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Judaica · 1937-11-01 · 25-26 (November 1937) · p. Seite 40

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Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
25-26 (November 1937)
Date
1937-11-01
Page
Seite 40 (sequence 42)
Language
German
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unschuldige Menschen als Opfer der gewissenlosen Politik von Führern, die in sicherer Ferne ein behagliches Leben führen. Wir erheben dagegen Protest, dass von Zionisten und gar Agudisten noch immer Handlungen, Reden und Artikel verbrochen werden, welche das Leben und das Eigentum der Juden in Palästina gefährden, wie es bisher geschehen ist Am Bedauerlichsten ist die Haltung des Dr. Isak Breuer. Es lösen sich allseits die Bande des Prinzipes, der Disziplin und des wahren Bibelgeistes. Altarzionismus und Geschäftszionismus. Unter diesem Titel hat der Redakteur der „Judaica” im „Egyenlöseg” gegen die völlige Kommerzialisierung des Zionismus durch Dr. Joscl Pata^' Stellung genommen und es als inkompatibel bezeichnet, dass der Präsec der Pa lästina-Gesellschaft die Palästina-Reisen und andere zionistische Tätigkeiten erwerbsmässig betreibe. In einem anderen Artikel wird gegen die falsche Einstellung der zionistischen Richtlinien Herzl protestiert. Herzl, in dessen Namen man jüdisch-nationale Kultur verbreitet, war, wie Nordau, der erbittertste Gegner des Postulates des jüdisch-nationalen Minoritätsrechtes und sogar der Betonung der „eigenen hebräischen Kultur”. Die Tagespresse hat von dieser Polemik Notiz genommen und es ist ncch ein günstiges Sympthom, wenn ein rechtsorientiertes ungarisches Tageblatt die Juden davor warnt, jüdische Rassenpolitik zu betreiben. Diese Polemik ha* Patai mit seinem überraschenden, heftigen und illoyalen Angriff auf die bis dahin verhimmelte Pester Gemeindeleitung verursacht. Die Artikel unseres Redakteurs im „Egyenlöseg” haben ein starkes Echo hervorgerufen und Patai sah sich genötigt, bei einem Bankette einen Canossagang zu machen. Der allgemein anerkannte hohe Geschäftsgeist Patais, der den Zionismus immer rechtzeitig ä la baisse oder ä la hausse handelte, (zu Herzls Zeiten war er in der Contremine) drückt sich ja in schönen Jahresbilanzen aus, führte aber zu einer Verflachung der zionistischen Literatur und zu einer unverzeihlichen Nachlässigkeit, wie sein Herzlbuch, das besser administriert als redigiert ist und bei welchem die Gründlichkeit der Forschung nach kaufkräftigem Publikum weitaus wichtiger war, als die Herzl- Forschung selbst. Bibliographie Aladär Hornyänszky, Bratislava. Ciastky zo Stareho zäkona v preklade. Neznämi prorok babylonskeho vyhnanstva (Denteroizaios Iz. 40—55). Preslovencil Vladimir Roy. Bratislava 1937. (Besprechung folgt). Ein hebräisch-*slovakisches Gebetbuch im Staatsverlag, vom Schulministerium als Schulbuch empfohlen hat der hochgelehrte Oberrabbiner von Nove Zämky Dr. Klein herausgegeben. Wir kommen darauf ausführlich zurück. Jövö. Ungarische Halbmonatschrift. Herausgegeben von Ignatz Paschkus, Mukacevo, Masarykova 4. — Die neue jüdische Zeitschrift vereinigt konservativen Geist mit einem höheren Niveau. Bemerkenswert ist eine Anregung für ein jüdisches Museum für die Slovakei und Karpathorussland. Die Zeitschrift verdient Förderung. Post Regent squ. London. Wir haben eine gegenteilige Beurteilung Börnes veröffentlicht. Ihre schöne, aber nichts neues enthaltende Arbeit ist gut für Familienblätter, deren Leser sich gerne an Wiederholungen erlaben. Dr. F. Der Rabbiner der im Barlokal Thora vorträgt, verdient schon den Titel Bar-Urion. J. Z. in B. Der Herr Oberregierungsrat, unser treuloser Jünger, rühmt das Wort Patais* nem a könyveles, hanem a könyv nepe vagyunk. In der „Judaica”, die Patai von uns vorher erhalten hat, heisst es: „Wir sind ein Volk des Buches, des Hauptbuches!” Patai ist auch da nicht originell. Er ist grösser als Übersetzer, denn als Schriftsteller! R. in N. Z. Der Styl war viel schöner als jetzt der Stil ist. Das eine Ypsilon stellen wir unter Denkmalschutz. Sie bemerken wohl, dass wir neue Stylformen vermeiden, auch metaphysikalische Experimente. Dr. M. S. Die Familie kann nicht für den Stammbaum interessiert werden. Stammkunde ist erwünschter als Stammbaumkunde. 40

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