Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 3 (12.1920)
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 54 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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erfüllt. Das Verhältnis der Praktikanten zum Inspektor ist, im Gegensatz zu den früheren, nun überwundenen Stadien des Markenhofes, ein solches, das sich auf engste Zusammen arbeit, menschliches Vertrauen, aber auch Gefühl für Disziplin und für die Unterordnung unter den erfahreneren, verantwortlichen Leiter gründet Der Markenhof ist als zionistisches Lehrgut zweifellos das aussichtsreichste, das wir gegenwärtig haben. Es hat den ungeheuren Vorteil vor andern, daß der ganze landwirtschaftliche Betrieb zuverlässig und für unsere Ausbildung auf das beste geeignet ist. Was zum Teil noch fehlt, sind die Menschen, die durch ihre Arbeit, ihr ganzes Zusammenltben dort den Geist hervorbringen, der für uns ein ganz wesentliches Moment der Palästinaerziehung darstellt. Diese Menschen dorthin zu bringen, auch unsere Menschen alle soweit zu bringen, daß jeder von ihnen ein zuverlässiges Gemeinschaftsglied an der Stelle ist, wo er girade steht, das ist unsere Aufgabe. Hier darf und soll uns keiner helfen. Und die schönsten und besten Boden» und Klimaverhältnisse, die sichersten Vorbedingungen bedeuten nichts für unsere Ausbildung, wenn wir nicht von vornherein die Qualitäten mitbringen, die uns zur Erziehung zu wahren Palästinapionieren reif machen. Berlin Werner Rosolio. Lehrwerkstätten für weibliches Handwerk. Unsere Lehrwerkstätten wurden am 10. November d. J. in Berlin, Meraner- Straße 11, eröffnet Die Lehrweikstätten stellen eine Arbeitsschule dar, in der die praktische Ausbildung der Schülerinnen den breitesten Raum einnimmt. Eine möglichst vielseitige und gründliche Erlernung jedes Handwerks^ das für Mädchen in Betracht kommt; wird in dieser Schule ermöglicht .Der Unterricht in den Werkstätten zerfällt in praktische und ergänzende theoretische Usbungen. Ein ausgedehnter Zeichenunterricht bildet bei den Begabteren die Grundlage zur Betätigung in den speziellen handwerklichen Fächern. Dieser Zeichenunterricht soll die eigenen produktiven-Anlagen dsr Schülerinnen nach Möglichkeit entwickeln; durch ernsthaftes Vertiefen in die Form und durch Nachbilden soll das Formgefühl gesttigert und die Freude am Sehen geweckt werden. Bei den vom Natur weniger Begabten wird der theoretische Unterricht sich zuerst in engen Grenzen hallen müssen» während die praktische Betätigung durch den Anreiz schon sichtbarer kleiner Erfolge die erste Freude an der Arbeit hervorruft und deshalb bei diesen Mädchen ganz im Vordergrund der Ausbildung stehen muß. Die rein praktischen Unterrichtsfächer umfassen: 1. Entwerfen von Stickerei- und Tapetenmustern, Ornamentik, Piakaten, Vorsatzpapieren. 2. Batiken in verschiedenem Material (Stoffe, Papier, Holz). 3 Sticken, Nähen, Häkeln, Stricken* Stopfen. 4. Anfertigen von kunstgewerblichen Gegenständen: Korbflechten, Kinr derspielzeug, Lampenschirme, Taschen, Beutel, Tee puppen usw. 5. Buchbinden, Papparbeiten, Bilder» rahmen. In den Werkstätten wird Kundenarbeit hergestellt, und so finden dieSeb5lerinnen bald Gelegenheit zu einem kleineren Erwerb.