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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-11-01 · 5 (November 1928) · page 15

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
2 (1928-1929)
Issue
5 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Wenn wir die physisch arbeitenden Elemente gesondert betrachten, ergibt es sich, daß sie 1897 53.2% betrugen (die ersten vier Gruppen der Tabelle 8) und 1926 nur 44.1% (die ersten drei Gruppen der Tabelle 5). Wenn wir ungefähr 3% Unternehmer und Beteiligte an dem Verwaltungsapparat abrechnen, die in der industriellen Gruppe des Jahres 1897 zu verzeichnen sind, so ergibt sich, daß im Jahre 1926 der Prozentsatz physisch arbeitender Juden kleiner geworden ist. Man muß dabei übrigens bemerken, daß selbst die Zahl der jüdischen Arbeiter jetzt geringer ist als im Jahre 1897. Auf Grund der Volkszählung von 1897 und der Ica-Untersuchungen von 1898 betrug die Zahl der jüdischen Arbeiter auf dem Gebiet der Staaten des Sowjet-Verbandes (ohne Lehrlinge) über 180.000 (Fabrikarbeiter, Handwerker, ungelernte Arbeiter). Wir zählen jetzt aber nur ungefähr 140.000 jüdische Arbeiter. Die jüdischen Arbeiter haben an Qualität gewonnen, denn ein großer Teil des jüdischen handwerklichen Proletariats ist aus den kleinen Werkstätten in die Fabriken der verarbeitenden Industrie sowie zum Teil in die Schwerindustrie eingedrungen, an Quantität aber haben sie verloren.Die Zahl selbständiger jüdischer Handwerker hat das Vorkriegsniveau bereits überschritten. 1898 betrug die Zahl der Handwerker (mit Lehrlingen, aber ohne Arbeiter) ungefähr 180.000, jetzt erreicht die Zahl der Beschäftigten im Handwerk (ohne Arbeiter) bis 200.000.*) Die Zahl der Lehrlinge ist aber jetzt sehr gering, während sie noch 1897 38% der Meister betrug. So ist heute die Zahl selbständiger Handwerker bereits größer als 1897; dies verdeutlicht einen wirtschaftlichen Prozeß im jüdischen Leben, in dem ein großer Teil der berufslosen Elemente zum Handwerk greift. Sehr gewachsen ist die landwirtschaftliche Gruppe. Sie ist fast viermal so groß wie 1897, was im wesentlichen eine Folge der Kolonisationsarbeit der letzten Jahre ist. In Wirklichkeit ist aber der Unterschied nicht so groß, wie es aus unseren Tabellen zu ersehen ist, denn 1897 sind nur die Familienhäupter gezählt worden, während jetzt alle an der landwirtschaftlichen Arbeit Beteiligten unabhängig von Alter und Geschlecht als erwerbstätig anerkannt wurden. Der Prozentsatz der Händler unter den erwerbstätigen Juden ist im Verhältnis zu 1897 2V2mal kleiner geworden (11.6% gegen 31%). Aber diese Angaben bedürfen einer Korrektur. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, daß unter den Arbeitslosen und „sonstigen" Berufen eine bedeutende Zahl Händler vorhanden sind. Wenn wir außerdem noch beachten, daß 1897 in der Gruppe Händler auch die Handelsangestellten vertreten waren, ergibt sich daraus, daß die Verkleinerung der erwerbstätigen Händler eine viel geringere ist, als auf Grund der *) 1926 betrug die Gesamtzahl der im Handwerk beschäftigten Juden (selbständige Handwerker, Arbeiter und Lehrlinge) 240.000—245.000 (1897 — 260.000). Dabei ist die Zahl der selbständigen Handwerker gestiegen, während die der Arbeiter und Lehrlinge sich vermindert hat. 87

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