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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-12-01 · 6 (Dezember 1929) · page 23

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
6 (Dezember 1929)
Date
1929-12-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Erzieherische Einwirkung. Die Bank Halvaoth beschränkt sich nicht darauf, auf die Existenz ihrer Kunden objektiv einzuwirken, sie versucht auch, sie subjektiv in ganz bestimmter Richtung erzieherisch zu beeinflussen. Zweifellos kann die Bank auf die Verwendung der Kredite in möglichst produktionsförderndem Sinne wirken. Die Bank erstrebt in einem weiteren Rahmen zusammen mit anderen Institutionen die Erziehung des palästinensischen Juden zur Wirtschaftlichkeit durch Einrichtung von Kursen in kaufmännischen und Betriebswissenschaften, insbesondere für jüngere Kaufleute und Handwerker. Auch sollte die Erziehung zum „Dienst am Kunden" angestrebt werden, der ein in Erez Israel noch ganz unbekannter Begriff ist. In diesen Rahmen gehört auch die Förderung aller Einrichtungen, die auf Qualitätshebung, Produktionsmehrung und Absatzsteigerung, auf Erziehung zu Treu und Glauben, Ausschaltung unlauterer Konkurrenz und dergleichen abzielen. Auch läge es im Rahmen der Tendenz der Bank Halvaoth, wenn sie die Frauenorganisationen dahin beeinflussen könnte, die Frauen zur Führung von Wirtschaftsbüchern usw. zu veranlassen. Notwendigkeit einer Sparkasse. Gerade unter erzieherischen Gesichtspunkten wäre der Ausbau der bei der Bank vorhandenen Sparabteilung zu einer wirklichen Sparkasse sehr zu begrüßen. Der Begriff des Sparens ist dem palästinensischen Juden noch fast ganz fremd. Ihn dem Lande und seinen Bewohnern näherzubringen, erscheint als eine Aufgabe von höchster volkserzieherischer und wirtschaftsaufbauender Bedeutung. Die jetzigen Spareinrichtungen der Loan Bank sind zu winzig und in ihren Propagandamethoden zu primitiv. Umsomehr wäre die Schaffung einer leistungsfähigen Sparkasse anzustreben, die den reinen Spar trieb fördert, ohne ihn, wie das im Lande geschieht, mit dem Spieltrieb zu vermischen, und die in den Spareinlagen nicht sowohl ein Mittel zur Befriedigung des eigenen Kapitalbedarfs als zur Sicherung der Existenz der Sparer sieht. Eine derartige Gründung wäre nur die logische Konsequenz des Systems der Bank Halvaoth. Zukünftige Möglichkeiten. Wir haben gesehen, daß die Bank Halvaoth sich recht eigentlich als Durchgangstation für ihre Kunden betrachtet. Ihre Kunden aus dem Kreise von Handel und Gewerbe will sie so entwickeln, daß sie allmählich auch für die Kommerzbanken kreditwürdig werden und von diesen übernommen werden können. Ihre Kundschaft aus dem Kreise der Privatleute und Beamten will sie so fördern, daß sie den Kredit der Bank für die Erhaltung ihrer Existenz nicht mehr benötigen und sich aus eigenen Kräften er- 151

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