Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 21-22 (Februar 1937)
- Date
- 1937-02-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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die journalistische Tätigkeit des Moritz Viktor Kornfeld geliefert. Ein ungarischer Komitatsbezirksarzt am Anfänge des 19. Jahrhunderts, deutscher und hebräischer Dichter, wie kam es, dass sein Name im Dunkel der Vergessenheit verschwunden ist? Da erfahren wir, dass die Ungarische Akademie der Wissenschaften eine Anzahl von Briefen des Moritz Kornfeld an Prof. Rumy auf bewahrt. Welch ein Fund! Das muss einer der genussreichen Gedankenaustausche zweier wähl verwandter Freunde sein, wie der Briefwechsel zwischen den beiden Freunden von der Pressburger Ghatam-Sofer-Jeschiba Leopold Dukes und Max Emanuel Stern! 1. Brief. — Wien, 3. November 1825. Also gerade vom Jahre da er die Ode an Graf Pallfy gedichtet hat! Der erste Brief ist eine Niete! Er bittet Rumy, ihm ein „Attest über seine Poesie” von Seybold in Pest „ins Deutsche übersetzen”. Kornfeld war also damals „geprüfter Hauslehrer bei einem Tolerierten in Wien.” Er mag Pressburger Baehur gewesen sein, dass er bekannt genug war, um den Auftrag zur Abfassung der Ode zu erhalten. Im Briefe ist blos die Rede von Beschaffung von Attesten, Empfehlungen und Gesuchen. Es riecht schon etwas madh Streberei! 2. Brief. — Umschlagadresse: Sr. Wohlgeboren Herrn Herrn Dr. Georg Karl v. Rumy, berühmten Gelehrten und Schriftsteller und Mitglied In- und Ausländischer Gesellschaften, derzeit Iglo, Zipser Komitat Rumyschen Hause bei Carl Josef Rumy pr. Leutschau. Sr. Wohlgeboren Herrn P. {Professor) v. Rumy! Mein innig verehrter Herr und Freund! Ich bin so frei, Ihnen zu melden, dass meine „biblische Perlen” endlich nach langer Qual des Wartens von der Zensur mir zukam, das Admittur mit einigen Detendis erhielten. Beim Buchhändler war ich auch und kann er mir dafür kein Geld ausfolgen, weil er mit ils (?) verhandelte. Doch wird er, wenn Sie ihm eine Quittung über 50 fC.M senden, so gfl mir 25 fl. als auch das Übrige Ihrer Frau Gemahlin verabfolgen. Ich bitte daher gütigst ganz bald eine solche Quittung mit Ihrer Frau zu senden, wo wir dann sie und ich zusammen das Geld werden in Empfang nehmen können. Auch möchte Sie ergebenst ersuchen sich bei Hr. Ludwig zu verwenden, dass er mir noch einige Freiexemplare zugesteht etwa 6 Stück. Ich brauche sie sehr. Ebenfalls bitte ich mir zu rathen wegen einer Widmung, ob ich sie ohne dieselbe oder wem? gewidmet soll in die Welt senden. Ob es vielleicht nicht besser wäre, mit dem Druck oder mit der Herausgabe bis zur Ankunft ls. zu warten? In der Literatur weiss ich zu wenig neues, da ich jetzt sehr mit meinen medizinischen Studien beschäftigt bin. Mit der grössten Hochachtung E. H. ergebener Freund und Diener M. M. Kornfeld. Wien, den 7. Juli 1826. Das Bild des Strebers entwickelt sich von Brief zu Brief. Ein Ber Oppenheimer, Mendel Bri Stern oder Juda Leb Dukes ist das wahrhaftig nicht! Von Literatur weiss er jetzt wenig, der Dichter des „Dichter”, nur von Geld und vorteilhaften Widmungen an grosse Persönlichkeiten. 3. Brief. — Wien, 1827. Mein innigstverehrter Herr P. v. Rumy! Beiliegend übersende ich wieder etwas für den „Wanderer”. Ich bitte es baldigst an ihn 38