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Blau-Weiss-Blätter · 1921-05-01 · 8-10 (5.1921) · p. Seite 183

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
8-10 (5.1921)
Date
1921-05-01
Page
Seite 183 (sequence 53)
Language
German
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iat 63 eben doch notwendig — und Auch ceinlieher — die Fragen des geschichtlichen Sehens und der Geschicbtserziebung, von deren Grundsätzen aus allein, was jüdische Erziehung sei, begreiflich gemacht werden kann, einem zweiten Hefte vorzubehalten. So konnten in diesem Heft geechichtlich«, jüdische Fragen ausdrücklich nicht behandelt werden, und die Auswahl der Stoffe ist samt *Hen Möglichkeiten zu falschen, «cblag wörtlichen Auslegungen nicht dem Zufall zu danken, sondern einer notwendigen Ordnung. Denn sind einmal die Grundsätze der Erziehung klargestellt, dann wird von einem solchen eindeutigen Niveau aus auch die Verständigung über ihre besonderen und einmaligen Fragen, wie sie unsere geschichtliche Lage drängend macht, fruchtbar werden können. Und so ist die Klarheit über die Probleme dieses Heftes notwendige Voraussetzung für die Erfassung eines zweiten, welches die Fragen des geschichtlichen Sehens, der jüdischen Erziehung also, zur Diskussion stellen wird. \ Zum Aufsatz t Im Rahmen der Blau-Weiss-Blätter ist schon einmal über Zeichnen geechrieben worden (IV, 6). Der Erfolg war gering, obwohl in dem betreffenden Aufsatz Bemerkungen stehen, die noch heute lesenswert sind. Auch in der kurzen Notiz, die später geschrieben wurde (VI, 5), sind Sätze xn finden, die an Aktualität nichts elngebüsst haben. Das Niveau der Veröffentlichten Zeichnungen ist da» gegen bedeutendungleichartiger, cm praktisch anzuregen. Immerhin war die Skizze von A. Davidsohn (HI, 4) in ihrer phrasenlosen Ausdruckskraft von Wert. Wer das Februarheft 17 (IV, 5) besitzt, sehe «ich sorgfältig die Zeichnung auf Seite 127 *n; sie ist künstlerisch «njttelmässig, aber sicher beobachtet *nd von prachtvoller Ehrlichkeit: Sie enthält keinen Strich, der ein Moeses Ungefähr bedeutet. Gerade ber Zeichnen« im Vergleich mit der routinierteren Technik, dabei aber inneren Flachheit der Goldbaumschen Zeichnung (III, 4) gewinnt sie als Leistung, die ein jeder, wenn er sich nur Mühe gibt, erreichen kann. Die Federskizzen von Sidney Haskel (VI, 3) sied zu eigenwillig und anspruchsvoll, um als Beispiel einer ersten Tüchtigkeit angesehen zu werden. Die Schnitte in Linoleum oder Holz (z. B. Artur Korn, II, 5; Erich Göldbaum, III, 4) sind durch Stilisierung und Glattheit samt und sonders von dem Ziel entfernt, das wir uns zu stellen haben. Was ist aber dieses Ziel? Kein anderes, als das Ziel der goethischen Zeichenversuche, nämlich „das rechtschaffen sinnliche Erfassen der Gegenwart und der Gegenstände*, (Gundolf). M. B. 183

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