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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-12-01 · 6 (Dezember 1929) · page 10

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
6 (Dezember 1929)
Date
1929-12-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 Ausländerinnen jüdischen Glaubens). 5.2 Prozent aller Studierenden der Rechts- und Staat/swtLssenschaften waren Juden. Das Medizinstudium wird von den jüdischen Studierenden weniger begehrt als das Rechtsstudium. Man zählte 680 männliche und 266 weibliche Studierende, die dem Judentum angehörten. Unter diesen 946 Studenten befanden sich 240 Reichsausländer. 12.448 Personen studierten überhaupt Medizin. Wenn aber auch die jüdischen Studierenden absolut genommen eine geringere Teilnahme am Medizinstudium offenbaren als am Rechtsstudium, so sind sie relativ mit 7.6 Prozent stärker an jenem beteiligt. 28 Prozent der reichsausländischen Mediziner waren Juden (842 Reichsausländer — 240 reichsausländische Juden). Eine Betrachtung der Frequentierung der technischen Hochschulen in Deutschland dient zur Abrundung der Darstellung der Ueberfüllung der deutschen Hochschulen. Die technischen Hochschulen in Deutschland wurden von 22.050 Studenten besucht. Die Zahl der Juden betrug 566 oder 2.57 Prozent, unter denen sich 290 Reichsausländer befanden. 13.9 Prozent der Ausländer an Deutschlands technischen Hochschulen waren im Wintersemester 1928/29 Juden, wie aus der folgenden Tabelle zu ersehen ist: Tabelle II. W. S. 1928/29 männlich weiblich zusammen Studierende insgesamt..... 21.537 513 22.050 davon Ausländer...... , . 2.056 36 2.092 Studierende jüd. Glaubens . . 545 21 566 davon Ausländer...... 285 5 290 Nach diesem Ueberblick über sämtliche Hochschulen Deutschlands möchte ich dem Leser die Verhältnisse in Preußen und Bayern vor Augen führen, weil hier Länderstatistiken seit Jahrzehnten bestehen, so daß es möglich ist, einen langjährigen Zeitraum vergleichsweise zu behandeln. II. Die jüdischen Studenten in Preußen im Wintersemester 1928/29 mit einem Rückblick bis 1886/87. Eine genaue Statistik der Studierenden der preußischen Landesuniversitäten mit Berücksichtigung der Konfessionen wurde für Preußen zum erstenmal für das Wintersemester 1886/87 veröffentlicht. Schon damals wurde die Feststellung gemacht, daß die Studenten eine andere Zusammensetzung in ihrem konfessionellen Aufbau zeigten als die preußische Bevölkerung. So befanden sich im Jahre 1885 unter je 100 der männlichen Bevölkerung in Preußen 64.24 Prozent evangelischen, 34.14 Prozent katholischen und 1.29 Prozent jüdischen Glaubens. Die Studenten in Preußen zeigten dagegen folgendes Zahlenverliältnis: 69.24, 20.12 und 9.58! Die Prozentnorm der Juden ist im Laufe der Jahrzehnte stark gefallen, was nicht allein für Deutschland, wo ich das Jahr 1928/29 oben untersucht habe, sondern auch für die einzelnen Länder zutrifft. 138

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