Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 3 (1929)
- Issue
- 1-2 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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entwürfen, gibt Besprechungen der wichtigsten sozialpolitischen Literatur und vieles andere mehr. Ergänzt, insbesondere mit Berichten über die A-rbeitslage in den einzelnen Berufsgruppen, wird das Reichsarbeitsiblatt durch den ReUhsarbeitSimarktanzeiger (herausgegeben von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Berlin NW 40, Scharnhorstr. 35.) Während die im Reichsarbeitsblatt bezw. im Raichsarbeitsmarktanzeiiger behandelten sozialpolitischen Fragen unabhängig von den Ländern zentral behandelt werden, umfaßt das Amtsblatt des preußischen Ministers für Volkswohlfahrt, das unter dem Titel „V o 1 k s w o h 1 f a h r t" erscheint (Carl Heymanns Verlag, Berlin), die vorwiegend oder allein von den Ländern geübten Aufgaben: Volksgesundheit, Wohnungs- und Siedlungswesen, Jugendwohlfahrt, allgemeine Fürsorge etc. Auch hier wird der amtliche Teil durch einen nichtamtlichen, der Abhandlungen, Entscheidungen, Berichte u. a. m. enthält, ergänzt. Daß auch Publikationen der einzelnen Träger der Wohlfahrts- und Jugendpflege über die Landesgrenzen hinaus von Bedeutung sein können, beweisen die vom Sächsischen Landeswohlfahrts- und Jugendamt in vorbildlicher Weise herausgegebenen „Blätter für Wohlfahrtspfleg e". (Kommissionsverlag und Druck bei B. G. Teubner in Dresden.) Eingehende amtliche Erläuterungen zur Handhabung der Wohlfahrtsgesetze geben Anregungen für jeden, der in dieser Arbeit steht. Neben den amtlichen legen die „nichtamtlichen" Veröffentlichungen Zeugnis dafür ab, in wie lebendiger Art und Weise Gedanken auf dem Gebiet der allgemeinen oder der Jugendfürsorge vorgetragen werden können. Die für Bayern erscheinenden „Blätter für öffentliche Fürsorge und soziale Versicher u n g", Halbmonatsschrift für Fürsorgeverbände. Versicherungsbehörden und Versicherungsträger (Verlag Bayerischer Kommunalschriften-Verlag G. m. b. H., München, Barerstr. 32) ist mehr in amtlicher Form gehatlen. (Fortsetzung folgt.) Das Arbeltsschicksal der Arbeitslosen Für die Umgestaltung der Arbeitslosenversicherung werden die Ergebnisse der Erhebung von grundlegender Wichtigkeit sein, die von der Reichsanstalt über das Arbeitsschicksal der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und in der Sonderfürsorge bei beruflicher Arbeitslosigkeit am 15. März 1929 veranstaltet wurde. Es sollte durch die Erhebung festgestellt werden, wieviel Zeit die Hauptunterstützungsempfänger gebraucht haben, um die Anwartschaft auf die versicherungsmässige Arbeitslosenunterstützung zu erwerben. Die ersten Ergebnisse der Erhebung liegen jetzt vor. Die Empfänger von Krisenunterstützung hatten bei der Erhebung auszuscheiden. Die Zahl der von der Erhebung erfaßten Hauptunterstützungsempfänger beläuft sich auf 2,064.423; davon sind 1,760.837 Männer (85%) und 303.586 Frauen (15%). Etwa die Hälfte (51.2%) dieser Arbeitslosen ist den sogenannnten Saisonberufen zuzurechnen; die knappere Hälfte (48.8%) ist aus Gründen der Konjunktur oder der Veränderungen der Wirtschaft arbeitslos geworden. Bei drei Vierteln, rund 1,528.000, von diesen über 2 Millionen Arbeitslosen konnte das Arbeitsschicksal auf ein Jahr und länger von der Arbeitslosmeldung zurückverfolgt werden. Von ihnen haben 394.000 (27.2%) während des ganzen Jahres vor der Arbeitslosmeldung in versicherungspflichtiger Beschäftigung gestanden, rund 510.000 (35.2%) länger als % des Jahres. Ebenfalls über 500.000 (34.5%) haben zwischen K und % Jahr gearbeitet. Genau 26 Wochen gearbeitet haben rund 46.000 (3.1%). Rund 77.000 Arbeitslose haben die Anwartschaftszeit im ersten Jahre nicht erreicht, da sie weniger als 26 Wochen gearbeitet haben. Bei den Arbeitslosen, deren Arbeitsschicksal länger als ein Jahr zurückverfolgt werden kann, liegt das Zahlenverhältnis über dem Durchschnitt sämtlicher Berufe besonders im Bergbau, in der Maschinenindustrie, in der chemischen Industrie, im Spinnstoffgewerbe, in der Lederindustrie und bei den kaufmännischen und Büroangestellten. In den hauptsächlichsten Saisonberufen übersteigt es den Durchschnitt in der Land- und Forstwirtschaft und im Baugewerbe. 33