Der neue Anfang
- Journal
- Der neue Anfang
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 3 (1.2.1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DER NEUE ANFANG ZEITSCHRIFT DER JUGEND MÜNCHEN l. Jahr Februar 1919 Heft 3 WIEN Das unwahre Prinzip unserer Erziehung Das ist das Ende und zugleich die Unvergänglichkeit, die Ewigkeit des Wissens: das Wissen, das wieder einfach und unmittelbar geworden, als Wille sich (das Wissen) in jeder Handlung von neuem und in neuer Gestalt setzt und offenbart. Nicht der Wille ist von Haus aus das Rechte, wie uns die Praktischen gerne versichern möchten, nicht überspringen darf man das Wissenwollen, um gleich im Willen zu stehen, sondern das Wissen vollendet sich selber zum Willen, wenn es sich entsinnlicht und als Geist, „der sich den Körper baut", sich selbst erschafft. Darum haften an jeder Erziehung, die nicht auf diesen Tod ' und diese Himmelfahrt des Wissens ausgeht, die Gebrechen , der Zeitlichkeit, die Formalität und Materialität, der Dandismus und Industrialismus. Ein Wissen, welches sich nicht so läutert und konzentriert, daß es zum Wollen fortreißt, oder mit anderen Worten, ein Wissen, welches mich nur als ein Haben und Besitz beschwert, statt ganz und gar mit mir zusammengegangen zu sein, sodaß das frei bewegliche Ich, von keiner nachschleppenden Habe geniert, frischen Sinnes die Welt durchzieht, ein Wissen also, das nicht persönlich geworden, gibt eine ärmliche Vorbereitung aufs Leben ab. Man will es nicht zur Abstraktion kommen lassen, worin doch erst die wahre Weihe allem konkreten Wissen verliehen wird: denn durch sie wird der Stoff wirklich getötet und in Geist verwandelt, dem Menschen aber die eigentliche und letzte Befreiung gegeben. Nur in der Abstraktion ist die Freiheit: der freie Mensch nur der, welcher das Gegebene überwunden und selbst das aus ihm fragiweise Herausgelockte wieder in die Einheit seines Ichs zusammengenommen hat. Max Stirner (1842) 31