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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-10-01 · 4 (Oktober 1928) · page 19

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
2 (1928-1929)
Issue
4 (Oktober 1928)
Date
1928-10-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Kongregationen nicht angehören. Danach leben in den Vereinigten Staaten 4,228.029 Juden. Diese Zählung ergibt ferner, daß die allgemein verbreitete Ansicht, die Juden bevorzugten ausschließlich die Großstädte, unbegründet ist; der sechste Teil aller amerikanischen Juden lebt in ländlichen Bezirken und widmet sich zu einem großen Teil der Landwirtschaft. Nur in 11 Städten der Vereinigten Staaten überschreitet die jüdische Einwohnerschaft die Zahl von 50.000. Während des 19. Jahrhunderts und in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war ein Steigen des jüdischen Bevölkerungsteils im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung zu verzeichnen. Jetzt, im dritten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts ist ein proportionelles Sinken der jüdischen Bevölkerungsziffer festzustellen. WANDERUNG Arbeitsmarkt und Lebenshaltungskosten in Argentinien und Brasilien Wir erhalten von der Emigrationsvereinigung Hias-Ica-Emigdirekt folgende Mitteilung: a) Argentinien. Für Handwerker und gelernte Arbeiter aller Art besteht in Argentinien, insbesondere in der Provinz, stets die Möglichkeit, sich einzuordnen. Natürlich sind die Aussichten für gut qualifizierte Handwerker und Arbeiter viel besser als für ungelernte Schwarzarbeiter. Sehr begehrt sind zum Beispiel in Rosario: Mechaniker, Maßschneider und Konfektionsschneider, Friseure, Schmiede, zum Teil auch Tischler und Schuhmacher. In Sante Fe werden verlangt: Tischler, Schneider, Uhrmacher, Schlosser, Bauarbeiter, Bäcker und Schuhmacher (aber nicht Schuh- und Schäftezuschneider). In den größeren Städten besteht für Bäcker keine Nachfrage mehr, desgleichen für Fleischer. Ein Handwerker verdient durchschnittlich 6 bis 9 Pesos täglich. Manchmal auch mehr, je nach den Fach- und Sprachkenntnissen. Besonders wichtig ist es für den Handwerker, seine Werkzeuge aus Europa mitzubringen, denn dies gibt ihm die Möglichkeit, von vornherein selbständig zu arbeiten und viel mehr zu verdienen, als wenn er -in Stellung gehen müßte. In Argentinien sind Maschinen und Werkzeuge sehr teuer, werden aber nicht verzollt, wenn sie vom Immigranten eingeführt werden. UngelernteSchwarzarbeiter verdienen 3.5 bis 4 Pesos pro Tag. Arbeit kann man hauptsächlich bei Eisenbahn- und Chauseebauten wie auch bei Telephonanlagen finden. Von dem Lohn der bei den Eisenbahnbauten beschäftigten Arbeiter werden 1.10 Pesos täglich für Kost und Wohnung abgezogen. Das Existenzminimum beträgt in Buenos Aires für eine Person 100 bis 115 Pesos monatlich, für eine Familie von vier Köpfen 160 bis 180 Pesos. In der Provinz beträgt das Existenzminimum für die einzelne Person 80 Pesos, für die Familie 140 Pesos. Daraus ist zu ersehen, daß ein ungelernter Arbeiter allein keine Familie ernähren kann, es sei denn, daß noch andere Mitglieder mitarbeiten. Landwirtschaftliche Arbeiter verdienen in der Erntezeit bis 9 Pesos täglich, diese dauert aber nur 2 bis 3 Monate, überdies beansprucht diese Arbeit besondere physische Kräfte. In der übrigen Zeit können sie nicht mehr als 2 bis 2,5 Pesos täglich inklusive Kost und Wohnung verdienen. Jüdische landwirtschaftliche Arbeiter, die sich für die Landwirtschaft geeignet erweisen, werden von der JCA kolonisiert, und zwar wird ihnen zu Anfang eine kleine Wirtschaft von 10 bis 12 Hektar zur Verfügung gestellt, die dann in eine 50 bis 75 Hektar große Wirtschaft umgetauscht wird. Ein besonderes Gebiet, das noch unbegrenzte Möglichkeiten in sich birgt, ist die Einführung von neuen Kleinindustrien durch jüdische Immigranten. Viele solcher Industrien wurden bereits durch jüdische Immigranten eingeführt, so zum Beispiel befindet sich die Möbelindustrie fast ausschließlich in jüdischen Händen. In den letzten Jahren haben polnische Juden die Strickerei in Argentinien eingeführt und damit die Preise für Strickwaren, die bis dahin aus dem Ausland eingeführt werden mußten, um 50 Prozent verbilligt. In kleinerem Maßstabe wurden auch Betten aus Eisen und Messing, Spiegel, Koffer 67

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