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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-06-01 · 12 (Juni 1929) · page 3

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
2 (1928-1929)
Issue
12 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Es kann im Rahmen dieser Zeitschrift nicht unsere Aufgabe sein, ein mögliches Reformprogramm der Arbeitslosenversicherung zu entwickeln. Es erscheint auch in dem von der großen Presse geforderten Umfange weder möglich noch notwendig. Es soll hier nur angemerkt werden, daß der Aufbau der Versicherung durch eine rein bürgerliche Regierung erfolgte, und daß der Abbau nun von einer Regierung vorgenommen wird, der man besondere Arbeiterfreundlichkeit nachsagt. Es kann weiterhin nur angedeutet werden, daß die Arbeitslosenversicherung doch nur das Existenzminimum des Arbeitslosen garantiert, daß dieses Existenzminimum aber, wenn es von der Arbeitslosenversicherung nicht gewährleistet wird, von anderen Stellen gewährt werden müßte. Es handelt sich also um nichts anderes, als um eine Verschiebung der Lasten von Reich und Staat auf kommunale und freie Wohlfahrtspflege, um eine Umwandlung des versicherungsberechtigten und arbeitsfähigen Arbeitslosen in einen fürsorgebedürftigen Wohlfahrtsunterstützten. Kr. MITTELSTANDSFÜRSORGE DURCH KREDITHILFE VON JULIUS HARTOG, MANNHEIM UND RECHTSANWALT DR. PFÄLZER, WEINHEIM Auf der Tagung des Bundes israelitischer Wohlfahrtsvereinigungen zu Karlsruhe am 14. April 1029 sind durch die Mitglieder des Badischeii Oherrates Hartog-Mamiheim und Dr. Pfälzer-Weinheim, zwei »bedeutsame Referate über »Mittelstandsfürsorge durch Kredithilfe« gehalten worden. Obwohl diese Referate z. T. nur süddeutsche Verhältnisse berühren, dürften sie doch für einen weiteren Leserkreis von Interesse sein. Insbesondere ist der Gedanfee Dr. Pfälzers, Kredithilfe durch Zinsverbilligung zu gewähren, wert, in weiteren Kreisen beachtet und emsthaft diskutiert zu werde«. D. Redakt. I. JULIUS HARTOG, MANNHEIM: Es hat sich in der Fürsorgearbeit in den letzten Jahren immer stärker das Bedürfnis nach Stellen und Organisationen bemerkbar gemacht, die in der Lage sind, Kredite zur Erhaltung und Wiederaufrichtung von Existenzen zur Verfügung zu stellen. In einer ganzen Reihe von Gemeinden sind in den letzten Jahren Darlehenskassen eingerichtet worden. Ihre Organisation ist verschieden. Berlin ist eine Gesellschaft m. b. H. Das Stammkapital ist durch Aufnahme von Darlehen bei einer Bank und bei der Jüdischen Gemeinde beschafft worden. Es werden grundsätzlich nur Darlehen für produktive Zwecke bis zu Mk. 1000.— (in ein- 235

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