu "bezeichnen. Doch ist das nicht unsere Schuld. Will die Schule mehr sein als bloße Wissensvermittlung, so werde sie zur Gemeinschaft; die Vorbedingung dazu ist die Einführung der Schulgemeinde. Jedenfalls ist reinliche Scheidung und Entscheidung zu verlangen. Paul Leser (Frankfurt) Schülerbriefe Lieber Richard! Vielen Dank für Dein Paketl. Das Büchel mit den Soldatenliedern ist wirklich fein, besonders einige Bilder darin. Bei uns geht's so im gewohnten Trott weiter. Gestern hatte ich wieder so einen kleinen Krach mit dem Rex, der wieder deutlich seinen unverfälschten Schulmeistercharakter zeigt. Ich brachte dem R. das Heft der Weltliteratur von Löns mit in die Schule. Wiie ich's ihm grad gebe, kommt der Rex herein und sieht es, stürzt gleich darauf los und schaut es an. Dann fragt er mich, ob ich es abonniert habe und was es kostet. Ich sag 25 Pfennig. Drauf er: „Nun, ja also 25 Pfennig, das macht in vier Wochen 1 Mk. lind in acht schon 2 Mk. Das ist schon gleich wieder das Schulgeld für einen Mlonat. Ich hatte in meiner Jugend kein Geld für solche Sachen usw. Ich werde das Heft einmal mitnehmen, morgen; bekommst Du es wieder." Er vermutete natürlich schon wieder etwas ganz gefährliches in dem Blatt, was mir vielleicht schaden könnte. Das war vor 3 Uhr. Um 4 Uhr ließ er mich ins ^Rektorat rufen und gab mir das Heft mit den Worten: „Ich habe mich vorhin erkundigt und habe erfahren, daß da ganz nette Sachen drin stehen. Also 'hier hast Du 100