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Blau-Weiss-Blätter · 1920-10-01 · 1-2 (10.1920) · p. Seite 7

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
1-2 (10.1920)
Date
1920-10-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Aus allen Schriften Lichtwarks (Auswahlausgabe in 2 Banden erschien 1917 bei Cassirer) ist stofflich wie methodisch für die grundlegenden Betrachtungen alles zu gewinnen. Die starke und umfassende Kraft seines Sehens schließt einem das Verständnis gerade zu den Dingen auf, die uns täglich umgeben und an denen wir ziemlich blind vorübergehen. , . ..' Alle anderen Werke folgen erst in gewissem Abstände. Karl Voll, Gemä!destudienf v 2 Bände (München bei Georg Müller; 1 Band Alte Meister, 2. Band Werke des 19 Jrhdts.) Vergleiche von Original und Kopie, etwa der (echten) Madonna mit dem Bürgermeister Meyer von Holbein d. J. in Darmstadt mit der (barocken) Kopie in Dresden, oder stofflich identischer,Werke Da das Buch aus der kunst g eschichtlichen Praxis herstammt und in den Grundlagen nicht sauber ist gehört schon einige Sicherheit zu seiner vollkommenen Durchdringung. Diese Bedenken gegenüber einer Benutzung des Buches als erste Einfuhrung erheben sich auch zu der Entwicklungsgeschichte der Malerei i n Einzelstudien Volls (Lp., Inselverlag 3 Bände), die allerdings durch ihre analythische Methode für unseren Zweck fruchtbar ist Die Werke Heinrich Wölfflins, die an ganz bestimmten Gegensätzen und Beispielen [Die klassische Kunst (mehrere Auflagen),- Die Kunst Albrecht Dürers (2. veränd Aufl 19J9), Kunstgeschichlliche Grundbegriffe {2 Aufl. 1917), Die Bamberger Apokalypse, eine Reichenauer Bilderhandschrift aus dem Jahre 1000 (1918); alle Werke bei F. Bruckmann,-München] allgemeines in ganz hervorragender Weise entwickeln, eignen sich keineswegs fürs erste und sind erst später von Wert. Plastik. ~ Eine grundlegende Schrift, die zum rechten Sehen verhilft, ist noch ungeschrieben. JNur in Einzelarbeiten finden sich Stellen, .die auf einer höheren Stufe bedingte Anregung geben, so bei H. Fechheimer, Die Pkstik der Aegypter (Berlin 1914, Cassirer);. * Emanuel Löwy, Die griechische Plastik. Textband und Tafelband. (Lp. 1911, Klinckhardt & Biermann); Wilhelm Finder, Die deutsche Plastik vom ausgehenden Mittelalter bis zum Ende der Renaissance. (Berlin-Neubabelsberg, Akademische Verlagsanstalt. „Handbuch der Kunstwissenschaft*). Als Buch noch nicht erschienen; nur 2 Lieferungen {1914 und 1918) sind voirätig Namentlich das, 1. Heft, das das sehr wichtige Verhältnis von Handwerk und Kunst, Bauhütte und Zunft berührt, enthält eine Fülle pr'nzipieller Einsichten, deren Verfolg sehr weiter führt Schließlich bei Wölfflin's Kunstgeschichtlichen Grundbegriffen. Architektur." Was von der Plastik gilt, ist bei der Unmasse von Kompendien und Einzelarbeiten hier noch mehr gültig* Das Sehen des Einfach-Notwendigen an diesem Gegenstande zu 1-hren, hat noch niemand unternommen. Die beiden Schriften Heinrich Tessenow's »Der Wohnhausbau* (Mönchen, 2. Auflage 1914, Callwey) und »Vom Hausbau und dergleichen* (ibid.) enthalten zu viele technische Details, um den Anfänger zu befriedigen. Dennoch wird auf diese Bucher noch am ehesten zurückzugreifen sein, da hinter jeder technisch-praktischen . Einzelheit sich das Notwendig-Allgemeine verbirgt. Von Paul Schultze- 7

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