Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 23-24 (Juli 1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Moda alej derech. Der Reisegefährte oder FramkelsWegweiser nach allen Haupt-Provinzial oder kleinen Städten Europas, nebst allen, jedem Reisenden als auch daheim bleibenden, nötigen wissenswerten Belehrungen, vom Verfasser des „Wegweisers zur Glückseligkeit der Menschen. (Bild einer Chaussee mit Postkutsche und wandernden Gesellen.) Pressburg, gedruckt bei Anton E. v. Schmid 1838. i6tel Format, 92 Seiten, Ganzlederband. Ein ganz selten gewordenes treffliches Büchlein. Der grosse Bibliograph Regierungsrat Wachstein bemerkt, (Hebr. Publizistik in Wien), dass er dieses Werk selbst in den Katalogen der grössten Sammlungen nicht erwähnt findet, er beschreibt daher das Büchlein, von welchem die Wiener Gemeindebibliothek nur ein fehlerhaftes Exemplar besitzt, ausführlich. Uns liegt aus der Sammlung des Rabbiner Dr. Samuel Funk-Bratislava, der mit viel Fleiss, Sachverständnis und Opfer Pressburger hebr. Editionen gesammelt hat, ein tadelloses Exemplar vor, es ist ein pädagogisches Meisterwerikchen. Es ist deutsch in hebr. Lettern geschrieben, enthält aber viele hebräische Gebete. Im Vorworte bemerkt Ber Frenk (oder Frankel), dass er nach seinen Amtsstunden (als Gemeindebeamter) seine Mussestunden dem Wehle seiner Glaubensgenossen widme. Er hat mehrere Erbauungswerke für Frauen und Kinder verfasst, vorzüglich aber zur Bildung der Jugend, um sie zu nützlichen und sittlichen Menschen zu bilden. Man merke die von salbungsvoller Frömmelei freie Art der Erziehungsmethode, deren letzter Zweck es ist „nützliche und sittliche Menschen zu bilden”. Er habe daher auf Wunsch einiger Wandergesellen dieses Büchlein verfasst, das die in dem im Jahre 1820 gegründeten jüdischen „Professionistenverein” ausgebildeten Handwerker mit einem Wanderbüchlein versieht, das ihnen alle Informationen über die Waderschaft in Mitteleuropa, über Geldwährung, Gesundheitsmassregel, gibt; das reizende Werkchen enthält auch eine Hausapotheke, ein kleines Wörterbuch in deutsch, französisch, italienisch, ungarisch, Wifcterungskunde, Abfahrt aller Dampfschiffe, Interessentafel, etc. Die nötigsten Gebete sind dem frommen Wanderburschen mitgegeben, auch ein von Frenk verfasstes deutsches Gedicht zur „Gemütserhebung”, dessen Refrain ein hebr. Psalmvers ist. Das Werkchen ist den Manen des vier Jahre vorher verstorbenen grossen Judenrichters Abraham Hirsch Lemberger mit Worten der leidenschaftlichen Verehrung gewidmet „mees awdo neernan beesso”. Das hier sichtbare Bild ist wohl von Ber Frenk selbst gezeichnet, von welchem manche schöne Zeichnung verblieben ist. (Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass Rabbi Dr. Armin Abrahamsohn-Särbogärd, ein von Frenk gezeichnetes „Konteros Beth haknesset” besessen hat). Hier befindet sich noch seine kolorierte Zeichnung vom Brande des Zuckermantls, des Schlosses und des jüdischen Spitales anno 1811. Er war der Sohn eines reichen, vornehmen „Fränk”, der aus der Türkei kam und sich in der Zucker mantl-Gemeinde in Pressburg niederliess, wo er eine führende Rolle spielte. Er soll da noch in türkischer, reicher Kleidung ausgeritten sein. Da er verarmte, wurde sein Sohn Ber von der Gemeinde, noch vor dem Chatam 30