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Der Anfang · 1911-01-01 · IV. Heft (1911) · p. Seite 94

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Anfang
Volume
Jahrgang 1911
Issue
IV. Heft (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 94 (sequence 18)
Language
German
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— 94 - Reckelwirt erzählt hat. Komm, wir wollen hinein zum Märchenkönig. Hat er uns hierher geleitet, so wird er uns auch jetzt gnädig aufnehmen. (Es donnert und blitzt. Der Märchenkönig erscheint.) Der Märchenkönig: Fürchtet Euch nicht, Ihr Kleinen, ich weiss, dass Ihr Kinder guter Leute seid, so will ich Euch meine unterirdischen Schätze zeigen. Jetzt stellt Euch da auf den Goldklumpen und alle unterirdischen Geister des Märchenreiches werden vor Euch erscheinen. (Er ruft:) Geister der Tiefen! Des Märchenkönigs mächtiges Wort, Ruft Euch zu diesem Ort. (Es erscheinen Zwerge singend:) Wir graben das blinkende Gold, Das Glück ist uns immer hold. Wir hacken, graben und schaufeln die ganze Nacht, Und bis der Morgen graut, haben wir vieles zusammengebracht. (Verschwinden.) Die Nachtgeister: Auf die Menschen senken wir nach Tagesmüh'n unsere schwarzen Schleier, Und lassen sie von Märchenländern träumen, von Paradiesen, Städten und Meeren, Den Säufer von vollen Fässern Und von leeren. Den Armen von Gut und Geld, Den Lebensmüden von einer besseren Welt. Und ist er dann erwacht, So war sein Traum zuschanden. Der Hass: Den Hass senken wir in des Menschen Seele, Und zwingen ihn, zu wählen das Böse. Und ist die Rache dann gestillt, Er im Herzen Reue fühlt. Die Armut: Wir, die Armut, des Menschen bitterster Feind, Wir zwingen ihn, dass ihm das Böse besser erscheint. Die Arbeit und der Hunger sind unsere beiden Brüder, Sie beugen unsere Opfer an Seele und Körper nieder. Und haben sie dann aus Verzweiflung sich umgebracht, So ist unsere Aufgabe vollbracht. (Verschwinden.) Die Verzweiflung: Weh/ dem, der eine grause Tat vollbracht, Dem lassen wir nicht Ruhe bei Tag und bei Nacht. Und will er uns entflieh'n, Gleich sind wir hinter ihm, Und heften uns an seine Sohlen, Schauen ihn mit Schreckensblicken an, Verwerfen seine Seele in ein Meer von Verfolgungswahn. Die Krankheit: Durch Schmerzen werfen wir den Menschen aufs Krankenbett dahin, Keine Hoffnung auf Genesung geben wir ihm Und rauben ihm der Nächte süssen Schlaf. (Verschwinden.) Märchenkönig: Seht, das sind die Geister meiner Tiefen. Jetzt sollen die Steingeister vor Euch treten und erzählen aus alten Zeiten. (Auf seinen Wink erscheint die Kohle.) Kohle: Viele Säkulums sind schon dahingegangen, Da wir noch als stolzer Wald geprangen, In dem die Vöglein lieblich sangen. Jetzt sind wir Kohle! Die Menschen bringen uns ans Tageslicht. Was wir da sehen, das sahen v/ir früher nicht. Früher sah'n wir den kleinen n.ieh. Je; an uns vorüberfloss. Und sich in den nahen Fluss ergo^.

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