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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1927-12-01 · 6 (Dezember 1927) · page 15

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
6 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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für die Tätigkeit der Arbeitsnachweise und den Umbau der Erwerbslosenfürsorge grundlegenden Gesetz ganz besonders auf die entscheidenden Kommentatoren angewiesen sind. Leider hat der offizielle Kommentar (Weigert—Syrup) nicht das gehalten, was von ihm erwartet werden durfte. Man wird also vorläufig gezwungen sein, auf die früheren Einzelkommentare von Lehfeklt zur Erwerbslosenfürsorge und von Syrup zum Arbeitsnachweisgesetz bei all jenen Gesetzesstellen zurückzugreifen, die in das neue Gesetz nur übernommen worden sind. Trotzdem wird der Weigertsche Kommentar selbst in seiner gegenwärtigen Form das unersetzbare Handwerkszeug der Arbeit sein müssen. Es ist zu hoffen, daß die zweite Auflage in Anknüpfung an die früheren Ausgaben uns den grundlegenden Kommentar bringen wird. Der Kommentar von Herrnstadt behält dabei seine Bedeutung wegen seiner ausgezeichneten Knappheit und Kürze und wegen der Fülle der grundsätzlichen Entscheidungen, die er berücksichtigt. Der um die Förderung des Arbeitsnachweiswesens hochverdiente Verlag Kohlhammer hat eine ausgezeichnete Textausgabe des Gesetzes herausgebracht (Pr. 0,60 M.), der weiteste Verbreitung zu wünschen ist. K r. E.Graack: Die Arbeitsvermittlung in Deutschland. — (Entstehung - Formen - Wirksamkeit). — Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart. Die Literatur über die historischen und grundsätzlichen Fragen des Arbeitsnachweiswesens ist uferlos. Selbst dem Fachmann fällt es nicht leicht, sich über die wichtigsten Probleme und Voraussetzungen seiner Arbeit eine leichte Orientierungsmöglichkeit zu schaffen. Diese Lücke füllt in ausgezeichneter Weise das vorliegende Werk aus. Der Verfasser gibt eine kurzgefaßte Geschichte des Arbeitsnachweiswesens von seinen Anfängen bis in unsere Tage und erörtert an der geschichtlichen Entwicklung die grundsätzlichen Fragen des Arbeitsmarktes, erwägt das Für und Wider der gewesenen und bestehenden Formen der Vermittlungstätig- 'keit. Den Fragendes caritativen Arbeitsnachweises ist leider nuT ein enger Raum gewidmet. Das Buch ist in die Hände jedes in der Arbeitsvermittlung tätigen Menschen zu wünschen. K r. Carls-Elberfeld: Die Wanderer-Fürsorge. — Eine Zusammenstellung der bisher erschienenen Veröffentlichungen über die gesetzliche Regelung der Wanderfürsorge. 1927. Das Heft bringt den Entwurf eines Reichsgesetzes der drei Wandererfürsorgeverbände, seine Begründung, die Antwort des Reichsarbeitsministeriums, das Gutachten des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge und x\ufsätze hierzu aus der Fachpresse. Das Heft bringt leider nicht die früheren Versuche gesetzlicher Regelung, die als Grundlage der Diskussion unentbehrlich sind. K r. Jacob Lestschinsky: Die jüdische Wanderung in den letzten 25 Jahren (jiddisch) — herausgegeben von „H ias- Emigdirekt", Berlin. Trotz der Bedeutung, die das Wanderungsproblem im jüdischen Leben erlangt hat, fehlt es noch immer an einer wirklich eingehenden Darstellung, die allen Seiten dieses Problems gerecht wird. Auch das Buch Jacob Lestschinskys will diese Lücke nicht ausfüllen. Es bringt lediglich eine ziffernmäßige Darstellung der jüdischen Wanderung in den letzten 25 Jahren im Vergleich zu den Wanderungen anderer Völker. Der knappe Text des Buches enthält nur die unentbehrlichsten Hinweise zur Erläuterung der 23 großen Tabellen, die auch für den Kenner der Materie ganz neue Gesichtspunkte zur Beurteilung des Umfanges und der Bedeutung der jüdischen Wanderung enthalten. Die Tabellen enthalten nicht nur die Zahlen der Einwanderung in den verschiedenen Ländern, sondern auch ziemlich genaue Uebersichten über Alter, Beruf uud Vermögensverhältnisse der jüdischen Einwanderer. Der größte Raum ist naturgemäß der Einwanderung nach den Vereinigten Staaten gewidmet, aber auch die Zahlen für die anderen Einwanderungsländer wie Argentinien, Kanada, Palästina sind vorhanden. Eine deutsche Ausgabe dieses Buches wäre sehr wünschenswert. A. 123

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