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Der Anfang · 1911-01-01 · IV. Heft (1911) · p. Seite 91

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Journal
Der Anfang
Volume
Jahrgang 1911
Issue
IV. Heft (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 91 (sequence 15)
Language
German
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- 91 — Der Märchenkönig. Ein Theaterstück in 3 Akten von Karl Poduschka. (Bemerkung der Redaktion.) Das Theaterstück in 3 Akten „Der Märchenkönig" von. Karl Poduschka (geb. 1897) ist uns vom Vater des Verfassers zur -Veröffentlichung* eingesandt worden. Herr Poduschka schreibt dazu: „Es liegt mir begreiflicherweise viel daran, zu wissen, ob im den Versuchen meines Sohnes poetisches Gemüt, eine wirklich dichterische Veranlagung zu erkennen ist, nicht bloße Reimerei. Solche frühzeitige anscheinende Begabung pflegt oft später zu versagen oder zu verflachen. Der „Märchenkönig" wurde im geheimen als Überraschung zum Weihnachtsfest (1910) geschrieben. Geändert oder verbessert wurde absichtlich nicht eine Silbe, er ist als Manuskript gedruckt, was schon aus den vielen sprachlichen Inkorrektheiten und Austriacismen erkenntlich ist. Wahrheitsgetreu muß ich bekennen, daß mir sein Gymnasialprofessor wörtlich sagte: „Ihr Knabe ist schwachsinnig, solchen Schüler können wir im Gymnasium nicht gebrauchen." Ich erwiederte dem Herrn Professor: „Ich gebe zu, daß mein Sohn ein sogenannter schwacher Schüler ist, zu denen er auch in der Volksschule zählte, aber schwachsinnig scheint er mir nicht zu sein» Er hat schon in seinem achten Lebensjahre schriftstellerische Versuche gemacht. Gestatten Sie, daß ich Ihnen einige Proben vorlege?" — „So, er dichtet schon!? Er soll zuerst orthographisch schreiben lernen", war die Antwort des Herrn Professors, der sich abwendete, ohne das Heft meines Sohnes auch nur eines Blickes zu würdigen." Herr Poduschka hat diese Scene unmittelbar darauf „zum ewigen Gedächtnis" niedergeschrieben. Karl Poduschka wurde in die Bürgerschule versetzt, nachdem er das Gymnasium währ rend eines halben Jahres besucht hatte. Von den uns übersandten Sachen haben wir den „Märchenkönig" ausgewählt, weil dieses Theaterstück — abgesehen von der dichterischen Begabung, die sich durch Gedankenreichtum sowohl als auch durch die knappen, persönlichen Striche, in welchen die Handlung skizziert ist, in ihrer kindlichsten; Form offenbart, — wir haben den „Märchenkönig" gewählt, weil er der Beweis dafür ist, daß dieser schwachsinnige, dieser schuldumme Schüler sehr wohl im Stande ist, Kenntnisse zu sammeln. Für ein gutes Fortkommen in der Schule mag es allerdings nicht vorteilhaft sein, daß sich das angesammelte Wissen in ihm lebendig gestaltet und nach einem Ausdruck sucht, der in der Schule nicht üblich ist. * * * Personen: Der Märchenkönig. Michel, Jochen, Steffen, Jakob, Sehnitter. Toni, Tischlermeister. Hans, Paul, dessen Söhne. Recke!#irt. I. Akt. (Dorf. Dämmerig. Michel, Jakob, Jochen, Steffen sind Schnitter, welche vom Felde zurückkehren; singend:) „Kommt, wir wollen lustig sein Bei an Schoppen kühlen Wein, Kommt nur rasch, der Herd winkt schon. Sind die Knödeln kalt, habts nichts davon.

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