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Blau-Weiss-Blätter · 1921-08-01 · 11-12 (8.1921) · p. Seite 197

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
11-12 (8.1921)
Date
1921-08-01
Page
Seite 197 (sequence 11)
Language
German
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Buschleute und Viehtreiber von Australien, die Polizeileute von Nordwest- CanäiäAtodivV-QEE-Südafrika — all das sind Friedensscouts, wirklich Männer, in jedem Sinne des Wortes, und durchaus in der Scoutkunst beschlagen, d. h. sie verstehen draußen im Dschungel zu leben, sie können überall ihren Weg finden, können aus den unbedeutendsten Zeichen und Fußspuren Schlüsse ziehen; sie wissen, wie sie sich gesund erhalten, weit entfernt von jedem Arzte, sind stark und mutig und bereit, jeder Gefahr ins Auge zu sehen, und schließlich immer geneigt, sich gegenseitig zu helfen. Sie sind gewohnt, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und es ohne Zaudern wegzuwerfen, wenn sie dadurch ihrem Lande helfen können. Es ist ein großes Leben, aber es kann nicht plötzlich von einem jeden auf sich genommen werden, der glaubt, an ihm Gefallen zu finden, — wenn er sich nicht zuvor darauf vorbereitet hat , . Am besten glückt es denen, die Scoutkunst lernten, als sie noch Jungens waren. Sie kommt einem jeden zustatten, welchen Beruf man auch immer ergreifen mag, ob man Soldat, Wissenschaftler, Arzt oder selbst Kaufmann in der City wird. . Was die Scoufbewegung nicht ist: Ein Jugendpflegeverein auf der Grundlage der Wohltätigkeit, eine Schule mit festem Pensum und Prüfungsklässen, eine Brigade von Offizieren und Privatleuten, um Jungen und Mädeln Männlichkeit einzudrillen, ein Theaterspielen, wo Scheinerfolge erzielt und mit Verdienstabzeichen, Medaillen usw. bezahlt werden. Was sie ist: Ein Spiel, in dem ältere Brüder (oder Schwestern) ihren jüngeren Brüdern eine gesunde Umgebung bieten und sie zu gesunder Tätigkeit aufmuntern können, d. h. ihnen helfen, Citizenship zu erwerben. Ihre stärkste Kraft liegt im Naturstudium und in der Waldverwandschaft (wooderaft). Wir sind eine Schule der Wälder. Wald verwandschaft. War Waldkunst im Handbuch Baden-Powells und in der allgemeinen Boy Scout Bewegung nur ein Gegenstand 'unter vielen, so steht sie in der Form pfadfinderischen Lebens, die Hargrave mit außerordentlicher Kraft und außerordentlichem Gestaltungsvermögen gebildet hat, ganz in der Mitte und hat ihre Grenzen weit über ihren ehemaligen Bereich herausgerückt. Diese Form des Lebens ist die Stammes-Erziehung: Die Jugend lebt in den Wäldern, auf eigenem Jagdgrund, dessen Eigentümer sie geworden ist, und lebt das primitive und gefahrvolle Leben der Naturvölker. Der Indianer ist vom Sinnbild zum Helden, vom Helden zum Ebenbild geworden. Ein Stamm oder eine Horde kennt Wölflinge, Krieger und Häuptlinge, eine Staffelung der Gemeinschaft, die von innen heraus wächst. Ein Leben voller aufgesuchter Abenteuer, voller Aufgaben, die sich selber stellen, voll der schönsten Erlebnisse an den „Rats- 197

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