Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 2 (1928-1929)
- Issue
- 9 (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2709108-2709128-2709136--456-2709647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
RUNDSCHAU Mitgliederversammlung der Hauptsteile für jüdische Wandertürsorge. Der geschäitsführende Vorstand der Hauptstelle hat beschlossen, die Mitgliederversammlung der Hauptstelle für den 17. März d. J. nach Berlin einzuberufen. Die Tagung beginnt früh um 10 Uhr im Logenhaus, Kleiststr. 10. Der Vormittag wird geschäftlichen Erledigungen gewidmet sein. Am Nachmittag werden Frau S. Wronsky und Pastor Braune über die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Arbeitsfürsorge und Arbeiterkolonie referieren. Am Montag, den 18. März, soll dann die seit langem geplante Beamtentagung der Hauptstelle stattfinden. Eine Fülle praktischer Probleme, die seit langem innerhalb der Organisation der Hauptstelle diskutiert wurden, sollen nunmehr auf dieser Beamtentagung ihre Erledigung finden. Es wird erwartet, daß allen Beamten der an die Hauptstelle angeschlossenen Stellen die Teilnahme an dieseir Tagung ermöglicht wird. Darüber hinaus wäre es außerordentlich zu begrüßen, wenn auch andere Persönlichkeiten, die an der Arbeit der Hauptstelle tätiges Interesse nehmen, an dieser Beamtentagung sich beteiligen würden. Bei der Bedeutung, die diese Tagung für die weitere Arbeit der Hauptstelle haben wird, insbesondere im Zusammenhang mit den Erörterungen über die Arbeiterkolonie, spricht der geschäftsführende Vorstand der Hauptstelle die Bitte aus, daß möglichst alle Mitglieder des Reichsvorstandes sowie alle den Verbänden und den Provinzialkassen zustehenden Delegierten an der Tagung teilnehmen. Besondere Anträge, die der Generalversammlung vorgelegt werden sollen, müssen bis spätestens 10. März im Besitz der Hauptstelle sein. Die Bevölkerungspolitische Konterenz des PreuBischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Auf Einladung des Bevölkerungspolitischen Ausschusses des Preußischen Landesverbandes fand am 24. Februar 1929 unter dem Vorsitz von Frau S. Wronsky eine bevölkerungs- 178 politische Konferenz statt. Zur Annahme gelangte folgende Resolution: A. Die vom bevölkerungspolitischen Ausschuß des Preußischen Landesverbandes einberufene Konferenz über jüdische Bevölkerungspolitik, die am 24. Februar 1929 in Berlin stattgefunden hat, erkennt einmütig die Notwendigkeit, aber auch die Möglichkeit einer einheitlichen, starken, zielbewußten, umfassenden jüdischen Bevölkerungspolitik zur Erhaltung von Kraft und Ziel der Judenheit an. B. Die Konferenz bejaht die Notwendigkeit des Zusammenwirkens aller im Judentum lebendigen religiösen, ethischen und wirtschaftlichen Ideen und Kräfte zu diesem Ziele und ruft alle im öffentlichen Leben stehenden Männer und Frauen, vor allem die Rabbiner, die Lehrer, die Aerzte, die Gemeindevorstände und besonders auch die jüdische Jugend zu gemeinsamer Arbeit auf. C. Die Konferenz erkennt als ihre grundlegende Ueberzeugung an, daß — insbesondere in einer Zeit schwerer wirtschaftlicher Not — von einer Gemeinschaft die gebieterische Forderung auf ihre eigene Erhaltung durch Geburtenvermehrung nur dann gestellt werden darf und kann, wenn diese Gemeinschaft bereit ist, ihr Letztes an die wirtschaftliche Hilfe und Sicherstellung der Geborenen zu setzen. D. Deshalb irichtet die Konferenz ihren besonderen starken und eindringlichen Aufruf an die jüdischen Gemeinden, in viel höherem Umfange als bisher aktive und produktive Bevölkerungspolitik im Sinne einer gehobenen Sozialpolitik zu treiben auf allen Gebieten des jüdischen Lebens, besonders aber: 1. in einer weitgehenden Wohnunjgs- und Siedlungspolitik; 2. in einer Arbeits- und Berufsfürsorge; 3. in ihrer eigenen Gehalte- und Beamtenpolitik dm Sinne einer Bevorzugung der kindenreichen Familien: 4. in der Verstärkung und Zusammenfassung der jüdischen Mütter-, Jugendschutz- und Jugendpflegebestrebungen und derjenigen der Gesundheitsfürsorge, der hauswirtschaftlichen Ausbildung und körperlichen Kräftigung; 5. in der Einrichtung von Jugend- .und Eheberatungs-