Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 25-26 (November 1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 19 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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tung zu behalten, sondern nur das Postament für eine wahre staatsmännische Führergestalt zu bilden. Der Führer sollte ein Mann sein, der mit der Regierung im Kontakte stand und diese für Plerzls Pläne gewinnen konnte. In der Tat gelang es uns, den Reichstagsabgeordneten Dr Soma Visontai zur Annahme des Präsidiums zu gewinnen. Visontai, ein bekannter hauptstädtischer Advokat und angesehenes Mitglied der Unabhängigkeitspartei im ungarischen Parlamente war für unsere Pläne begeistert. Er hatte sich auch die Sympathien der Nationalitäten durch seine Verteidigung eines serbisch-radikalen Redakteurs erworben und erhielt sein erstes Mandat in Ujvidek (jetzt Novisad). Er hat Herzl vollkommen begriffen. Damals erklang im ungarischen Parlamente ein Protest gegen die ostjüdische Einwanderung. Auch Visontai sprach in der Debatte darüber mit echt staatsmännischem Takte. Dieser Takt schien dem draufgängerischen Redakteur der zionistischen „Welt” Uprimny, höchst unjüdisch und er rempelte, zu unserem Schrecken in einem Leitartikel unseren Präsidentschaftskandidaten in dem Momente an, wo wir uns alle Mühe gaben, Visontai zu gewinnen. Sein Auftreten im Parlamente sei „verächtlich”! Wir wandten uns an Herzl. In einer der nächsten Nummern der „Welt” vertrat Visontai den Standpunkt in würdiger massvoller Weise. Herzl und Nordau haben auf unser Ersuchen, Visontai zur Annahme des Präsidiums zu bewegen gesucht. Endlich kam die Freudennachricht, dass Visontai das Mandat übernehmen wolle und persönlich an dem I. Landeskongress teilnehmen werde. Wir richteten an ihn eine herzliche Adresse. Allein nach einigen Tagen, teilte uns Visontai mit, dass er die angebotene Führung nicht 19