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Blau-Weiss-Blätter · 1921-08-01 · 11-12 (8.1921) · p. Seite 198

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
11-12 (8.1921)
Date
1921-08-01
Page
Seite 198 (sequence 12)
Language
German
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feuern" der Nacht und voll von fruchtbarsten Spannungen zwischen Kleinen» Gereifteren und jenen wenigen Auserwählten, die als Führer das Gesicht des* Stammes und die Würde seiner Besonderheit bestimmen, kennzeichnet die Waldpfadfinderei. Das Nachahmen indianischer Manieren, das Kleiden in indianische Tracht, die primitiven Schnitzereien, Kriegszüge, — Tänze, — Namen bedeuten nicht die Stammeserziehung: Woodcraft is not Wampum, meint Baden-Powell. Aber in ihnen, und nicht zuletzt in ihnen als Formen, verbirgt sich der Sinn einer Erziehung, die der praktischen Pfadfinderarbeit einen Rahmen von hinreißender Kraft geschaffen hat . ' Können ist hier mehr als bloßes Können und Bescheidwissen; der Wölfling, der erst nach vielen Proben seines Könnens und seines Charakters, als Krieger des Stammes eingeweiht wird, ist nicht blos wissender, sondern gereifter geworden, an Körper, Geist und Seele. Dann über alles Tun wacht das Totem, das geheiligte Tierzeichen der Horde, als Symbol des Geistes der Wälder und der ewigen Jugend. — . Die Auswahl aus Tribal Training (Hargrave) war besonders schwierige aber unbedingt gefordert: - Das Hordenleben ist keine Organisation; es hat kein Hauptquartier, keine Sekretäre, keine Komiteesitztmgen, es ist nichts als — Hordenleben. Es ist nichts weiter als ein gestaffeltes System von Feldleben und Waldwissen. Der nächste Schritt, wenn man den Boden hat, ist die Bildung des „Ratskreises*. Das Hordenleben beruht auf der Tatsache, daß in seiner Lebenshaltung seinen Empfindungen und Wünschen der Knabe ein primitiver Mann ist Weil das so ist, kommen alle Handlungen des inneren oder äußeren Lebens vor dem Ratsfeuer zustande, denn „Das Ratsfeuer war für den freien Menschen der Ort der Weisheit*. Wenn die Menschen der Freiheit -am Lagerfeuer sich gesammelt hatten, dann „hielten sie Rat" miteinander, und am Lagerfeuer tauschten sie die Lehren der Wildnis aus, erzählten und überlieferten sich ihre Geschichte» und weihten ihre Kinder in die Künste des Jagens und Spähens und in die Geheimnisse der Natur ein. Dies war der erste „Schulsaal" und der einzig natürliche für den Knaben. Der Junge (im Herzen ein primitiver Mann) soll am Ratsfeuer geschult und belehrt werden. So ist das Ratsfeuer das eigentliche Herz und die Hauptquelle des Hordenlebens. Laß deine Jungen sich niederkauern und bringe ihnen Bücher wie der „Letzte Mohikaner", Scouting for boys, Bücher von Ernest Thompson Seton. Erkläre ganz schlicht, daß es sich um eine neue Erziehung im Freien handelt, die die Dinge lehren will, die in der Schule nicht gelehrt werden»-— wirklich die „Schule der Wälder" — Selbstdisziplin, Schweigsamkeit, Spuren lesen, Zeichen geben, Rauchsignale senden, Kriegstänze, Hütten und Zelte machen, Totemiehren und all die geheimnisvollen und aufregenden Dinge, die in den Abenteuergeschichten stehen, das sind die Hauptsachen dieser 198

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