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Blau-Weiss-Blätter · 1920-10-01 · 1-2 (10.1920) · p. Seite 9

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
1-2 (10.1920)
Date
1920-10-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Die Kunstwanderbücher von Oscar Schwindrazheim (Hamburg. Im Gutenberg-Verlag. 1907/08. 5. Bändchen) sind gelegentlich zu brauchen. 4 Nb. Das Buch von Paul Wolf, Städtebau (1919) ist mir nicht bekannt Angeführt wurden von den wichtigsten Werken nur solche, die augenblicklich im Buchhandel vorrätig sind. Die blauen Bücher, besonders die Einleitungen von Pinder zu den Bänden „Deutsche Burgen" und „Deutscher Barock* wären sonst genannt worden. *-r- Zum Schluß aber sei noch einmal an die Grundmeinung des vorliegenden Aufsatzes erinnert, daß, wie alle Erziehung darauf ausgeht, die Kräfte des Einzelnen frei zu entfalten, auch alle Kunsterziehung rur darin ihren Sinn finden kann, Augen, Kopf und Seele am Kunstwerk zu öffnen. Vor und bei aller Lektüre muß man sich bewußt sein, daß das Buch nur ein Mittel ist und daß es gelernt sein will, das aus ihm herauszuholen, was In ihm steckt „Zu Papier gebrachte Gedanken sind überhaupt nichts weiter als die Spur eines Fußgängers im Sande; man sieht wohl den Weg, welchen er genommen hat, aber um zu wissen, was er auf dem Wege gesehen, muß man seine eigenen Augen brauchen.* (Schopenhauer). Breslau Martin Bandmann Politische Erziehung. Eine Arbeit ist politisch, wenn sie ganz auf Wohl und Nutzen des Volkes, nicht auf den des Individuums eingestellt ist Wahrer Nutzen wird nur da erzielt, wo der Mensch seine seelischen mit seinen intellektuellen Qualitäten, d. h. Trieb und Liebe zum V.olk mit seinen Fähigkeiten und Kenntnissen vereinigt und so schafft Liebe allein genügt, nicht, da es sich hier um eine Arbeit handelt, die mit erhöhter Fachkenntnis nützlicher wird. Dazu kommt noch, daß wirkliches, dauerndes Schaffen eine Persönlichkeit voraussetzt, welche im Bewußtsein ihres Volkes und ihrer Bildung schafft und damit der Arbeit eine Stetigkeit verbürgt, die sie, wenn sie nur von Lieibe diktiert und damit von Augenblicksschwankungen 4er Laune abhängig ist, nicht besitzt. Ferner muß die Liebe zum Volk verankert fein in einem tiefen Wissen um seine Wurzeln — Sprache, Literatur, Geschichte —t $o daß sie frei ist von Stimmungen und über alle Zweifel des Augenblicks glücklich hinübergetragen werde. Eine dreifache Aufgabe bat also die aufs politische gerichtete Erziehung zu erfüllen: Uebermittlung von Kenntnissen, die der Beruf fordert Aufbau einer tief verankerten umfassenden Allgemeinbildung, endlich Einpflanzung von Wissen um die Wurzeln des Volkes. Die ersten zwei Aufgaben fallen in das Bereich der Schule. Und wenn auch gesagt werden muß, daß die Schule diese Aufgaben nicht erfüllt, so folgt daraus rieht, daß der Blau-Weiß die Schule ersetzen muß; denn die Unmöglichkeit liegt klar auf der Hand. Einmal aus Gründen der Zeit -— die öffentliche Schule beschlagnahmt ja den größten Teil der Zeit des Jungen. Ferner kann der Führer unmöglich in allen Wissenszweigen, die der Junge nur immer aufgreifen

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