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Blau-Weiss-Blätter · 1921-05-01 · 8-10 (5.1921) · p. Seite 154

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
8-10 (5.1921)
Date
1921-05-01
Page
Seite 154 (sequence 24)
Language
German
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_ des Menschen sind Beispiele, die jedem bekannt sind. Hü den »Fossilien* sind demnach Zeitmesser gegeben, die in die Kette der Entwicklung richtig ein«, ordnen die Aufgabe der Paläontologie, der Wissenschaft vom alten Sein, bedeutet — Ein Aufschluß wird nicht immer nur aus einem Gestein bestehen, sondern oft gerade die Steilen freilegen, an denen mehrere der Zeit und Art nach verschiedene Gesteine aufeinanderliegen oder aufeinanderstoßen. Einschlüsse fremder Arten, von Salzen oder Mineralen (Gang, Linse, Druse) werden garnicht selten sein. Auch wird man nicht immer Bildungen von einheitlicher Struktur begegnen; Trümmer, Geröüe und ihre nachherigen Verfestigungen zu Breccien und Konglomeraten sind häufig. Die Fragen werden sich an solchen Orten mehren, wenn man schon in der Lage ist, Umformungserscheinungea (z. B. Richtungsänderungen, »Kontaktmetamorphose* u. s. w.) zu erkennen und zu beobachten. ■ Die geologischen Kräfte bauen nicht nur auf, sondern formen um und zerstören. Ihre Arbeitsweise kann eine außerordentlich verschiedene sein. Stets aber genügt sie physikalischen und chemischen Gesetzen als den Grund* lagen dar gesamten Natur. Die geologischen Kräfte entstammen entweder Jener Zone des Erdinnern, die vom Magma ausgefüllt wird, oder sie entstammen der Atmosphäre und dem Leben. Gesteine bildet das Meer wie das Magma. In allen Zeiten sammelte sich der Schlamm des Meeres auf dem Grunde, schichtete sich zu Ton und Lehm und wurde fest, als Zeit, Druck und Temperatur die erforderlichen Bedingungen schufen. Oder die festen Schalen der Tiefseetiere türmten sich in jenem alimählichen und unübersehbaren Hintereinander der Zeiten zu einem Uebereinander im Räume auf, das durch Verschiebungen in der Erdkruste hoch über den Meeresspiegel als Gebirge emporgehoben werden konnte, aus dessen Schichten wir nun umgekehrt die Zeiten lesen. Oder das Eidinnere warf in Hohlräumen seine zähflüssigen Schmelzmassen hoch herauf, die bald über der Oberfläche sich ergießend als Effusivgestein schnell erstarrten, bald noch innerhalb der Erdrinde sich abkühlend als „plutonisches" langsam fest wurden. Dem Aufbau der Gesteine steht ihr Abbau entgegen. Der nackte Fels wird vom Wetter dauernd zernagt und auch die dichteste Vegetationsdecke kann den bepflanzten nicht endgiltig vor der Zerstörung bewahren. Beispiele sind hier jedem gegenwärtig. Wie die organische Natur aber wieder neue Kräfte aus Verfallendem und Totem zieht, so bedeutet auch in der unbelebten der Zusammenbruch den neuen Anfang. Der Wind weht den Staub zum Löß zusammen, der Gletscher furchte Talkessel und füllte die Tiefebenen des nördlichen Frankreichs, Deutschlands und Rußlands. Das Endprodukt der Verwitterung heißt Bodenbildung, und gerade der Ackerboden, von dem schon im Anfang gesprochen wurde, verdankt den chemischen Einflüssen des Wassers, Mas unter der Beihilfe von Sonne und Wind die Gesteine auflöst, seine Fruchtbarkeit Die Möglichkeiten der Verwitterung sind unter jedem Himmelsstrich andere. Wird z. B. im kälteren Klima die Zersetzung gewisser Mineralien, besonders des Feldspats, fast ausschließlich gelbbraunen Boden (Brauneisenstein) liefern, so kann sie in den Tropen zu beinahe rotgefärbtem (Roteisenstein) führen. Weiches Gestein wird leichter angegriffen und abgetragen als härteres; Hebungen und Senkungen eines Gebirgskammes können die auffallendsten Spuren einer solchen „Auswahl*-Arbeit des Wetters bedeuten. 154

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