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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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1869 (fol. 691.) Herzl Jakob, Bankdirektor, Semlin, 1835. Theodor, Pest, 1860. Jeanette, Pest, 1839. Pauline, Pest, 1859. Babette Berger, Pilsen, 1837, (Dienstmädchen). Diamant Hermann, Kleiderhändler, Pest, 1805. Johanna, Pest, 1803. Wohnung: Landstrasse 50. Im Jahre 1869 finden wir also Hermann Diamant schon mit Theodor Herzl in einer Wohnung lebend. Die Bezeichnung „Hausierer” ist eine von Steuerrücksichten diktierte bescheidene Angabe, diese Erwägung muss uns bei der Behandlung aller Subskriptionsbogen leiten. Der grosse Wachstein hat diesen Umstand übersehen, als er in der Liste der Pressburger Juden vom Jahre 1736, eine sonst klassische Arbeit, schmerzlich erstaunt ausruft, dass um diese Zeit ein schwerer wirtschaftlicher Niedergang geschehen musste, dass die früher so reichen Familien, so wie aus der Liste hervorgeht, verarmt worden wären. In der Tat aber haben die Konskribierten um den schweren Steuerlasten vorzubeugen, ihre Lage in den schwärzesten Farben dargestellt. Die Liste der jüdischen Besucher der Leipziger Messe zeigt uns dieselben Pressburger Juden, die in der Konskriptionsliste jammern, dass sie von „kleinen Gelegenheitsgeschäften” leben, als Grosskaufleute, die regelmässig die Messe besuchen. Nicht als ob der Hausiererstand damit entschuldigt werden sollte. In der guten alten Judenstadt war der rechtschaffene Hausierer ein ebenbürtiges Mitglied der Gesellschaft. Er war zu allen Familienfreuden der Patrizierhäuser wie ein Freund eingeladen und sah bei seinen Freudenfesten den Rabbi und den Judenrichter die Tafel krönen. Die Baronie des Schachkönigs Ignatz Kolisch. Während alle anderen Quellen über das Leben Kolischs behaupten, dass er die Baronie vom Herzog von Meiningen erhalten habe, erzählt Franz Mora in seinem Buche „Sokfele”, dass die Königin von Spanien, welcher Kolisch ein Anlehen verschaffte, ihm die Baronie verliehen hat und dass Kolisch die spanische Staatsbürgerschaft annehmen musste, um in Wien als Baron anerkannt zu werden. Mora legt auf die feuilletonistische Wirkung mehr Gewicht, als auf historische Genauigkeit. Jedenfalls dürfte es wahr sein, dass Kolisch lange in Pest ohne Existenz war und im Cafe Velence wenig Geld durch Schachspiel verdiente, andere Daten sind leicht zu widerlegen, immerhin ist es interessant zu sehen, in welch5 verschiedener Beleuchtung eine Persönlichkeit gezeigt werden kann. Landes-Memorial-Schachtournier zum Kolisch-Zentemarium. Auf Anregung der „Judaica” hat der Rubinstein-Klub in Bratislava (Pressburg) beschlossen, ein Memorial-Schachtournier zu veranstalten, an welchem die besten Spieler der Slovakei teilnehmen werden. Es ergehen auch Einladungen an auswärtige Schachvereine. Um das Tournier in jeder Weise würdig zu gestalten, wird ein Sammelbogen aufgelegt und Gönner des Schachspieles gebeten, mit ihren Beiträgen zur Erhöhung der Zentenarium-Feier ihren Beitrag leisten zu wollen. 34

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