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Der neue Anfang · 1919-02-01 · Heft 3 (1.2.1919) · page 16

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Journal
Der neue Anfang
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 3 (1.2.1919)
Date
1919-02-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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neuen Staat." Die erste Aussprache — mit Schulmännern — war Kampf gegen Leute, von denen man Urteil und Maßstab hätte verlangen dürfen: Das Gegenteil, eine demagogische Masse, ohne jeden Kulturwillen, ohne Sinn für Menschentum, geschweige denn fürs Führertum. — Der 2. Abend, eine Aussprache mit hannoverschen unjugendlichen Jugendlichen, bot ein ähnliches Bild: eine von ihren Lehrern abgerichtete Herde, die — auf Erheben des Arms ihres Direktors, das als Zeichen betrachtend — Lärm schlug und sogar den Kaiser, seligen Angedenkens, hoch leben ließ ..... am kümmerlichsten in dem Zuruf „das Mogeln sei der Reiz der Schule" und als aus der arbeitenden Jugend gesprochen wurde;, von der harten Arbeit und dem traurigen, menschenuniwürdigen ärmeren Dasein — lachte, laut lachte! — und nun sind wir hier am Werk, in Sprechsälen die aufgerüttelte, erwachte und erwachende Jugend zu sammeln und eine Garde zu schaffen, und sei es für den geistigen Kampf gegen Studienräte et hoc genus omne. — r Marburg. In einem Aufruf zur Bildung von freien Schülergemeinden, den Werner Hassenpflug, Bismarckstraße 16, unterzeichnet hat, heißt es: „Wie schön kann die Jugend sein! Was heißt es denn eigentlich jung sein? Das heißt den Mut haben zum Unbedingten, den Mut haben abzuweichen vom Pfad der Gewohnheit,, wenn es gilt ein Ziel zu erreichen; heißt, rücksichtslos danach streben was wir für gut erkannt haben. Das ist ja die Jugend, daß der Mensch noch nicht gebunden ist, daß er noch tun kann was er für Recht hält. Sie bedeutet etwas Eigenartiges, Selbstständiges, ist nicht lediglich Vorbereitungszeit für den Kampf ums Dasein. Fern liegt uns alles Kriechertum! Wir wollen nicht jene Heuchelei. Frei, wahr wollen wir den Lehrern ins Auge schauen! In uns ruht eine große Sehnsucht nach Wissen, ein Drang -zu wahrer Bildung. Auseinandersetzen wollen wir uns mit den großen Problemen in Welt-, Kunstanschauung, Kultus, Religion, Bilden wollen wir uns zu wahrem Menschentum! In uns; muß leben das Bild einer Menschheit im Idealzustand! Verpflichtet müssen wir uns fühlen ihr gegenüber. Ihr müssen wir unsere Interessen unterordnen. Bilden müssen wir uns zu der Aufgabe mitzuarbeiten an ihrem Fortschritt. Sozialisten, Aktivisten müssen wir werden. Wir dürfen nicht nur Kritik an anderen üben, vor uns selbst dürfen wir nicht stehen bleiben. Erneuern müssen wir uns im Geist wahrer Jugend. Eine andere Geselligkeit brauchen wir. Uns sollen Mädchen nicht nur Wesen anderen Geschlechtes^ sondern Freunde sein! Verantwortlich: Hermann Schlicht, München, Arcisstraße 61/111 In Österreich: Dr. Karl Frank, Wien, Münzwardeingasse 8 Verlag: „Der Neue Anfang", München, Adalbertstraße 15 Druck: Süddeutsche Verlagsdruckerei, München 52

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