Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 11-12 (8.1921)
- Date
- 1921-08-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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BI^AU-WEISS-ffiljÄTTEm FÜHRERZ EITUNQ HEBAUSGEGEBEN YON DER BUHOESLEITUlfö D. JÜDISCHEN WAKDERBÜNDE BLAU-TTEISS Awg.-Sept.1921 Jahrg. II des Führerheßes ♦ Meß 11/12 BOY SCOUT HEFT Einleitung:. Warum haben wir als Jungen den Robinson gelesen und immer wieder gelesen? Warum ist seit nunmehr zweihundert Jahren eine jede Jugend den Schicksalen des einsamen Inselmannes mit größter Hingabe und Spannung gefolgt? Schwerlich war es die moralische Tendenz Defoes, die mit erhobenem Zeigefinger warnte: „Bleibe im Lande und nähre dich redlich", was uns an diesem unvergänglichen Werke angezogen hat. Vielmehr war es die Wunderwelt einer fremden, bunten Sphäre und die Unmenge abenteuerlicher Erlebnisse, die uns für dieses Buch gewannen. Aber das war es nicht allein! Wer anders hat Robinson geholfen, so lange Zeit auf dem menschenfernen Eiland zu leben, sich aufs beste einzurichten, alle angeborenen Fähigkeiten aufs fruchtbarste zu betätigen und alles sich zu beschaffen und herzustellen, was er benötigte, — wer anders als er selbst? Unsere Phantasie wurde angeregt, sich vorzustellen, ob man sich in gleichem Falle ähnlich zu helfen wüßte. Denn selbst etwas zu machen und dis primitiven Verhältnisse herbeizuwünschen, in denen man auf die einfachsten Mittel seiner eigenen Kraft verwiesen sein würde, — das hat doch einen jeden Jungen, und gerade einen Jungen der Großstadt, wenigstens einmal bewegt Unsere Jungen von elf, zwölf, dreizehn Jahren haben alle etwas hiervon, auch die, denen man es auf den ersten Blick nicht anmerkt, die schwerfällig und schwermütig erscheinen. Jeder Junge von diesem Alter lebt in einer Welt, die immer etwas Märchenhaftes hat, die jedenfalls nicht die „wirkliche* Welt ist. Daher kommt sein Hang zu allem, was nicht alltäglich ist, daher seine Lust, zu „spielen", sich in eine Rolle hineinzudenken, ohne sich dabei als Schau-Spieler vorzukommen. Sicherlich ist bei unseren Jungen alles, Akzent, Ideen, Ausmaß, anders als bei deutschen oder englischen Jungen. Aber auch für sie ist der Robinson, der Indianer, Räuber usw. eine Wirklichkeit und kein Truggebilde, über das man am Ende nur lächelt Das Boy Scout Leben ist ein einziges Spiel. Das ist es überall, nicht nur in der Angleichung des Club Systems an das Leben der Wölfe und des Dschungelbuches, nicht nur in den Spielen selbst. Ein Junge, der sich um 189