Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- IV. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 84 — Frage. In den stillen tiefen Nächten, * Wenn der Schlaf mich flieht, Frag ich mich, ob all dies Leiden, Das ich um Dich trag', nur in mir Die neuen Reiche gründet und bevölkert? Drin sich schimmernde Paläste heben, Deren Dach sich wölbt aus meinen Seufzern, Von den Säulen meiner Qual getragen; Und in die ich einstens einziehn werde Mit den Perlen und Demanden meiner Tränen Königlich geschmückt. — — — Oder ob ich wirklich diese beiden Hände, Die sich oftmals um Dich wund gerungen, Wie zwei Schalen angefüllt mit Meines Leides Kostbarkeiten, Dir entgegen reichen darf? — Berlin, Jan. 1911. Lilly Ackermann. rstens: es ist erstaunlich, mit welcher Oberfächlichkeit eine so bedeutungsvolle Tatsache, wie die vielen Selbstmorde unter den Schülern, im allgemeinen behandelt wird. Zweitens: es ist zu bedauern, daß die Oeffentlichkeit nur in den seltensten Fällen die Stimmen Fünfzehn- bis Zwanzigjähriger über diese Ereignisse und alles, was mit ihnen zusammenhängt, zu hören bekommt, denn — „Kinder und Narren sprechen oft tiefe Wahrheiten aus", sagt der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Herr Dr. Adolf Mathias in dem Artikel „Schülerselbstmorde*1 des Berliner Tageblattes vom 17. April. Also wollen wir hier, im Anfang, die Stimmen der Jugend sammeln. Wir, die wir uns die Aufgabe gestellt haben, die geistigen Interessen der Jugend zu vertreten, fordern alle unsre Leser und Mitarbeiter auf, uns möglichst bald die Schülerselbstmorde. Von Georges Barbizon.