Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 2 (1928-1929)
- Issue
- 9 (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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ben mit über 50 Personen waren hier über 6,1 Millionen Arbeiter tätig, von denen über 1,8 Millionen auf die Großbetriebe mit über 1000 Personen kommen. Der Anteil der Airbeiter an der Gesamtzahl der Beschäftigten beim Bergbau, der Eisen- und Metallgewinnung und der Industrie der Steine und Erden beträgt jeweils durchschnittlich 90%. Im Handel dagegen sind dm Verhältnis zu den Betriebsleitern und Angestellten nur 17% Arbeiter beschäftigt. Im Verkehrswesen machen die Arbeiter etwa die Hälfte des Personals aus. Die Zahl der Arbeiterinnen beläuft sich insgesamt auf 2,450.000. Rund 20% der gewerblichen Arbeiterschaft sind Frauen. Sie sind vorwiegend in der Textilindustrie und im Bekleidungsgewerbe tätig. Die Büro- und kaufmännischen Angestellten zählen am stärksten im Handel, und zwar mit über der Hälfte. Den verhältnismäßig größten Verwaltungsapparat weisen die mittleren Betriebe auf, die 11 bis 200 Menschen beschäftigen. Je größer die Betriebe werden, mit umso weniger Personal können hier die allgemeinen Verwaltungsarbeiten erledigt werden. Im Gegensatz dazu steigt der Anteil der technischen Angestellten mit zunehmender Betriebsgröße. In den Großbetrieben mit über 1000 Personen machen sie nahezu 11% des Gesamtpersonals aus, die kaufmännischen Angestellten hingegen nur .rund 6%. Zahl der ausländischen Arbeiter. Nach Mitteilungen, die auf der 3. Fadupressekonferenz vom 5. Januar Herr Obersregierunersrat Dr. PeterSon machte, wurden 1928 beschäftigt: in der Landwirtschaft rund 143.000 Personen (davon 18.000 mit Befreiungsscheinen) und in der Industrie rund 140.000 Personen (darunter etwa 100.000 mit Befreiungsscheinen). Für 1929 sind zur Legitimierung 100 000 ausländische Landarbeiter zugelassen, deren Zahl im Notfall höchstens um 10% überschritten werden darf. 40% des Kontingents werden mit Rücksicht auf die große Zahl der im Frühjahr für landwirtschaftliche Arbeiten geeigneten deutschen Arbeitslosen — eine wichtige Neuerung — erst nach dem 15. April hereingelassen. ORGANISATION Am 27. Januar fand die Generalversammlung des Provinzialverbandes Brandenburg statt, die nach Anhörung eines Referates von Dr. Kreutzberger über die Fragen der Wanderfürsorge und nach längerer Diskussion über die Errichtung der Arbeiterkolonie folgenden einstimmigen Beschluß faßte: „Der Provinzialverband Brandenburg fordert die angeschlossenen Gemeinden auf, zur Errichtung der jüdischen Arbeit erkolonie einen Gesamtbeitrag in Höhe von 2000 RM. zu leisten. Sollte dieser Betrag von den angeschlossenen Gemeinden in voller Höhe nicht aufgebracht werden können, so beabsichtigt der Verband, eine Ausfallsdeckung bis zu 1000 RM. zu gewähren." Auch die am 17. Februar in Bochum tagende Generalversammlung der Wanderfürsorgestelle für Westfalen und angrenzende Bezirke befaßte sich mit der Errichtung der Arbeitarkolonie. Herr S. Adler-Rudel referierte über dieses Thema, und die Generalversammlung nahm folgende Resolution einstimmig an: „Die am Sonntag, den 17. Februar 1929, tagende Hauptversammlung der Wanderfürsorgestelle für Westfalen und angrenzende Bezirke begrüßt es, daß die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge in Berlin die Initiative zur Schaffung einer jüdischen Airbeiterkolonie zwecks Produktivierung der Wanderfürsorge ergriffen hat. Die Hauptversamlung bittet die anwesenden Gemeindevertreter bei ihren Gemeinden die Anträge zur Förderung der Arbeiterkolonie auf das wärmste zu befürworten und zu unterstützen/4 184