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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-09-01 · 3 (September 1929) · page 15

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
3 (1929)
Issue
3 (September 1929)
Date
1929-09-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Ergibt auch die vorstehende Statistik, in die die Vermittlungen für die Arbeiten der Peah und der produktiven Fürsorge des jüdischen Wohlfahrtsamtes nicht einbegriffen sind, ein recht günstiges Resultat, so muß doch gesagt werden, daß längst nicht alle Möglichkeiten der Arbeit erschöpft wurden. Die Erfassung der Arbeitnehmer ist bis auf eine sehr geringe Anzahl nicht zum wenigsten dank der restlos guten Zusammenarbeit mit dem jüdischen Wohlfahrtsamt durchgeführt. Die Arbeitgeber jedoch erfordern eine ständig sich wiederholende Propaganda auf allen möglichen direkten wie indirekten Wegen. Diese Propaganda aber kann infolge finanzieller Beschränkung nicht in genügendem Maße erfolgen. Wenngleich auch die schriftliche und telephonische Werbetätigkeit im Einzelfalle und nach Maßgabe des vorhandenen Personals öfter erfolgreich durchgeführt wurde, so kann auf die allgemeine Propaganda nicht verzichtet werden. Die weiter sinkende Wirtschaftskonjunktur im laufenden Jahre erfordert sie in verstärktem Maße. Wir wiesen bereits oben auf die stärkere Lehrstellenvermittlungstätigkeit des Arbeitsnachweises hin. Nachstehend geben wir eine Jahresstatistik dieser Vermittlungen vom 1. X. 27 bis 1. X. 28 sowie eine Halbjahresstatistik vom 1. X. 28 bis 1. IV. 29 wieder, die insbesondere wegen der verschiedenen Berufsschichtung außerordentlich interessant ist. Erwähnt sei in diesem Zusammenhange die in jeder Beziehung befriedigende Zusammenarbeit mit dem städtischen Berufsamt, dem ein psychotechnisches Institut angegliedert ist. Lehr.stellen Vermittlungen. Kaufm. Lehrstellen Büro Handwerk Hauswirtsch. Engros Detail Gesamtmännl. weibl. männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl. weibl. zahl vom 1. X. 1927 bis 1. X. 1928 4 8 15 11 3 2 2 2 3 50 vom 1. X. 1928 bis 1. IV. 1929 5 5 7 6 3 4 9 2 — 41 Diese Zahlen sind in mancher Beziehung aufschlußreich. Sie zeigen, daß die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung im lezten Halbjahr fast den gleichen Umfang hatte wie imganz e n Vorjahre. Dies ist umso bemerkenswerter, als das Ueberangebot an offenen Lehrstellen häufig dazu führte, daß zur Schulentlassung kommende junge Menschen trotz aller Hinweise auf die Berufsberatung und deren Wichtigkeit nur auf Grund von „Beziehungen" Lehrstellen bei Firmen annahmen, bei denen sie nach der Lehrzeit erfahrungsgemäß sofort entlassen werden, ohne die Möglichkeit zu haben, in dem gleichen Geschäftszweig wieder Stellung zu finden. Das städtische Berufsamt, das mit großer Propaganda arbeitet und dessen Arbeit in jeder Weise anerkannt werden muß, konnte es gleichfalls nicht verhindern — das lag auch keineswegs in seiner Absicht —, daß die jüdischen Berufsanwärter 55

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