Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 21-22 (Februar 1937)
- Date
- 1937-02-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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in der Eigenschaft eines Armee-Sanitätschefs die Armee Kövess auf die verschiedenen Kriegsschauplätze bis zur Mitite des Jahres 1917, in welchem Zeitpunkt er wieder als Sanitätschef in unsere Stadt zurückkehrt. Schon als Student war er wissenschaftlich tätig, arbeitete als junger Arzt an der Erforschung der Typhusbazillen. Später als Chirurg bearbeitete er Themen seines Spezialfaches und schrieb militärsanitäre Abhandlungen und über Knochenbrüche, Gehgypsverbände bei Oberschenkel-Frakturen etc. Im Kriege auf das Gebiet der Kriegskrankheiten gedrängt, zeigt er sich auf der Höhe in der Epidemiebekämpfung des Flecktyphus in Galizien und der Malaria und Cholera am südlichen Kriegsschauplätze. In seinem Pflichteifer scheut er auch die Gefahr nicht, sucht die Schützengräben auf und entgeht mit knapper Not der Gefangennahme. Als junger Regimentsarzt wird er mit dem Franz-Josef- Orden dekoriert, und auch der Krieg brachte ihm in Würdigung seiner hervorragenden Dienste die höchsten Auszeichnungen. Vor Kriegsschluss war er nach Wien als Inspizierender der Tuberkulosenspitäler für die gesamte Armee berufen, doch machte das jähe Kriegsende seine Betätigung auf diesem Posten gegenstandslos. Wie er bei genauester Erfüllung des ihm überantworteten Militärdienstes stets auch die sanitären Interessen der in seinem Wirkungskreis fallenden Zivilbevölkerung mit wachsamen Augen verfolgte, bewiesen unter den zahlreichen Dank- und Anerkennungsschreiben ein protokollarischer Dank des hiesigen Stadtrates aus dem Jahre 1915 für seine erfolgreiche verdienstvolle Epidemie- Bekämpfung. Die Stadt Sambor spricht ihm protokollarischen Dank für die Bekämpfung der Flecktyphus-Epidemie aus und noch im Jahre 1918 lässt ihm das ung. Ministerium des Innern durch den damaligen Obergespan den Dank für seine Tätigkeit auf dem Gebiete der Seuchenbekämpfung aussprechen. Ich habe Ihnen in kurzen Umrissen das Bild eines Mannes entrollt, dessen strenge Pflichterfüllung wie ein Leuchtstern durch sein ganzes Leben zieht. Vom Momente als er, aller Mittel baar, vom Elternhause auszieht, um sich selbst erhaltend seinen Studien zu obliegen, wird er von dem ihm eigenen Pflichtgefühl geleitet und steht im Zeichen der selbstverleugnenden Pflichterfüllung in den schweren und schwersten Zeiten seiner glänzenden, von höchsten Erfolgen gekrönten militärärztlichen Laufbahn. Immer arbeitend hat er seine Mitarbeiter zur Arbeit angespornt und hat sich um die ihm anvertrauten Kranken unvergängliche Verdienste erworben. In seinem schlichten, einfachen, zufriedenen Wesen konnte das Streben nach materiellen Gütern keine Wurzel fassen. Nie klagte er über die Unbill des Schicksales, welches ihn, im vorgerückten Alter auf die dornenvolle Bahn des Erwerbenmü;sens drängte. Er ertrug alle Schicksalsfügungen mit edler mannhafter Würde, er war ein Musterbild in seinem Berufe. Ehre seinem Andenken! 36