Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 21-22 (Februar 1937)
- Date
- 1937-02-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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Kohn & Grünhut bei der Herausgabe des ung.-deutschen Parteiorganes „Ungarische Wochenschrift” gebracht hat, geleistet. An seiner Bahre trauern fünf Töchter zwei Söhne und fünf Geschwister. Der Kassier der Chewra Kadischa, Leo Käroly, verliert in ihm den besten Vat3r. 5Sein Andenken wird ein gesegnetes bleiben. Zoltän Somlyo, Budapest. Wir haben den armen, ums stündliche Brot ringenden, gedemütigten, getretenen Poeten, den guten Jungen, nie anders, als mit dem Pathos der Distanz gesehen, in unserer Ausgabe 9./ic. haben wir seinen erschütternden Vers über Dichters Erdenwallen, wie einen Hilferuf in die weite Welt hinausgesendet. Wir sahen nicht den Bohemian, wir haben ihn stets mit den Augen der Nachwelt gesehen, behandelt wie einen — Millionär! O, wie er zuletzt ein halbes Dutzend Verse um 30 Pengö verkaufen musste! Dringendes Angebot drückt den Preis, und er hatte es so dringend! Pr. Kilo zugewogen, war es doch Poesie! Er konnte nicht anders. Und als ich ihn zuletzt sah, sass er da in seltsam verhaltener Trauer, wie ein kranker Singvogel, ich wusste nicht, was er, der stark gebaute, an den Urmenschen gemahnende schon gewusst hat, dass ihm der Tod im Herzen sass.. . Somlyo ... Zoltän ...! Post Rabbiner, Meran. Sie haben nicht ganz recht. Der Vers: „Ein Mann des Streixes und Zankes gilt ich darob im ganzen Lande” ist jawohl von Jeremias. Der frühere Satz ist von Jesaias, wie Sie richtig bemerken. Der Schlussatz „stöhnt ja auch Jeremias” bezieht sich daher auf die Sefa und nicht auf die Rescha. B. K. Wie diese Palästina-Fond-Reisende auf hebräisch heissen? RoJfe salmonim! „L.”, Hamburg. Der gelinde Vorwurf wegen übertriebenem Heine-Kultus ginge noch an, dass Sie uns aber „den begabten und unbestechlichen Journalisten” nennen, bedeutet eine gefährliche Schädigung unseres Prestiges! Hätten Sie uns doch lieber einen „ganz unbegabten und sehr bestechlichen Journalisten” genannt! Wer zum Teufel braucht einen unbestechlichen Journalisten! Alle lügnerische Verläumdungen schaden uns nicht soviel, wie diese — wahre Verläumdung! Mit einer Variation des bekannten Verses gilt es jetzt: „...und nimmst Du kein Geld, dreht dir den Rücken die ganze Welt”! Der moderne, jüdische Führer ist ein Moses, der das bittere Wasser der Opposition sofort in Süsswasser verwandelt, indem er nicht ein Stückchen Holz, sondern eine Banknote wirft. Mit solchen Mitteln kann sofort Friede gemacht werden. B a k s i s salom werodfehu! Was tut man aber mit dem bösen Menschen, der von der „bestechenden” Persönlichkeit des Führers nicht gewonnen werden kann? Mäcenas? Architekt Wein wurm sagt: Was reden Sie von einem Mäcenas? Eine ausgestorbene Gattung, wie der Droschenkutscher! „Oh”, sagt der andere, „der Droschkenkutscher ist nicht ausgestorben, er sitzt jetzt auf dem Platze, wo früher der Mäcenas gesessen ist!” In einem Journalistencafe in X. sitzt unser Freund abseits vom grossen Tische der Redakteure gewisser Wochenschriften. „Komm doch zu unserem Tische! Was sitzt Du da allein?” sagt ein Kollege. „Ich sitze doch nicht allein”, sagt mein Freund, „ich halte den Landeskongress der unbestechlichen Journalisten ab!” Feilheit? O, das ist ja die dunkle Schattenseite des Journalismus, aber entre nous, ein Schlemihl, der ohne diesen Schatten in der Sonne der Publizität herumläuft.. . Vierzig Jahre Ritt über den zugefrorenen See dieser Gesellschaft, die dünne Eisdecke für den Felsgrund der Gerechtigkeit haltend, fortwährend dem Wahne zu leben, dass doch einmal das Festland erreicht wird, jedes Irrlicht als aufgehenden Morgenstern begrüssend! Vorwärts, Rosinante! 48