Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- Jahrgang 1911
- Issue
- II. Heft (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 43 — feindlichen Kreisen besonders willkommen war. Und doch enthält das ganze Werk nicht eine einzige wirkliche Theorie über eine Abstammung des Menschen von dieser oder jener Tierform, sondern beschränkt sich darauf, nur die ganz allgemeine körperliche Zugehörigkeit des Menschen zum Tierreich im Großen und Ganzen festzustellen; alle wetteren Folgerungen über die Stellung des Menschen zum Tiere rühren nicht von Darwin selbst her. Dem Andenken Darwins wird am besten nur durch strenges Betonen seiner eigenen Gedanken ohne Hinzufügung fremder gedient; was seine wissenschaftlichen Anschauungen betrifft, so liegt es in der Natur der Sache, daß sie teilweise durch neuere Forschungen überholt worden sind. Es ist gerade das Wesen unseres großen Gelehrten, so gar keine billige Gelehrsamkeit hervorzukehren, sondern einfach Tatsachen oder begründete Theorien mitzuteilen, ihren Ausbau anderen zu überlassen. Darin besteht seine grate Ueberlegenheit über alle seine Schüler und Gegner, daß m sich keine einzige wissenschaftliche Blöße gibt, und selbst da, wo er im Irrtum ist, liegt das nur an der Mangelhaftigkeit des ihm zur Verfügung stehenden Materials, nie an Unwissenheit oder Unachtsamkeit. Seine eigenen Wethe mögen zum Teil nach und nach veralten: niemals aber wird seine Lehre der Vergessenheit anheimfallen, ebensowenig die Erinnerung an den großen Menschen Darwin. Was er geleistet hat, wird stets die Grundlage für spätere Fortschritte abgeben. Doch benütze man nie den falsch ausgelegten „Darwinismus", um Darwin zu bekämpfen. Abstammungslehre und Darwinismus sind nicht eins. In der stolzen Gruft der englischen Heroen, ia der Westminsterabtei, liegt er begraben, nahe bei den Monumenten Herschels und Newtons. „Ich habe mein Bestes getan, und mehr kann der Mensch nicht tun" sind seine eigenen Worte, und nicht die schlechtesten zu seinem Lobe.