Mannheim
Compact Memory

Judaica · 1937-11-01 · 25-26 (November 1937) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
25-26 (November 1937)
Date
1937-11-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2708078-2708092-2708095--528-2708653
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

jungen, selbstlosen Führer! Und Heine war eigentlich nicht Reformer wie sein Onkel der Krösus Salamon Heine. Er wollte nur die neutrale Zone europäischer Kultur schaffen, in welche man ohne Entreebilletts treten konnte. Da ging er. Zu beachten ist sein Aufruf: Ich werde nun eher für das bessere los meiner Brüder kämpfen können. Ein weiteres Anzeichen, dass Heine immer den glühenden Wunsch im Herzen trug, seiner grossen Ahnen gleich seinem Volke Führer und Helfer zu werden. Das Judentum hat an Heine nicht den Dichter verloren, seine Dichtungen blieben, aber es ist eines grossen jüdischen Führers verlustig geworden. Man muss ihn verurteilen, aber in dieser Zeit, wo sogar sein Geist vertrieben wird aus seiner Heimat, darf ihm wie jedem Schuldigen ein Verteidiger im „Erez megure owiw”, in der Heimat seiner Väter entstehen, der nicht für Freispruch, sondern für mildernde Gründe plädiert. Kosten der Installationsfeier für Graf Josef Pällfy. Am 16. August 1825 findet in der Synagoge ein Festgottesdienst zu Ehren der Installation des Schutzherrn Obergespan Graf Josef Pällfy statt. Die Gemeinde schonte kein Geld, um dieses Fest je glänzender zu gestalten. Die Kosten betrugen nicht weniger als 2112.39 Gulden Konventionsmünze. Die Verrechnung ist legalisiert von den Vorstehern Wolf Preisach, Moses J. Bettelheim, Aaron David Iritz und Abraham König. Die detaillierte Rechnung ist vorhanden. Es wurden 600 Entreebilletts ausgegeben. Seifensieder Pfaff füllt 666 Tiegel mit Talg, 4 Kreuzer das Stück. Die Strassen werden ausgebessert und geschottert 75 Fl. Strassenkehrer haben fortwährend zu kehren 32 Fl. Leinwand für die Bilder des Grafenpaares (siehe Judaica Nr. 17/18, Seite 16) 4.30 Fl. Direktor Maurer für das Malen beider Bilder 108.03 Fl. Wagen nach Stampfen um ausgeliehene Parochets hin und zurück 12 Fl. Die Rabbiner erhalten für ihre Amtswal tung: Oberrabiner Sofer 20 Fl, Assessoren Daniel Prossnitz, Mordechaj Tosk und Schalom Fürth je 10 Fl. Blumen, welche Mädchen zu streuen hatten 16.54 Fl. Wagen, den Oberrabbiner vom Sommeraufenthalt St. Georgen zu holen 6.30 Fl. Vier Pferde für Feuerspritze in Bereitschaft 8 Fl. Feuerwehr bestehend aus Leb Kreilisheim 4 Fl. Mose Pfeiffenmacher 5 Fl. Samson Oberbreit 3 Fl. und Mayer 1 Fl. 4 Hajduken 5 Fl. Musikanten 166.30 Fl. An Koppelmann ausgezahlt für Installationsbüchel (wohl die Festschrift) 413.15 Fl. Kantor 25 Fl. Notar für Billettenschreiben 40 Fl. Militärwache 37.30 Fl. Zimmermeister Sprinzl (wohl für Triumphbogen) 187 Fl. Für Sofa-Tragen in die Synagoge, ein rotsamtener Polster mit Quasten und Bordüren 49 Fl. Wagen nach Marchegg 12 FL (der Gemeindevorstand fuhr wohl dem Grafen entgegen). Ein Wagen Bäume, in Modern gekauft 36 Fl. Jona Sturm für Nähen des Baldachins 2 Fl. Wasser-Bereitschaft im Tempel 5.55 Fl. Leb Koch macht Transparent 10 Fl. Mendel Sohn Koppel Thebens für Feuerspritze 15.42 Fl. Lampengläser 500 Stück 43.45 Fl. Samuel Oberbreit fährt nach Jörgen und Kittsee um Parochets 7.12 Fl. 7

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.