Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- 1-2 (Juli-August 1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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rung hat uns Recht gegeben. Ich halte es für unzweckmäßig, die Richtlinien dahingehend zu ergänzen, wie in jedem einzelnen Fall zu verfahren ist. Es erscheint mir richtiger, der Persönlichkeit, die die Arbeit leitet, einen gewissen Spielraum für ihre Arbeit zu lassen, anstatt diese Richtlinien bis auf die geringste Einzelheit hin auszubauen. Es ist für unsere Arbeit gesünder, daß die Richtlinien nur den allgemeinen Rahmen der Arbeit darstellen. Damit soll naturgemäß keineswegs gesagt sein, daß eventuellen Reformwünschen Ihrerseits nicht Rechnung getragen werden soll. Katzenstein-Leipzig: Ich bestehe auch keinesfalls darauf, daß die Richtlinien zu 10 Geboten erweitert werden sollen. Sie sollen nur ein Leitfaden für die Arbeit sein. Grünbaum-Hannover : Auch ich halte es für gefährlich, die früheren Richtlinien der Hauptstelle bis ins einzelne auszubauen und zu erweitern. Wir würden dann allzubald zu sehr negativen Ergebnissen kommen. Vorsitzender B e r g e r - B e r 1 i n : Ich fasse also den Wunsch der Versammlung dahingehend zusammen: Auf Grund des Grünbaumschen Referates werden die Richtlinien ergänzend durchgearbeitet und sozusagen mit einem Kommentar herausgegeben, der die praktische Arbeit im Einzelfalle erleichtern soll. Wir wollen uns nunmehr noch über die Organisation des Archivs, Informationen und die Statistik unterhalten. Schwarzschild-Stuttgart: Wir haben den Wunsch, daß die Zehrgelder für alle Kassen einheitlich festgesetzt werden, und zwar würden wir als Grundlage die Kilometerzahl des Reisewegs festsetzen wollen. Es erscheint uns nicht angängig, daß man in einzelnen Kassen verschieden verfährt. Grünbaum-Hannover: Wir würden dringend vor einer solchen Festsetzung warnen, wir glauben, daß man in jedem einzelnen Fall sich nach den Gegebenheiten richten muß. Vorsitzender B e r g e r - B e r 1 i n : Ich bitte, den Antrag Schwarzschild dem Vorstand zur weiteren Behandlung zu überweisen, und zwar dergestalt, daß eine Schematisierung vermieden, aber trotzdem den einzelnen Kassen ein Anhaltspunkt gegeben werden soll. Grünbaum-Hannover: In der Vorkriegszeit bestand bei allen Kassen ein einheitliches Register zur Eintragung der Wanderer. Wenn die Listen von allen Kassen vollständig geführt werden, so ergibt sich ein ausgezeichnetes Material für statistische Bearbeitung. Weil bisher diese Unterlagen fehlten, konnte naturgemäß die Statistik der Hauptstelle nicht vollständig sein. Ich würde deshalb beantragen, daß die einzelnen Kassen hinfort ihre Eintragung auf Grund eines einheitlichen Schemas machen sollen, das am Ende des Jahres der Hauptstelle zur Bearbeitung weitergegeben wird. Katzenstein-Leipzig: Auch wir beantragen eine einheitliche Formular- und eine einheitliche Bücherführung für alle Kassen. Die ungeheuer schwierige Arbeit wäre dann viel leichter zu erledigen. Es ist selbstverständlich, daß alle Fagen, die die Hauptstelle beantwortet sehen möchte, auch von den Kassen sorgfältig dauernd beantwortet werden. Der Bericht, der uns für 1925 vorliegt, erfordert eine erhebliche Hineinarbeitung, um alle Zahlen richtig zu erfassen. Es wäre recht wünschenswert, wenn solch ein Bericht in populärerer Form gegeben würde, damit man wirklich sehen kann, was die Wanderfürsorge in Deutschland leistet. — 45 —