Der neue Anfang
- Journal
- Der neue Anfang
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 5 (1.3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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in den Jungen das Bewußtsein des notwendigen Kampfes zu wecken und zu starken suchen. Ich wünsche Euch alles Gute und rate Euch sehr, lieber auf dem Lande eine neue Heimat zu suchen als daß ihr allzünahe an dem — wie ich glaube — unvermeidlichen und sehr er^ wünschten Auflösungsprozeß der großen Städte beteiligt seid. Es gäbe noch viel zu sagen, doch ich hoffe auf eine baldige Aussprache. Euer Sohn H. Äus einer Untersekunda In der Untersekunda wurde ich von dem Zeichenlehrer M. geohrfeigt. Warum? Da bei seinem Eintreten in den Zeichensaai die Zeichenutensilien nicht ordnungsmäßig zur Stelle waren, schrie er, daß in diese Klasse überhaupt kein Anstand hineinzubringen sei. Ich räusperte mich absichtlich wegen dieser Bemerkung und wurde dafür vor der Klasse geohrfeigt. Als ich gerade aussprach: „Sie haben", gab er mir eine zweite schallende Ohrfeige und drohte mir gleichzeitig an, mit mir sofort zum Direktor zu gehen, der mich dann noch schwerer bestrafen würde. Als ich ihm nach dem Unterricht vorstellte,, daß er mich zwar bestrafen dürfe, aber mich als Sekundaner nicht zu ohrfeigen habe, schrie er nur: „Beschweren Sie sich nur und scheren Sie Lümmel sich hinaus\u Eine Beschwerde war völlig aussichtslos, da mein Ordinarius Dr. K., noch Untersekundaner mit dem Rohrstock schlug, — zwar zur Wahl stellend, ob schlagen oder eine „5a, Er hatte auch inzwischen von Herrn M. die Sache erfahren und mich dementsprechend verhöhnt. Dr. K, erteilte in der U II u. a. den französischen Unterricht, obwohl er keine Fakultas dafür besaß. Eine gewisse Verfeindung trat dadurch mit ihm ein, daß ich ihm direkte Fehler nachweisen konnte und mußte.. Er versuchte nun, mir dauernd zu zeigen, wie weit er mir trotz der zahlreichen Fehler überlegen war. Geschah dies auch nicht in gemeiner Weise, so genügte es doch, um eine unangenehme Spannung eintreten zu lassen. Im zweiten Halbjahr der U II wurden die französischen unregelmäßigen Zeitwörter wiederholt. Wir erhielten zu jeder Stunde als Aufgabe die Wiederholung je eines Paragraphen der Schulgrammatik (Ploetz-Kares). Gleichzeitig wurde für eine mangelhafte Antwort das Strafmaß festgesetzte für jede falsche Form sollte das Verbum durch sämtliche Zeiten und Personen hindurch schriftlich zur „Übung" konjugiert werden. Das erste Mal führte ich mit mehreren Mitschülern die „Übungsarbeit" aus, hoffend, sie zum letzten Male gemacht zu haben. Aber das Schicksal entschied anders. In der nächsten Stunde erhielt jeder zur Beantwortung je eine Form.. 4 Als ich an die Reihe kam, begnügte er sich nicht mit einer Frage, son** 80