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Der Anfang · 1911-01-01 · II. Heft (1911) · p. Seite 45

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Journal
Der Anfang
Volume
Jahrgang 1911
Issue
II. Heft (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 45 (sequence 21)
Language
German
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— 45 — zu haben. Ebenso bitte ich Sie, mir folgende Zeilen zu verzeihen. Der Angriff, den Sie auf uns gemacht haben, verpflichtet mich Jedoch dem Anfang gegenüber auf Ihren Brief näher einzugehen. Wir haben Ihnen auf Empfehlung eines Freundes unterer Zettschrift ein Probeexemplar zugesandt. Erst nach Empfang Ihres Briefes erinnerte ich mich, Ihnen schon einmal, vor längerer Zeit» auf Veranlassung eines früheren Mitarbeiters eine solche geschickt zu haben. Es lag also nicht die geringste Absicht vor, Sie durch eine zweimalige Uebersendung kränken zu wollen. Da sich nun aber der Zufall ins Spiel gemengt hat und da Sie sich berufen gefühlt haben, uns rate Meinung, und zwar gründlich, zu sagen, will ich Ihnen hier, vor meinen Mitarbeitern, im Briefkasten des Anfang, antworten. Wir haben unsere Leser wiederholt um Kritiken gebeten und dieselben auch im Anfang veröffentlicht, wenn sie uns zweckmäßig erschienen. Die Kritik jedoch, welche ihr Brief enthält, würde Niemandem Nutzen bringen, da sie zu heftig ist: sie schiesst weit über das Ziel hinaus. Vielleicht aber wird einer meiner Mitarbeiter durch meine Beantwortung — also auf indirektem Wege — doch einen Nutzen (im Interesse des Anfang) daraus ziehen können. Ich habe unsere Zeitschrift immer nur als einen Versuch, das gegenseitige Interesse der Jugend zu fördern, betrachtet. Alles» was im Anfang steht, kann also seiner eigensten Natur nach nur Versuch, Studie, Uebung sein, nichts weiter. Auf mehr kann es daher gar keinen Anspruch machen, sollte es in der Form auch noch so anspruchsvoll auftreten. Daß Sie aber für Journalistik niedersten Niveaus halten, was eine Parodie eben dieser Journalistik, also auch eine Studie, ein harmloser Spaß war, dafür kann ich nichts. Erst vor wenigen Tagen habe ich eine Karte von einem Mitarbeiter (dessen Aufsatz Sie als vollkommen ins Lächerüche gehend bezeichnen) erhalten, worin er mir schreibt: . . . «über meinen Artikel aus der Januarnummer sind mir hier gerade von Leuten, von denen ich es nicht gedacht hätte, Komplimente gemacht worden. Warum, weiß ich nicht; ich bin keineswegs zufrieden. Allerdings wäre das auch das Schlimmste, was mir passieren könnte, wenn ich jetzt in meinen Anfängen auch schon anfangen wollte, zufrieden zu sein.......... Weiter, immer weiter! müßte bei jedem Aufsatz oder Gedicht oder Musikwerk die Devise sein."— Diese Antwort auf Ihren Brief, sehr geehrter Herr, ist also auch nur als eine Studie zu betrachten; sie wird uns den Beweis liefern, daß der Weg, den wir einschlagen, kein falscher ist, daß Sie sich in einem Irrtum befinden. Sie sagen, daß der ganze Anfang vom ersten bis zun» letzten Ton „eine Frechheit gegenüber den sehr tiefen, sehr schweren «nd nicht mit einer Mundvoll Worte zu beschmutzenden Problemen der Kunst und des Lebens sei/'

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