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Judaica · 1937-07-01 · 23-24 (Juli 1937) · page 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
23-24 (Juli 1937)
Date
1937-07-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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zu den ersten zwei Pressburger Landeskonferenzen und an dem I. Weltkongress der Misrachim in Pressburg. Er gehört seither der misrachischen Bewegung an, hat nicht nach Titeln und Publizität gestrebt, sondern nach der Pflicht, in grosser Zeit seinen Soldatendienst ehrlich geleistet zu haben. Er hat die Broschüre seines Onkels Rabbi M. Roth: Der Zionismus vom Standpunkte der Orthodoxie herausgegeben. Möge er noch die Verwirklichung seines Ideales erleben! 25jähriges Redakteur-Jubiläum. In ausländischen jüdischen Kreisen werden wir oft respektvoll gefragt: Wer ist eigentlich dieser David Gross? Seit Jahrzehnten liest man da mit steigendem Interesse seine Aufsätze zu allen jüdischen Fragen. Sie haben ihre eigene Note und unterscheiden sich wohltätig von der Parteischablone anderer jüdischer Organe. Je verständiger der Leser ist, desto mehr weiss er die feinsinnigen, sachkundigen und von echtem jüdischen Gefühle durchströmten Arbeiten unseres David Gross zu würdigen. Er ist wahrer Meister des Styles, das Wort liegt knapp an dem Gedanken, wie ein hochelegantes Kleid von distinguirter Einfachheit. Die Schönheit seiner Ausdrucksweise ist keine Koketterie mit dem Leser, über dessen Kopf hinweg er in die ferne Volkszukunft sinnt. Wo sich die Gemessenheit des Wortes zum hinreissenden Pathos erhebt, ist es emporquellende wahre Begeisterung für grosse Aspekte, die sich seinem Geiste darbieten. Was die obige bewundernde aber auch verwunderte Frage erregt, ist der Umstand, dass man den Namen des Mannes, der zu jeder Gelegenheit, bei jeder Wende der jüdischen Tagesgeschichte ein unabhängiges überlegenes Führerwort spricht, gar nirgends in den all zu vielen Listen der Leitungen jüdischer Parteien oder Körperschaften genannt findet. Die Wurzeln seines Judentums wurden getränkt von den tiefsten Quellen der alten Jeschiba und seine Zweige ragen hoch in den Aether HerzPschen Geistes. Aber es preist ihn kein religiöses Forum, er wird nicht genannt in zionistischen Kreisen. Er lässt sein Judentum nicht auf das kleine Prokrustesbettchen des Parteilebens spannen. Es liegt eine kühnere Unabhängigkeit in seinen Schriften, als sie von grossen jüdischen längst arrivierten Flerren gewagt wird, aber wie weit entfernt vom Streberpathos und von David Gross der Effekthascherei eines geistigen Eigenbrödlers! David Gross ist 1891 in Pressburg als Kind eines Tempelbeamten geboren, die grosse Synagoge war sein zweites Heim. Früh verwaist wird er im jüdischen Waisenhaus erzogen, das seiner bildsamen Seele fürs ganze Leben das Gepräge verliehen hat, ihn frühzeitig isoliert hat von dem übermütigen, weltlichen Treiben seiner Altersgenossen. Der „Vater der Waisen” ist es, an dem er mit kindlicher Ehrfurcht hängt, der tragische Nimbus des Kindes Gottes, das höhere Pflichtbewusstsein eines solchen webt in seiner Gedankenwelt. Er beginnt seine Tätigkeit als Bürokraft in der „Ungarländischen Jüdischen Zeitung” und entwickelt sich in erstaunlicher Weise zu deren Schriftleiter (1912), daher sein Alljudentum, von dessen Höhe ihn kein Parteivorteil herunterlockt, obwohl er ja allen Parteien angehören kann, da er über den Parteien steht. Er wirkt auch weiter in der „U. J. Z.” in Budapest, und später in der „Jüdischen Presse” Wien (1922). Er wird Redaktionsmitglied oder eigentlicher Redakteur der „Jüd. Volkszeitung”, des „Jüd. Familienblattes”, der „Neuen Zeit”, der „Neuen Pressburger Zeitung” und der „Allg. Jüdischen Zeitung”. 33

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