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Blau-Weiss-Blätter · 1921-03-01 · 6-7 (3.1921) · p. Seite 103

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
6-7 (3.1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 103 (sequence 9)
Language
German
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tun, wird selbstverständlich; läßt sich in ihrer Erfüllung doch alles anwenden, was man gelernt hat und beherrscht. / Damit ist der praktische Inhalt des Büches und das System des Boy Scout Lebens in seiner Geschlossenheit dargestellt worden. Das letzte Kapitel des Werkes handelt vom Patriotismus und erzählt die Geschichte und Einrichtung des engi schen Staates, führt somit das Ganze mit der Idee zu Ende, auf der es im Innersten ruht \ IV- „Jeder Junge hat -wie jeder Wolf einen herzhaften Appetit. Dieses Buch ist ein Mahl, das ein alter Wolf den jungen Wölflingen anbietet. Kräftiges Fleisch gibt's in ihm zu e«sen und zähe Knochen zu benagen. Aber wenn jeder Wölfling mit" dem Knochen ebenso gut fertig wird wie mit dem Fleisch und das Fette mit dem Magern frisst, so wird er, wie ich hoffe, aus jedem Biss schöne Kraft gewinnen und manches Vergnügen." Mit diesem Wort leitet Baden-Powell sein zweites Handbuch ein., das die Erziehung der Jüngeren zwischen 8 und 11 Jahren behandelt, (1. Ausgabe 1916). Ihr Leben ist ganz in die Tiererzählung des Dschunge'buches von Kipling eingetaucht; sie haben das Gebaren und die Wildheit der jungen Wölfe und ahmen ihre Gewohnheiten nach Das Handbuch ist statt der Kapitel in „Bisse* eingeteilt, ähnlich dem Scoutwerk. das in „Erzählungen am Lagerfeuer" sieb gliederte. Der Wolfcub ist kein Scout, aber wie er ihm im Alter vorangeht — nur elfjährige können eingeschrie? en werden so richtet er sich völlig nach ihm. Der Patrouille entspricht die Sechseischaft, dem Troop der Pack, dem Teriderfoot der Tendeipad, den Scouts erster und zweiter Klasse die Cubs mit verschiedener Anzahl von Sternen, dem Scoutmaster der Cubmaster; Eid, Gesetz, Uniform, Tests und Badges mit Prüfung und verschiedene Handfertigkeiten sind aus dem Leben der Scouts herübergekommen. Dabei ist es selbstverständlich, daß die Anforderungen dem Können der Jüngeren, die Tätigkeiten ihrem Gesichtskreis angepaßt sind. Zu Haus soll sich der Cub umsehen, Enten, Hühner, Kaninchen, Katzen und Hunde beobachten und ihre Spuren lesen können. Die Verrichtung der einfachsten und alltäglichsten Arbeiten soll er verstehen.! Er soll sein Bett machen, soll Feuer auf verschiedenste Weise richten körnen, Fenster ieinigen, Schuhe säubern, Geschirr abwaschen, Teppich kehren, Wäsche waschen und Botengänge tun: das sind die Fertigkeiten, in denen sich der Cub ausbildet, Fertigkeiten, die ihn zu »guten Werken* von klein auf befähigen. Wie die Wö fin zu ihren Jungen steht, sie nicht verzärtelt, sondern wie ihre Mutterliebe darin besteht, ihnen in ihrem Leben durch praktische Unterweisung weiterzuhelfen, so wird auch der Cubmasier seine Jungen behandeln. Wenn er zu ihnen kommt, so hocken sie nieder und umgeben ihn im Kreis. Zum Gruß wird ein Wolfsheulen vernehmlich, und dann beginnt die Uebung, sich in Lernen und Spielen ganz ähnlich wie die Arbeitsweise der Boy Scouts gliedert. Wie es eigene Sitten gibt, so gibt es natürlich eigene Uebungen, eigene Badge%; aber im^öumde besteht die Praxis des Wolf Cub Lebens in «iner Abwandlung des Boy- Scout Lebens.

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