Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 25-26 (November 1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2708078-2708092-2708095--542-2708667- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Werbau 1× ep/1047612
OCR text
Dr. Bela Oesterreicher stenkongresse gegen die Anerkennung eines solchen Statutes Stellung zu nehmen. Wir haben Herzl persönlich gebeten, eine solche Debatte auf dem Kongresse zu verhüten. „Von wem erwarten Sie einen solchen Angriff?” — Von Weizmanm. „Na, den übernehm’ ich” sagte Herzl. Aber all diese kleinen Fragen wurden überschattet von der grossen Sensation des VI. Zionisten-Kongresses, vom Uganda- Projekt! (Ein weiterer Artikel folgt.) Der Ehrenpokal der Pressburger Gemeinde. In unserer vorletzten Ausgabe war eine Abbildung des Ehrengeschenkes der Pressburger Gemeinde an den Rabbiner Wolf Löw (Saare Thora) gelegentlich seines Vortrages in der grossen Synagoge abgebildet. Daran war die Bemerkung geknüpft, dass es nicht festzustellen sei, ob dieser Vortrag zur Zeit seiner Amtswaltung in Vrbove (ab 1826) oder Topolcany (ab 1836) stattgefunden hat. Ein altes Kassabuch der orth. Gemeinde gibt darüber Aufschluss. Im Jahre 1821 notiert die Gemeinde 30 fl. für ein Geschenk an den Koliner Rabbi. Dort war der Saare Thora bis 1826 tätig. Diese unscheinbare Kassanotiz malt uns eine schöne Perspektive. Damals erschien das ausserordentliche Begeisterung erregende Werk „Saare Thora”. Der Empfang des gefeierten Autors muss ein enthusiastischer gewesen sein. Die gebräuchliche Diskussion des Vortrages ist da wohl vom Chatam Sofer, Daniel Prossnitz, Mose Salom Frankel, Michel Kittseer, Ber Oppenheimer, Mendel Lewuw Sussmann Sofer und anderen aus der grossen Garde der genialen Scholasten der Pressburger Schule besorgt worden. Oeser malt für Wolf Eibenschütz. In der von Dürr verfassten Biographie des berühmten Malers und Lehrmeisters Goethes, Adam Friedrich Oeser (geb. Pressburg 17. Feber 1717) wird erzählt, dass er in Dresden die Wohnung Eibenschützens mit kunstvoller Malerei geschmückt hat. Da Wolf Eibenschütz in Dresden gelebt hat und seiner luxuriös ausgestatteten Wohnung wegen berühmt war, darf angenommen werden, dass hier von dem legendären Sohn des Hamburger Rabbis Jonathan Eibenschütz Wolf, dem Bruder des Pressburger Markus Eibenschütz, (Schwager Koppel Thebens) die Rede ist. 21